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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1874-04-28 · Heft 18 (28.4.1874) · p. Seite 299

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
38 (1874)
Issue
Heft 18 (28.4.1874)
Date
1874-04-28
Page
Seite 299 (sequence 7)
Language
German
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299 gespaltemffeien- : und>les! erregtem beb ihm reine große Verwunderung, als.ichühm mittheilte,-:daß Dies im.ganzen preußischen Staate nur an .drei Orten -der Fall sei, Pie Herren bildeten sich ein, einer -'orthodoxen - Minorität Schutz gewähren zu - muffen. . Es: ist. in der Thal kein besonderes Zeugniß für die Rührigkeit dev.Gemeinden, die Vertreter des Volkes in solcher Unkenntniß gelaffen zu haben. Man weiß, daß im Grunde die Sache sich ganz entgegengesetzt verhält"-'In'dergroßem Mehrzahl der' preußischen Gemeinden wird von:,diesen.,der orthodoxe Charakter aller Gemeindeinstitute ..festgehalten und den Wünschen und Bedürfnissen der. jaufgeklärtem.Mitglieder, wenig. Rechnung , getragen. ,. Pie Gemeindefrage. Hab also mit der. Parteirichtung gar nichts zu'schaffen. Gelangen>also„ nunmehr die Petitionen und Denkschriften, an das Haus unddurch ^Vertheilung in die . Hände der Abgeordneten, so können wir hoffen, daß. wenigstens eine Anzahl derselben, sich über unsere Angelegenheiten: Klarheit ■ verschafft. Allein hierbei, dürfen wir es nicht , bewenden lassen, da im Drange .der Geschäfte Viele diese. Denkschriften liegen lassen werden, weil eben ein, wirklicher Gesetzentwurf noch nicht vorliegt und in dieser Session auch nicht vorgelegt , werden wird. , Wvc werden . vielmehr genöthigt seinsobald zukünftig ein solcher Gesetzentwurf an' das Abgeordnetenhaus gelangt, unsere Petitionen und Denkschriften, zu wiederholen, selbstverständlich;, dann nach der Beschaffenheit jenes Gesetzentwurfes, modisicirt. .. . ,. Buk (Posen), 5. April. . (Privatm.) Der. Grätzer Rabbi ^>at eine Erklärung im „Hamaggid"', und der „Israelit"", wie gewöhnlicheinen Schmähartikel losgelaffen. Beide bezeugen die Thatsachen, die auf die 'Bethörung und Verdummung des Volkes hinauslaufen-: -nur um so - mehr: Dem letztern begegnen wir mit Verachtung:; es geht-,daraus nur-hervor, wie - sich diese .schamlose Hyperorthodoxie mit der Wunverthäterei identisicrrt. - Glück auf zu den baldigen - Wallfahrten nach Mainz: Es bleibt immer ein gut Geschäft zu machen. ' -- . Die Erklärung des Rabbi Elias selbst -ist aher nur . ein jesuitischer Schachzug^ denn wiederholt hat er sie schon oft, mündlich und schriftlich, und doch hat er das Geschäft des Wundermannes weiter betrieben. Wenn, auch die unwissende, abergläubische Menge nm Gebiete der obern Weichsel und untern Donack öen „Hammaggid" lesen würde, so würde sie durch, die Erklärung des Rabbiners.nur desto mehr angelockt werden, weil bei ihnen die Meinung. verbreitet ist, er sei zu solchen Erklärungen durch den'Unglauben der „Deutschen" genöthigt. Wenn diese ehrlich gemeint wären, würde nicht das beste Mittel, ' die. Pilgerfahrten zir endigen,, das.sein, , daß .der Herr Rabbiner keinen Hülfe-..d.. i.' Wundersuchenden mehr annimmt? iir, Statt, dessen, .aber hat ma'wden Geschäftsgang'in letzter Zeit besser, organisirt. u - Die.' Pilger ^müssen nämlich den Inhalt -ihres Anliegens.-dem Billetausgeber :'rnittheilen und Dies "wird--dann r,weih-Rabbij-Elias.' etwas schwerhörig ijh. auf^der Einlaß-; 'karte, kurz.vermerkt. ' DerjKlient überreicht seinen Schein-und bei.den meisten -erfolgt einestereotype Antwort- oder die; Erklärung : . ,-Ich kann, inicht-helfen, nur Tefilla -thu-N:" Diese-Erklärung.,,wird den An-?schuldigungen stets - gegen!» b.ergestellt, obgleich, es das schlaueste seinmag, das? ein Wundermann erklären kannwenn er.seinen Hokuspokus ausübt. - - -, Aber welche Ueberhebung liegt in den;Worten: „Ich kann nur für .Euch Tefillah, thunwenn sie Hunderte-Male täglich wiederholt« werden! > - 'Bemerkenswerth ist, daß dem Herrn Rabbiner letzter Tage eine.der ausgestellten Sammelbüchsen mit ziemlich -- bedeutendem Inhalte gestohlen wurde. , : " . , In der „Pos^ner Zeitung"" chatein vr. W. folgende Fragen an den Grätzer Rabbiner gerichtet: , Ist es wahr, 'Herr Rabbiner, daß Siebei Gelegenheit Ihrer Audienzen, da Sie,, wie man sagt, Honorare dafür sich nicht zahlen lassen, ein hebräisches Merkchen verkaufen, das, sich sonst keines Absatzes erfreute? Ist es wahr, daß Sie Amulette, deren. Herstellungpro, Stück den Werth, von - etwa einem Silbergroschen." repräsentiren, für einen Thaler verkaufen, wobei noch eine Provision von 2V2 Sgr. für Ihren Scholar abfällt: Ist es . rein zufällig, daß - gerade Ihr Herr Schwiegersohn, Ver ein Schnittwaarengeschäft hat, die Karten zu Ihren- Audienzen außgiebt? Mn Aufschluß hierüber-; ist erwünscht, damit wenigstens Ihre Uneigennützigkeit manifestirt werde. Schließlich noch die Bemerkung, daß Wunderbares-, bei dieser Angelegenheit Dies .ist, daß - hauptsächlich , -hervorragende Collegen des Herrn Rabbiner! einem Treiben nicht energisch gegenübertrelen, Vasallen gefunden vernünftigen und religiösen Anschauungen widersprichtund dessen EonsequenM nur unheilvoll sein, können. , Hierauf folgte diese.. Antwort: „Wenn Sie Herr vr. W. recht bald in die Nothwendigkeit versetzt, werden, sowie viele Auswärtige zumeinem Herr Schwiegervater zu kommen, so werden Sie sich überzeugen, daß nicht nur meinehrwürdiger Herr Schwiegervater,, sondern auch, sogar ich als Kaufmann, trotzdem ich die -Nummern vertheile, doch mehr uneigennützen , Charakter habe, als mancher Vr. W., und werden dann auch Ihre Fragen beantwortetfinden: .Für jetzt muß ich das Gebell -über uns schon' hergehen lassen, woxan wir .schon gewöhnt sind. Sim 0 n Tarlau, Grätz." Die? Erwiderung - blieb nicht, aus. Man sieht, daß. die Grätzer Sippe auch das Verwünschen- und. Fluckenversteht» Man kanm.sich übrigens von -selbst denken, , daß auch der Unterzeichnete nicht ohne anonyme Zuschriften und Correfpondeuzkarten voller^ , Schmähungen 7-geblieben ist.- Manglaubt - ihn dadurch zum ^Stillschweigenzu -veranlassen: Dieses ^Ziel wird man njcht;:erreichen, weil ich es, wo Berufene stumm sind, es

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