Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 50 (9.12.1873)
- Date
- 1873-12-09
- Page
- Seite 829 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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829 feine Hauptstation der berüchtigte Waldkrug sei. Dahin richteten sie ihre Schritte; mit welchem Erfolge, haben wir gesehen. Als der Gerichtsrath den genauen Bericht der Gensdarmen vernommen hatte, und warum sie auch den Wirth des Waldkruges arretirt und in's Gefängnis; abgeliefert hatten, lief ein Lächeln über sein ernstes Angesicht. Abermals belehrten ihn die alten Acten, daß dieser Knorring es war, durch welchen Fischer seine Anwesenheit in N. während der Vormittagsstunden jenes Tages hatte erweisen wollen, und welche Muhe Feuer wiederum sich gab, dem Assessor K. seine eigene Anwesenheit in 9k. zu erhärten. Wie? sagte er zu sich selbst, sollte sich hiermit der dritte Vogel selbst im Netze gefangen haben, der uns bis jetzt noch gänzlich fehlte? Denn, da es sicher ist, daß der Unglückliche unter den Händen zweier Mörder den Tod gesunden, Feitel aber unzweifelhaft aus der Mortstelle nicht anwesend war: so muß ein Dritter der Gehülfe dieses Fischer gewesen sein. Fürwahr, fügte er hinzu, die Vorsehung hat in merkwürdiger Weise Alle, welche mit dieser That in einer Beziehung standen , die dreißig langen Fahre am Leben erhalten — vielleicht, um sie jetzt für ihren Frevel büßen zu lassen! (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. „Mir erging es," sagte Heinrich Heine im Frühjahr 1858 zu einer Besucherin, „wie einem verarmten Manne, der Alles verloren und den Hungertod vor Augen hat, als er unerwartet in einem vergessenen, unbeachteten Schubsache eines Geldschrankes noch eine Million entdeckt. So war ich durch den Verlust des unschätzbarsten Gutes, der Gesundheit, bankerott geworden an allem irdischen Gluck; da fand ich in meinem Herzen einen stillen Drt, wo der Schatz der Religion bis dahin unbeachtet geruht halte; ich bin dadurch vor dem Verschmachten gerettet worden." Der wiederholten Leetüre der Bibel, aus welcher der Kranke sich fast täglich den einen oder anderen Abschnitt vorlesen ließ, und deren poetische Schönheiten er von jeher bewiindert halte, schrieb er einen großen Einfluß aus seine religiöse Umwandlung zu. „Tie Bibel," sagte er, „hat das religiöse Gefühl wieder in rnir erweckt, und diese Wiedergeburt des religiösen Gefühls genügte dem Dichter, der vielleicht weit leichter, als andere Sterbliche der positiven Glanbensdogmen entbehren kann. Er hat die Gnade, und feinem Geist erschließt sich die Symbolik des Himmels und der Erde, er bedarf dazu keines Kirchenschlü sselS." Bon Ferusalem wird einmal wieder ein Schreiben versande. worin vor einem gewissen Sank Benjamin Eohen, einem Betrüger, gewarnt wird, der bereits jahrelang als „Sendbote" in Europa umherziehl, Gelder sammelt'ulid in seine Tasche steckt! Fn Chicago waltet ein eigener Unstern. Die 1871 nach dem furchtbaren Brande wiedererbaute Synagoge 9iödes Schalom wllrde am 22. Mai ('innen zehn Minuten durch einen schrecklichen Sturm zerstört. Die Gemeinde hat zwar bereits wieder ein Capital gesammelt, um sie abermals zu ballen.; aber es genügt nicht, und sie sucht deshalb Unterstützung bei ihren Glaubensgenossen. «Ein jüdischer H ll s a r c n v e t e r a n. 1 Aus Großwardein wird geschrieben: In unserer Stadt lebt ein alter Bettler, der sein neunzigstes Lebensjahr bereits überschritten hat. und jetzt zitternd, gekrümmt, aus .Krücken von Haus zu Haus sich schleppt, um von barmherzigen Menschen ein Almosen zu erbetteln. Diesel- Bettler war im Fahre '.795 ein 21-jähriger junger Mann, und wurde in ein Hnsarenregiinent eiugereiht. Er hat drei Eapitnlationeil ausgedient und gehörte stets zu den Tapfer», wovon einige Tapferkeitsmedaillen Zeugnis: ablege». Er machte zu Anfang dieses Fahrhunderts auch die großen Schlachten bei Leipzig und Waterloo gegeu Napoleon!. mit. Seit damals hat Vieles sich verändert, ans dem schönen Husaren wurde ein alter Bettler, für den man jetzt milde Gaben sammelt. Der alte Hnsarenveterall ist ein Jude. U u z e i g e u. Bttrgdorf bei Hannover. \ Lehrer gesucbt. Tie hiesige Synagogengemeinde wünscht mit dem -1. März! Die Elementarlehrer- und Eautorstelle bei der hiesigen isk. I., allem'alls auch etwas später einen unverheiratheten Lehrer,' raclirischen Gemeinde ist zu Neujahr 187 1 zu besetzen.' Gehalt der zugleich guter Vorbeter und Schächter sein nrust, zu enga- Thlr. mw mindestens 5m Thlr. Nebeueiukommen. giren. Gehalt und Schächtergebühren mindestens 85u Thaler , _ C.iuli|uiite, unverheiralhete Bewerber belieben sich unter außer scustigeu Acciteutien. Bewerber wollen sich in portofreien Einsendung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand z» Briefen beim Unterzeichneten Vorstand melden. Reisekosten werwenden. den nicht vergütet. Bornheim bei Bonn, den 17. November 1878. Lesfman Meyer. Der Vorstand der Synagogen Gemcinde.