Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 29 (14.7.1874)
- Date
- 1874-07-14
- Page
- Seite 499 (sequence 15)
- Language
- German
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Zu diesem,Bilde ,v das^ in je^em Zuge charakteristisch und treu ist, können wir hmzüfügen, daß es, tvvran , da es gerichtlichen Verhandlungen entnommen ist/ gar nicht gezweifelt werden kann, auch die Wahrheit des Lebens .für sich hat. Wir erinnern uns z. B. des Falles, daß ein Ehepärchen, weches seine silberne Hochzeit mit Glanz gefeiert und in den Ortszeitungen seinen Dank fürdie-viett Theilnahme anseiner Ferer öffentlich ausgesprochen hatte, einige Tage später zum Rabbiner kam, um auf Scheidung anzutragen. Der Rabbiner sprach nicht bloß, wie der Präsident im obigen Falle/ zum Güten/ sondern ließ sie-auch etwas herbe.an, daß sie gerade jetzt in ' eine Thvrheit verfallen und einen derartigen Hkandal über sich bringen wollten. So-schickte er/sie heim/,- undsie. kamen nicht wieder. Vermischtes. : , (Ein neuer wunderthatiger Heiliger.) Zu dem iin Gerüche - der Heiligkeit^" stehenden. wunderthätigen /Visüiczner Rabbi kam dieser Tage einean Gicht leidende - Frau/ welche weder'sitzen noch'"stehenkarm/">uur'stP heilen zu lasten/ Der wunderthätige Heilige nahm seine Folianten" hervor'und , begann eifrig darin zu lesen. Dann wandte er sich' zuder Leidenden und-.sprach mit verklärtem Gesicht ganz pathetisch: „Du, die vor Schmerzen weder sitzen noch stehen kann, wirf Deine Krücken von Dir -und' gehe!" Die arine' Frau warf die Krücken fort,: aber 'Wunder - aller Wunder^ sie stand nicht und ging nicht,, sondern 'fiel 'so' stark zü Boden/ daß' 'wan sie nur schwer wieder ^auf Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters an der -jüdischen GemeinWzu'Fürstenberg-in Mecklenburg ist; fofö r t zu besetzen. - Dieselbe^ bringt ' bei freier' Wohnung und Heizung neben dem Ertrage der Schechita ein / jährliches Honorar? von - 200 -Thlrn. Reflectanten wollen 'sich' unter i-Einsendung ihrer Zeugnisse, an den Vorstand ' wenden. 4 \ 1 Für eine Familie^ in einer , größerenHrotzinzkalstaht wird zum baldigen- Antritt unter günstigen - Bedingungen ein - israel Hauslehrer gesucht, welcher befähigt ist, einige Kinder, did theilsz d.w' .unteren myd^mittleren Gymnasiatclassen, thtzils Mye Töchterschule besuchen, bei ihren Arbeiten zu unterstützen.. Clavier- Unterricht - erwünscht,^doch/nicht..Bedingung. < Der , Gehalt,. richtet .sich nach der/Persönlichkeit des Bewerbers. — Meldungen sind unter Chiffre Gv H. 4061. an die Ännoncen-MpedjtM \)WrIiu(l0$f Mosse^ Leipzig zu richten. ' . den Wagen-bingen konnte. 'Als.der M.-Szigeter Rabbi,- welcher ebenfalls' auf -'-die Heiligkeit aspirirt , von - dem Falle ^'Kenntniß erhalt,' sagte /er, ' an der Erfolglosigkeit der Heilung sei! der' Umstand' schuld, daß. die.Frau einen Chignon trage, mit Christen an Majalis sich? betheilige-,rc. -So erzählt ,>Märamaros.^ / si! Nachtrag Oesterreich-Ungarn. .// . (Telegvam m.) - Pest, 6. Juli. Die gestrige Debatte im, Ilbgeordnetenhause über den israelitischen Schulfond war sehr erregt. Der Bericht und Beschlußanlrag desCu l tu s Ministers wurden mit' 115 gegen 1 10 Stimmen zurückgewiesen. Der Beschlüßantrag Koloman Tisza's wurde ebenfalls mit 112 gegen 110 Stimmen ab gelehnt. . Pest, 6./ Juli.,' Es verlautet, Tresort.habe seine Demission eingereicht, weil sein Äntrag bezttglich des jüdischen Schulfonvs abgelehnt wurde. Die Aufregung in der Deak- Partei wegen der unentschiedenen Haltung des Ministeriums ist ungeheuer, chas tvahrscheinlich auch auf die Annahme der Wahl- Novelle ungünstig einwirken wird. ' Die Sitzung müßte ' gestern auf fünfzehn. Minuten suspendirt werden. Tisza, wollte seine Führerschaft documentiren und reichte bezüglich des Jsraelitenfonds dinen -vermittelnden Antrag ’ein/ der jedoch unannehmbar war. ' Als dieser verworfen würbch äppbauvirto die Deab- Partei. ' . , . (Das^Nähere in nächster Nummer.) %. / i gen.; ‘./ Vorbeter-Gesuch. Für die bevorstehenden : Feiertage (Neujahr und. Versöhnungstag) suchen wir zum Vorbeten für Scliäeharith und resp. .^india eine Persönlichkeit, welche diese Functionen bereits versehen und eine angenehme Stimme besitzt. - . /Offerten mit-Zeugnissen über,-Fähigkeit ,uttd Charakter sind unter: Mittheilung: des/ anzusprechenden Honorars -im .Lause--des Monats Juli cinzusenden an die - / / ä r Berwaltüng^ der israelitischen Cultusgemeinde; in Augsburg. - >: Ein zweiter.- Eantor, musikalisch ^gebildet, - der zugleich öa»1 Koresein muß. undan der hiesigen Gemeinde-Religiousfchuke als Hülfskehrer, circa/12 . Stunden wöchentlich Unterricht zu ertheilen hat,, wird zum' 1.- October -«.^gesucht. -Gehalt vorläufig: Bierhundertfünfzig Thaler' jährlich: .Bewerber haben ihre. Meldungenmit Abschrift ihrer Zeugnisse dem Unterzeichneten Vorstände cinzusenden?/ ** // * 1 - r» Magdeburg, den 22. Juni 1874.^ ‘ \ , Der, Vorstand der Stznclgogen Gemeinde. Ätenfeld. Fließ/ M Nathan. 1),-. Wiesenthal^ .■>Hriedeberg. (ii, .51,956.) ' / / Dt n z-.e Die Prediger-Stelle an der Synagogengememde Düsseldorf ist vacant. Qualific. Bewerber wollen ihre Zeugn. baldigst all deil Vorstand einsenden«