Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-11-18 · Heft 47 (18.11.1873) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 47 (18.11.1873)
Date
1873-11-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3226906-3226954--32122-3255078
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

* Allgemeine Ein uilpartcüsches Organ für alles Mische Interesse. HerauSgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippsün in Boiln. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In redactionellcn Anaelegrnheilen wende man sich -in C. Pl-jljppson in iBniu; dinsichllich des BcMjis und der Irvcralca» Oauiiuirirlnkr-'s ünMandlnny ine'ciy;iZ. 3nrrrn’tr, welcheb:S voilaer,- tag ciiijicbcn. ftuten infccctar.uiffelgen» dni ’Jhunmct BeriielsichligunL. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bis Bogen. Preis Bicrleliährig 1 Thlr. Inserate werden »nit 2 Ngr. für die Pelilgeilc oder deren itfaitm berechnet. SUte Buchbandtungen, Postämter und Zcitungö - Expeditionen nehmen Bcstetlunge» an. 37* Jahrgang. Leipzig, den 18. November 1873. JV? 47. Inhalt. Leitende Artikel:' lieber die jüdische Kanzelberedtsainkeit. U. — Noch einmal die Semiten. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bonn, Königsberg. Bremen, Trier, Stargard (Pommern), Wiesbaden. — O estcrreichiscb-ungarische Mo-- narch ie: Wien, Pest, Droholyc;. — R nmäni en: Bukarest. — Asien: Brussa. — Feuilleton: Der Zudentcich. VI. «fettende (ftthfief. Bonn, den 12. November. lieber die jüdische Äanjelberedtsamkeit. 11. Es steht also fest, das; unter den gegebenen Umstünden das Bedürfnis; der Predigt, so dringend cs zu pflegen ist, durch stndirte Prediger in den jüdischen Gemeinden Preußens und Deutschlands überhaupt nur in einem geringen Maße befriedigt, zu werden vermag. Weder die Zahl der ftubitten jüdischen Theologen, noch die Mittel der Gemeinden reichen dazu ans. Dahingegen ist es ein nicht minder gewichtiges Bedürfniß, daß die Männer, also hier die Religionslehrer, welche die Kanzel besteigen, eine genügende Ausbildung sich erwerben, um die Predigt angemessen und wirksam halten zu können, damit sie auch fernerhin dem hohen Zwecke entsprechen, und nicht in Mißachtung verfallen möge. Hierbei macht die Größe der Gemeinde, die Menge der Zuhörer Nichts aus, ja, nicht einmal der Bildungsstand einer Gemeinde. Denn ob viele oder wenige, die Zuhörer wollen durch den Redner befriedigt sein; und wenn cs notwendig ist, daß der Redner sich nach dem allgemeinen Bildungsgrade seiner Zuhörerschaft richte, so hat er doch die Aufgabe, dieselbe weiter zu bilden, und auch der ungebildete Zuhörer wird nicht durch Nachlässigkeit und Berstandeswidrigkeit angesprochen. Was wäre wohl hier zu thun? Wir trugen uns immer mit einem Gedanken, den zur Ausführung zu bringen, wir niemals die erforderliche Muße fanden. Wir sprechen ihn daher hier auS mit dem Wunsche, daß vielleicht ein jüngerer tüchtiger und begabter College denselben erfasse und verwirkliche. Wir meinen nämlich, cs sei für den Zweck, den wir hier besprechen, von hoher Wichtigkeit, das; eine homiletische Schule in Deutschland gegründet werde. Es gilt hierbei keine großartige Anstalt; denn wenigstens zmn Anfang gehört nur ein einziger ausgezeichneter Lehrer hierzu. Es bedarf also bedeutender Mittel gar nicht. Der Zufluß von Schülern würde deshalb ein bedeutender sein können, weil viele Lehrer sich einsinden würden, welche bereits einige Jahre fungirt, und sich die Mittel erworben hätten, elue Zeit lang diese Anstalt besuchen zu können. Diese homiletische Schule würde sich mit einem einjährigen Cnrsus, für gut vorbereitete und begabte Schüler schon mit einem halbjährigen Cursus begnügen können; cs hinge Ties allerdings auch von der Zahl Derer, die sie besuchen würden, ab. Tenn es käme darauf an, daß jeder Zögling eine nicht geringe Anfrnerksamkeit Seitens deö Lehrers genösse. Die T Helligkeit der Anslall würde theils eine theoretische, theilS eine praktische sein. Tie erstere hätte eine Anleitung über die Aeredtsamkeit und die Homiletik überhaupt, und über die jüdische Homiletik insbesondere zu geben. Hinsichtlich der letzteren wäre der Stoff nnv die Form zu behandeln, womit sich die Geschichte der jüdischen Ho-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.