Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 45 (4.11.1873)
- Date
- 1873-11-04
- Page
- Seite 743 (sequence 13)
- Language
- German
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743 der sie ihre Einwilligung zur Bewerbung ihres vermögenden Sohnes um das mittellose Mädchen gegeben hatte. Denn Sara's Eltern waren arm, und Leeser unter füllte sie reichliär, früher, ohne daß sie es wußten. Das Mädchen war vor ihren Augen ausgewachsen, und frühzeitig schenkte Leeser der immer schöner erblühenden Sara seine Zuneigung. Aber er hatte diese lange Zeit verschwiegen, weil er erst einen gewissen Wohlstand erwerben, und vor Allem die Zukunft seiner Eltern sichern wollte. Erst seit einem Jahre habe er seine Wünsche dem Mädchen unzweideutig zu erkennen gegeben. Er war so einfach in seinerganzen Art, und ging stets den offenen und geraden Weg. Da fand er aber einen Mitbewerber im Ascher Feitel. Es versteht sich, daß die Mutter diesem weniger Gerechtigkeit widerfahren ließ, als ihrem Sohne. Er war hartherzig und geizig, während ihr Sohn sparsam und freigebig war. Dennoch habe Leeser verschmäht, irgend welche Kunstgriffe anznweuden, und anders als durch seine Person die riebe Sara's zu gewinnen. Der Feitel habe nicht so verfahren, und sei ihrem Sohne feindselig entgegengetreten. Lange habe Sara geschwankt. Endlich vor ungefähr vier Wochen habe sie sich entschieden. Sie hätte eine Uhrkette aus ihrem Haar geflochten, und als die beiden Nebenbuhler aus Entscheidung drangen, habe Sara die Uhrkette ihrem Sohne überreicht. Sara habe nachher gestanden, daß sie ihr Herz längst dem Leeser geschenkt, aber ihre Mutter habe die Entscheidung so lange wie möglich hinansgeschoben, um von beiden Bewerbern Nutzen zu ziehen. Das wäre eine nichtsnutzige Person, die aus diese Weise dem armen Leeser viele Stunden des Kummers und des Aergers bereitet habe. Feitel wäre außer sich gewesen, habe Sara mit Verwürfen, Leeser mit Schimpfworten und Drohungen überhäuft, und wer wisse, ob es nicht jetzt der Fluch Feitel's gewesen, der an ihrem Sohne in Erfüllung gegangen! Sic könne auch die Sara gar nicht mehr vor Augen sehen, obschon sie sich immer gut gegen sie benommen, und eine brave Schnur zu werden versprochen hätte. Ter Assessor wußte jetzt genug, und wollte die Mutter in ihren Bermuthungen und Anschnltigungen nicht weiter gehen lassen. Er entfernte sich. Er wußte jetzt genug, - um eben dennoch den sicheren Weg noch nicht unter seinen Füßen zu wissen. Es breiteten sich zwei Pfade vor ihm aus: auf welchem wurde sich ihm Etwas ergeben? (Fortsetzung folgt.) Unze Mit dem k. Januar k. I. ist bei hiesiger Synagogen-Gemeinde die Stelle eines zweiten Cautorb, welcher auch die Functionen eines ersten Schächters hai,^mil einem jährlichen Gehalt von 700 Thlrn. zu besetzen. S.ualisicirte Bewerber, welche musikalische Bildung und - Befähigung zur Leitung eines Chores besitzen und Vru sein müssen, haben bis zum I. November d. I. ihre Bewerbungen nebst beglaubigter Abschrift ihrer Zeugnisse, sowie eines Curriculum vLne an den Unterzeichneten Vorstand einzusenden. Benthcn O/S., im October 1573. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Mit dem 1. Januar k. I. ist die Stelle eines Hülfsschächterö bei hiesiger Synagogen-Gemeinde mit einem monatlichen Gehalt von 20 Thlrn. zu besetzen. Sualisicirte Bewerber, welche im Chor Mitwirken können, wellen ihre Tssene nebst Abschrift ihrer Zeugnisse bis zum 1. November c. an den Unterzeichneten Vorstand einsenten. Beuthen D/S., im Oclobcr 1873. Der Vorstand der Synagogettgemeittde. welcher junge Kna ben für die Tertin eines GymnufiumS vorbereiten und hebräischen Unterricht ertbeilen kann, wird bei freier Station und einem Gehalt von 200 Tkatern gesucht durch ts a a c (* i* ft it s b e rg in Slrzalkowo, Prov. P osen. i fl e ti. C'ant<>r-Gi>sii<*li. In der hiesigen isr. Gemeinde ist die Stelle eines ersten Cantors zu besetzen; Hewcrber, welche mit einer schönen Stimme begabt, musikalisch gebildet und befähigt sind, bei einem nach dem Mannheimer Kilus statt linde irden Gottesdienste zu fungiren und in Verhinderungsfällen des Dirigenten den Gesangsehor zu leiten, wollen sieh unter Vorlegung ihrer Zeugnisse über I?efiihigung u. religiös-sittlichen Lebenswandel binnen 4 Wochen an den Unterzeichneten wenden. Karlsruhe, den 10. Octoher 1573.] Der 8 y n a g o g e n r a t li . 1. ttivtvfeM._ Dir stelle eines geprüften sttligionslebrers itnö Dorbeters il't sofort besetzen. töfijnll lad Clsir. Für die LchöchteroebuHre» werben «iill'rerdeiii 100 Tljlr. gimiiitirt. Fleldittlyeil nimmt der Niiter-eichnett entgegen. Dirken selb, den La. (Offober Um tut uv! (*offf sc ft m / ft t. Die Hiesige NeligionsleHrcr-, Vorderern. Schächterstelle soll sofort besetzt werden. Gehalt 2"0 Thlr. und :«« Thlr. für Wohnung. Wolmirstcdt ,Reg.-Bez. Magdeburg,. Der Bor st and. H. Marcuse. Lehrlings-Gesuch. Ein junger Mann sinret unter günstigen Bedingungen in meinem Metzgergeschäst eine Stelle. S. Jkenberg, Vlotho.