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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-11-25 · Heft 48 (25.11.1873) · p. Seite 786

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 48 (25.11.1873)
Date
1873-11-25
Page
Seite 786 (sequence 6)
Language
German
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Steinhardt bestehendes Comilü entsendet, welches bezüglich der Art und Weise der Anschaffung einer Stammbibliothek, und der hiermit verbundenen Kostenhöhe Vorschläge zu unterbreiten haben wird. Herr Daniel Pillitz erstattet Bericht im Namen der Fachsubcommisffon, auf Grund dessen beschlossen wird: 1. Auf die Einzelheiten des von dem durch den Congreß entsendeten Comitü ausgearbeitcten Organisatiens- und Lehrplanes geht die Commission zur Zeit nicht ein.' Die endgültige Fassung wird erst in Einvernehmen mit dem zu ernennenden Lehrkörper festgestellt werden. 2. Beim Jnslebentreten der Rabbinerbildungsanstalt wird der erste Jahrgang der unteren, (auch die Lehrgegenstände des Untergymnasiums umfassenden), und der erste Jahrgang der oberen Abtheilung gleichzeitig eröffnet werden. 3. Sollte sich die sofortige Ernennung eines Dircctors als unthunlich Herausstellen, wird der Lehrkörper in Einvcrständniß mir der Fachcommisston einen aus seiner Mitte mit der Oberleitung der Anstalt betrauen, und wird diese Wahl alljährlich zu erneuen sein. 4. In Bezug auf die Acquirirung rer Lehrkräfte wird der Modus der Berufung mit Umgehung einer Concursqnsschreibung angenommen. Tie Mitglieder der Commission werden beauftragt, sich mit entsprechenden Lehrkräften in Verbindung zu setzen, und die Resultate ihrer Nachforschungen an Herrn Martin Schweiger, Präses der israel. Landescanzlei (Pest, .4 Kronengasse Nr. 11), zu leiten, an welchen auch eventuelle direcle Anträge zu adressiren sind. Ein aus den Herren Samuel Deutsch, Nr. Ignatz Hirschler, Daniel Pillitz, ])r. Heinrich Pollak uno Bernhard Stern bestehendes engeres Eouriö wird beauftragt, die diesbezüglichen Einläufe zu sichten, und der spätestens Ende Dccembcr wieder zusammentretenden Gesammteoumrission zur weiteren Verhandlung, beziehungsweise zur Vornahme der desinitiven Wahl vorzulegen. Die Commission spricht die Hoffnung ans, dass die Presse durch Aufnahme der Sitzungsberichte zur Verbreitung der gefaßten Beschlüsse freund!ichst beitragen, und es so Jedem, der sich für die zn errichtende Anstalt iutercssirt, ermöglichen werde, nach Kräften zu fördern. Ten Verfassern des Organisalions- und Lehrplanes wird der Dank votirt, ferner dem Herrn Martin Schweiger, Präsidenten der Landescanzlei, wird für ressen vielfache Bemühungen im Interesse der vaterländischen Juden heil der Dank protokollarisch anSgedrüclt. Mit der Autentisicirung des Protokolles werden die Herren Hermann Neuwelt und Bernhard Stern betraut, womit die Tagesordnung erschöpft erscheint, und demzufolge der Präses die erste Sitzungsperiode der Commission für geschloffen erklärt. Nachbemerkung der Redaetion. - Gemäß der Pflicht des Publicisten gestatten wir uns zu obigen Beschlüssen einige unmaßgebliche Bemerkungen. 1. Dass man zunächst den ersten Jahrgang der unteren und den ersten der oberen Abtheilung Herstellen will, muß seinen Grund darin haben, daß man voraussetzt, nur Schüler zu finden, welche für die höheren Jahrgänge noch nicht reif sind, oder es überhaiipt vorzieht, sich die rechten Schüler ganz und gar selbst zu erziehen. Für die obere Abtheilung halten wir Dies für sehr zweckmässig. Hinsichtlich der unteren Abtheilung glauben wir aber, daß sich immerhin Schüler vorsinden möchten, welche, von höheren Jahrgängen anderer Gymnasien abgehen und in das neue Institut übertreten werden, oder sonst für einen höheren Jahrgang der unteren Abtheilung sich bereits vorbereitet haben, um das neue Institut zu besuchen. Es könnte deshalb der Fall sein, dass man sich bei Beschränklmg auf den ersten Jahrgang der unteren Abtheilung ein bedeutendes Schülermaterial entzieht, was wiederum die Wirksamkeit der ganzen Anstalt sehr verzögern würde. Wir meinen daher, daß man sich vorbereiten müsse, sofort mehrere Jahrgänge der unteren Abtheilung in's Leben treten zu lassen, um Dies sofort erwirken zu können, wenn sich eine genügende Anzahl für diese reifer Schüler melden sollte. 2. Hinsichtlich des Auffindens und Bernsens geeigneter Lehrkräfte scheint unö der eingeschlagene Weg doch nicht ganz zu genügen. Da man zunächst nur die beiden ersten Jahrgänge der beiden Abtheilungen, und zwar die untersten, in's Leben rufen will, kann man nicht die Lehrer für alle zehn Jahrgänge berufen wollen; da wäre es doch nothwendig, sich zuvor über die Qualitäten derjenigen Lehrer, welche man zunächst berufen will, klar zu machen, und diese festzustellen, damit sich nicht Männer melden, oder solchen Anträge gestellt werden, die für diese ersten Jahrgänge nicht geeignet sind. Man muß die Gegenstände feststetten, in welchen diese zuerst anzustellenden Lehrer zu unterrichten haben, und Dies bekanntgeben, damit sich nur Personen melden, welche für diese Gegenstände geeignet sind, — sonst wird man sich gerade in dieser wichtigsten Frage im Dunkel bewegen.

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