Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 38 (1874)
- Issue
- Heft 10 (3.3.1874)
- Date
- 1874-03-03
- Page
- Seite 166 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Sitten: eine, stillschweigende Duldung nicht anging, die Verlobung zugestanden. .Allein nun galt es den zweiten Kampf um die — Kijumin. So hieß nämlich das Niederlassungsrecht, so; weit es den Juden gestattet, ward. Nach dem Gesetze war es. allein dem ältesten Sohne einer ansässigen Familie von selbst erlaubt, zu heirathen und ein selbstständiges Haus zu gründen. Bernhard aber hatte nie geglaubt, in seinem Berufe-dahin gelangen zu können, und deshalb. dieses Recht seinem nächstfolgenden Bruder abgetreten.^ Das war also eine verlorene Sache; denn nur in. den seltensten Fällen gewährte der Fürst aus seiner Machtvollkommenheit heraus selbiges Recht, einem anderen Sohne derselben Familie;: das hieße ja die Zahl der Juden im Lande vermehren, und man war überall der Ansicht, daß man derer schon zu viele hätte, wo man selbst nur einige wenige : zählte. In der Stadt aber, welche den Schauplatz unserer Erzählung bildet, gab es eine nach damaligen Begriffen , zahlreiche Gemeindei Daß diese es war, welche in . die mäßige Stadt einen nützlichen Verkehr brachte, und durch den Handel nach Außen, den die meisten der jüdischen Einwohner betrieben, viel Geld und damit die Nahrung vieler Einwohner hereinzog, daran dachte man nicht, oder verschloß absichtlich die Augen davor. Statt sich deutlich zu machen, was aus der Stadt ohne diese Juden werden würde, betrachtete man sie nur mit den Augen des Neides und des Mißwollens, und. beschränkte sie auf jede mögliche Weise. In die-Zünfte wurden sie nicht ausgenommen , also ein Handwerk durften sie nicht betreiben. Aber auch mit den Erzeugnissen des Handwerks, Unze Am 1. Mai v. soll in hiesiger Gemeinde die Stelle eines "P“Z Y“-a y"a . mit welcher bei freier Wohnung incl. der üblichen Nebeneinkünste ein Einkommen Von 400 Thlrn. verbunden ist, neu besetzt werden. Qualificirte Bewerber wollen sich bis zum i. April e. nrelden. Reisekosten werden nicht vergütet. Neustadt N. W., 2. Febr. I874i Der Corporations-Borstand. Inder Specialgememde Langweiler bei Aldenhoven ist die Elementar-, Religionslehrer- und Cantorstelle sofort zu besetzen. Gehalt 330 Thaler nebst freier Wohnung und Nebenverdiensten. Religiöse qualificirte Bewerber wollen ' ihre Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand franco einfenden. '? Der Vorstandöeommissar Moses Lucas. wenn sie nicht alt, also Trödel waren , durfte Niemand außer dem Handwerksmeister Handel treiben; ebensowenig mit Specereien und Colonialwaaren, denn auch dafür gab es eine Gilde. Manufactur, Trödel und Geldverborgen, letzteres zu einem hohen Zinse, war ihnen gestattet. Bernhard glaubte, daß er als Lehrer auf keine Schwierigkeiten treffen würde, und gab wohlgemuth sein Gesuch ein. Wie bitter sollte er sich getäuscht finden! Da hätte nicht der alte Kammenpräsident v. R. das Factotum des Herzogs sein müssen! Ein redlicher, strenger Verwalter, ein bejahrter, vertrockneter Minister, der jeden Morgen sein Pferd bestieg, um den Weg von seinem Hause zum Schlosse, etwa drei Minuten weit — zurückzulegen; zu Fuß war es seiner Würde zuwider, und zu Wagen war es — unmodisch für ihn. So gut, wie er dem Fürsten abgerathen, eine Brücke über den Fluß zu schlagen — eine Bedingung, um die große Heerstraße von Südwesten nach Nordosten Deutschlands durch das Land geführt zu sehen — abgerathen, weil dann, wenn ein Krieg entstünde, die Heere diesen Weg nehmen würden, und lieber Land und Stadt außer allen Verkehr und wie in ein Versteck fallen ließ: ebensogut versagte er dem jüdischen Lehrer, trotz dessen anerkannter Capacität, das Niederlassungsrecht, denn, meinte er, heute Lehrer, morgen doch ein Trödler — und deren hätte man schon genug! Der sonst aufgeklärte Fürst gab in Verwaltungssachen seinem alten Rathgeber immer nach. Welche Trauer in dem Herzen der beiden Verlobten. / (Fortsetzung folgt.) i g e n. Die Stelle eines Religionslehrers, Vor befer s und Schächters ist in hiesiger Gemeinde sofort zu besetzen. Der Gehalt ist auf 200 Thaler eoccl. und auf 300 Thaler inet, Beköstigung fixirt. Ausser den Schachtgebühren werden noch iS Thlr fürs Vor beten während der hohen Feiertage vergütet Bewerber belieben sich baldigst zu wenden an den Vorstand der israelit. Gemeinde zu Boebel in Mecklenburg. Burgdorf bei Hannover. Die Stelle eines Lehrers, Vorbeters u. Schächters bei hiesiger Synagogengemeinde mit einem Gehalt und Schächtgebühren von 350 Thlrn. außer einigen Accidentien ist in nächster Zeit zu besetzen. . _:i. ■;1. . Bewerber, unverheirathet, wollen sich in portofreien Schreiben an Unterzeichneten Vorstand wenden. Reisekosten werden nicht vergütete - - - - i-1,; ’;; Leffman Meyer. Ein Lehrer, 22 Jahre alt, wünscht aus dem Amte zu treten und sucht Stelle, als Volontair in einem größeren Geschäfte. Auskunft ertheilt A Steknweg> Lehrer in Rheda, Westphaken.