Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-06-30 · Heft 27 (30.6.1874) · p. Seite 450

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 27 (30.6.1874)
Date
1874-06-30
Page
Seite 450 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/3224737-3226960-3226988--32712-3255693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

9 Jf f 9 Bf äsa denselben einigen Antheil an der. Verwaltung und Leitung der Kirche, den sie bis jetzt fast^gan nicht beseffen, ^rräumen, renb ,J«n iüdMen DmiemArGie Selbstverwqltung in Mensrei^r-ÄZ^kung^ Der/ Hn^ ejner -^rDe^elung des GpmdyidechrUnDsSvml Dimr.Bersetzung<derGemeint)e auWas Princip völliger Freiwilligkeit ist in der preußischen Gesetzgebung hinsichtlich der christlichen Gemeinden nirgends die Rede. Herr 7 J aus einer solchen Gemeinschaft, die liquidirt hat, werden wird, kümmert sie Wenigs Herr Miquel versichert cka, ^es werMZulles gut Men. - SchHe nur, paß dse DeHeHgtM KM ManderS 888888.8 I-§|P!8,. ^Schließlich nahm derWerichterstaiter- Abg.Hvr.<ILehfelot das Wort. Er beruft sich in . allen Stücken auf den Abgeord. Laster, und haben wir daher nichts mehr darüber zu sagen. Miquel behauptet' da^er^o^MS Persoüfwünftht, nicht aber was der Standpunkt her preußischen " Gesetzgebung ist. N^ein^Bemerkimg/Mneu^ wir nichAübergehen. Er sagt: trotz vollständig'gleicher Berechtigung, die die Juden dort genießen, Ein ganzes. Heer von Einwendungen könnten wir aus dem ihm eptschsüpstmsMptchdn.-'Moch^ ziehen; wir unterlaffen 'ds, weil wir.^nichtz- IrsiS'-Hllgememe---hinein dispntiren wollen/ Ob - die Herren -Pational-Llberalen die Konsequenzen aus den Principien, die sie-bekennen," zu ziehen pflegen, oder^ ob sie ^gewohnt -sinddie Dingemäch'den' Schwierigkeiten, die sich diesen Consequenzen entgegenstellen, hin und her zu werfen, bis sie in die Umstände paffes diese Frage zu beantworten, überlassen wir änderen-Beur'-' theilern. Jedenfallsist es auffallend/ daß Herr Miquel hierauf äußert/ daß' die -Anforderung der 'Separatisten für ihn genügend sei, ^die,) jüdischen. Dememden und^ alle ihre von' chm' .so.-sehr, be-/ darf doch nicht verschwiegen werden, daß.in Frankreichs Juden, gerade unter dieser Art Regiment, wo per Staat sie .als kirchlich anerkannte, Genossenschaft unterhält,nicht den Aufschwung ^genommen haben, als innerhalb der MiwusMier^sich enw)Äelnden Richtungen in Deutschland, zu: denen sie jetzt noch einen Schritt beitragen sollen. Gesellschaftlich stehen die Juden in Frankreich weniger hoch, und auch in Elsaß-Lothringen hat'sich' dies"in neuester : Zeit ' deutlich gezeigt." Diese Behauptung ist yvoller Jrrthümer. Daß die Juden in Frankreich gesellschaftlich weniger hoch stehen als in Deutschland, 'ist geradezu falsche Wer'die verhältnißmäßig geringe'Zähl..'derJudenin Frahkr^ich (vor 1.871: lobten Institutionen an die-Luft'ilzu fetzenr Wie ist^. er daher' den jüdischen Gemeinden gegenüber bereit, dem Principe in rigorösester' WÄfe - alle ' realen' Umstände' 'und 'älle^Güte/ - das besteht/ zu ' opfern! '^Hier^zeigt''sich' alles' Äähr, -was' tvir überUdas' Experimdntiren^ mit d^E'Jüden 'gesagthüben: '^'Ein anderes Argu- Mnk"findet-her''Abg?Miquek^darin/"daß 'mit der'Veränderung ddr" pölitischsn "Stellung der Juden auch'ihre separaten' Einrichtungen z?B/'in Schule und Armenweftw-Überflüssig geworden, de?'StMMsö ' Nm" derentwillen