Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 22 (26.5.1874)
- Date
- 1874-05-26
- Page
- Seite 375 (sequence 13)
- Language
- German
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letzten Decennium eine bedeutende Reaction der religiösen Bildung und Aufklärung kundgiebt und der finstere Chassidismus und die dumme Frommgläubigkeit immermehr „Fortschritte" macht. Vielleicht hat dieses die zahlreiche Einwanderung polnischer „frummer" Brüder als Gemeindebeamte, Lehrer und Handelsleute verschuldet. Denn wahrlich! Auf meinen Reisen ist mir viel Trübseliges erzählt worden von den jetzigen Zuständen im gemeindlichen, synagogalen und religiösen Leben und besonders von der tiefen Gesunkenheit der religiösen Jugenderziehung in den meisten Gemeinden längs der preußisch-polnischen Ostgrenze. — Ziehen wir einen liebevoll verhüllenden Schleier darüber! Aber wenn man sich diese modernen Erscheinungen, diese frommen Wallfahrten hier und dort im liefen Ungarn zusammenreimt, so werden sie ein ganz richtiges Analogon zu denen in Lourdes und zum Jnfallibilitätsdogma des Heiligen in Rom liefern und uns mit banger Besorgniß für die Zukunft erfüllen. Umsonst habt Ihr, Heroen der Geistesbildung und der Aufklärung, Ihr, Herolde einer besseren, lichteren Zukunft seit 40 "■■■■■; . ' .. Unze In unserer Gemeinde ist die Stelle eines ersten Cantors und geprüften Religionslehrers am 1. October c. neu zu besetzen. Derselbe muß p'a und im Stande sein einen Chor zu leiten, sowie befähigt den Schocher im Behinderungsfalle zu vertreten. . : Fester Gehalt 600 Thlr. pro anno und freie Wohnung. Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer abschriftlich beglaubigten Zeugnisse und eines eurrieulum vitae an den Unterzeichneten wenden. Reisekosten werden nur dem Gewählten vergütet. Stolp in Pommern, im Mai 1874. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde __ E. Heymann. Die in unserer Gemeinde vacante Stelle des ersten Cantorö soll baldmöglichst am 1. Januar 1875 wieder besetzt werden. Verlangt werden^ gute Stimme, musikalische Kenntnisse, entsprechendes hebräisches Wissen und Leitung des Chors. Fixer Gehalt 1000 Thlr. pro anno. Meldungen mit beigefügten, abschriftlich beglaubigten Zeugnissen wird bis zum 15. Juni o. entgegengefehen. Beuthen O/S.> im Mai 1875. Der Synagogen-Gemeinde-Dorstand. In der hiesigen israelitischen Gemeinde ist zum Herbste d. I. die vacante Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters u. Schächters durch eine qualificirte Persönlichkeit zu besetzen. Die Fähigkeit, Kanzelvorträge zu halten, würde gleichzeitig erwünscht sein. Fester Gehalt 500 Thlr. Hierauf reflectirende verheiratete Herren-belieben sich an den Unterzeichneten Vorstand zu wenden. Waren i/Mecklenburg, den 20. Mai 1874. , _G I. Behrens. , Die Stelle eines Religionslehrers, der schächten und vorbeten kann, wird zum 1. October vacant. Reflectirende Herren wollen sich wenden an den Vorstand'der iörael. Gemeinde zu Crivitz i/Mecklenburg. und 50 Jahren gelebt und gewirkt, 'gekämpft und gerungen, die finstern Mächte zu bannen. Denn fürwahr! Auch die Geister der Völker haben ihren Stern im Himmel, der da ein „GalgLl" ist, der sich im Kreise dreht und fortwährend rollt, bald lichtvoll, bald finster ist —‘ und einer solchen finstern Epoche in den Geistern der Menschheit scheinen wir, jenen trüben Anzeichen nach, unaufhaltsam entgegen zu eilen, wenn es überhaupt noch möglich ist, daß ein so krasser, geistiger Schwindel in unseren Tagen, in unserer Mitte aufhlühen und fortwuchern kann. — . Es müßte denn sein, daß Ihr, die Ihr auf hoher Warte stehet, Ihr Lehrer und Geistesbildner in Israel voll besserer, lichter Einsicht, voll helleren, edleren Geistes im deutschen Vaterlande Euch wieder kräftig ermannet und über den Häuptern solches finstern Geistesspuks hinweg zu erneueter, unermüdlicher Geistesarbeit Euch brüderlich die Hände reichet mit jenem , dem deutschen Volkswitze angehörenden, aufmunternden Rufe: „Michel, hilf die Sonne schieben!".— sonst wird's uns bald zu düster. — — — — — — i g e n. Der seit 21 Jahren hier fmiHirende Cultusbeamte ist leider verstorben, und wünschen wir daher, daß diese Stelle möglichst sofort wieder beseht werde, und fordern geeignete Neflectandrn auf, sich schleunigst bei uns persönlich zu melden. Reisekosten werden jedoch nicht vergütet. Lippehne, den 10. Mai 1874. vor Vorstand der Synagogen-Gemeinde Rosenberg. In hiesiger Gemeinde sind folgende Stellen vom 1. Juli c. neu zu besetzen: 1. Die eines Elementarlehrers mit einem jährlichen Gehalt von 250 Thlrn. Qualificirte Bewerber, welche sich zur Uebernahme des Cantorals, ves hebräischen Unterrichtes an der Religionsschule eignen, werden bevorzugt, und steht ihnen außerdem für ersteres 100 Thlr. Gehalt, 30 Thlr. Wohnungsentschädigung nebst den üblichen Emolumenten, für letzteres 100 Thlr. in Aussicht. 2. Die eines Schächters. pai zweiten Vorbeters und Gehülfen an der Religionsschule. Bewerber, deren Gattinnen sich zur Uebernrhme, und Instandhaltung des Badehauses rrprc eignen, erhalten außer dem nicht unerheblichen Einkommen aus der nrnniv und' mp» noch einen festen Gehalt von 100 Thlr. für das Lehrfach. Jarotschin (Provinz Posen), im Mai 1874. * Der Schultt. Corporationsvorstand. In der hiesigen jüdischen Gemeinde ist die Stelle des Religionslehrers und Vorbeters sofort zu besetzen. Gehalt nebst freier Wohnung und Heizung bis 250 Thlr. jährlich. Bewerbungen um diese dienstlich sehr bequeme Stelle, da nur fünf schulpflichtige Kinder für jetzt zu unterrichten sind, nimmt entgegen der Vorstand Louis Emanuel. I. Meyer. Mengeringhausen in Waldeck, den 1. Mai 1874.