den PärochialzMng-nnht'aufrecht zÄ erhakren^ hülle. '-Wer die'Confessionalität der-utigeheuren Möhrzähl'der "prbllß.' Schulen' und iver den Standpunkt' des städtischen Armen'wesens und der - daraus hervorgehenllen Armenpflege kennt, der 'weiß,'" wie' -auch' hierin der Abg: Mihuel'allewirklichen Berhältmsse^mlßkennt uUd' mißachtet/} 'J'Die,J BölkSerziehüng ]'mU> die Armen^önveü^don 'einem 'äußersten Principe' nicht'' leben/''sie werden^iin demselben veMngern; 'es bedarf dev' lvirklichen Mittel üWgrößÄ EÜergre/' ün^ sie zü'erhalten.^ Der'Abg'Lasker hätte geäutzirt,''bllß-er'abgeschlossenen B e'rträgen''gegenüber die Mstretenden^'Mitglieder der bisherigen - Gemeinden noch' -antheilse Äeise''MMichten^ will.'' Herr Miquel will''nicht sd^weit -gehen. 'BeMägd-stnd/' ihm' nichts mür^die,/Gläubiger"- also die Schulen tbitf rer ’: berücksichtigen/ und es soll daherein' ^Liquidätionsver- EsöchrenU^emtreten.Sämmtliche jüdische Gemeinden sollen' liq uidiere n! Wir/verlieren hierüber kein Worll > Der -frühere Bürgermeister von Osnabrück muß es ja 'aus Erfahrung -wissenwie 'sehr'-rnciü ''einer - bis 'jetztcorporätiben Gemeinschaft und-ihren WaublMü^dür'ch'^Liqmdätion nützt , ' und ' wie^ 'leicht^eine -solche WfüßrW'^ist. n Jnb^ß fehlen; wir'dochchieräus/' daß dsese' Herren GesetzMer^ ^.ch^^boch-nicht'' ganz MnbewUßt'isind/'wohin siedie 'Mischen GeÄttübe^Mren^'lverdknMnd^ wölldn/? Was iveiterhm 90,000, jetzt.35,000) und die große Zahl der Judenermißt, welche in allen öffentlichen Zweigen in der Volksvertretung, in den Ministerien, in der Armee, in den Staatsämtern aller Grade, in der Advocatur, Professur, Literatur, eine mehr oder weniger hohe Stellung einnehm'enverwird'düll gerade Gegentheil zugestehen .müssen. We.nn das Judenthum als solches in Deutschland einen größeren Aufschwung genommen und sich einer be-' deutenderenf Entwickelung- .erfreut/ ffolhängt: -dies * theilst von der größeren Anzahl der JudenMillion),z-theils und noch mehr von dem allgemeinen Bildungsstande in-Deutschland ab, und endlich" nicht' zum kleinen Theile völligem langen und schwierigen Kampfe, drN 'die deutschen - Juden gegen- - Beschränkung-, und Ausschließung zu bestehen "hatten/ Einsolcher Kampfkostet -viele Kräfte,-entwickeltsie aber auch'-und stärkt sie. Die Berfassungsfrage" hat' hiermit nichts zu-schaffen. > Man' könnte-im Gegentheil den Schluß Ziehen':, in Deutschland'häben <die'Juden-unter dem bisherigen -Paröchialzwang in 'religiös-geistiger'Hinsicht den größten Aufschwung ' genommenwährend -die -französischen Juden unter dem Wegfall' der' Gemeindezugehörigkeit 'für-das Individuum den Standpunkt'-des jüdischen '-Cultus - sich ' nur wenig verändern ließen'.-'8 Wer die Dinge nicht genau ckennt-, muß - kein- Urtheil fällen.-^"''' •v>!' v- 7,r'' - Hiermit ' wären wir mit dieser jüngsten Verhandlung im preußischen-Abge'ordnetenhaufe zu > Ende/ wenn wir nicht': noch beachten wdlltendaß 'bei der Abstimmung doch nur-die -Mehrheit^'' den" Antrag ^an'näh.m/ Doch ' können '^ivir nicht -' schließen, ohne noch einige allgemeine Bemerkungen hinzuzufügen/;t: v-xit?-Es > .kst ' uns nach dem -Erscheinen' der- - ersten ' Artikel dieser Besprechung'- bemerkt-woMn^ daß 8 der 'darm herrschdndeWn dtwa's^herbe' sei. - Dies fühEungzu der-Fraget wärumkeigentlich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.