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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-10-14 · Heft 42 (14.10.1873) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 42 (14.10.1873)
Date
1873-10-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Ein Mlpllrtciislhcs Orgim für nllcs jüdische Interesse. Herausgegeben von - Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou tu Beim. Verlag von Baumgärtncc'6 Buchhandlnttg in Vcipjig. In rebacticiictlcn Angelegenheiten wende iiwix sich litt l*r. v. Pnilippso» in Bonn; dinstchllich dcS Bezugs und der Iincratcan üaumiiärlner'» t'-nchtinndlonz inLcipzig. Insrräle, welche bis vonnrrilag ciiigehen, finden indertaraufsolgen» den iJZmumcr Äerücksichligung. Diese Zeitung erscheint wöchentlich cinmnl in 2 bis */2 Bogen. Preis Bicrtcliährig t Thlr. Inserate werden »nt 2 Vgr. für die Pclitzcile oder deren rNaum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestell »ngrn an. 37. Jahrgang. Leipzig, den 14. Oktober 1873. JYf 42. 2nhaU. Leitende Artikel: Die Wahlbcwcgung für das preußische Abgeordnetenhaus und den deutschen Reichstag. - Aus Franlrcich. — WaS ist das Ziel? — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Grad. Äreslau. Parckini «Mecklenburgs, Königsberg, Berlin. Oesterr c: ch is ch - u n g a ri ich e M o n a r ch i e: Wien. Prag, Krakau. Fra n t r e i ch: Paris. —Großbritannien: London. — Serbien: Paris. - Rumänien: Bukarest. Rußland: Warschau. — Brasilini:. 9tio de Janeiro. — Feuilleton: Der Jndentcich. H. — Vermischtes. Sedeude GLxidxeU. Bonn, den S. October. Zur tt)n(jlbnuegung für das preußische Abgeordnetenhaus und den deutschen Neichstag. Es wäre eine sehr überflüssige Mühe oder, wie man zu sagen pflegt, Eulen nach Athen bringen, wenn man unsere Glaubensgenossen anssordern und ermahnen wollte, bei den nächsten Wahlen überall für die liberale Partei zu stimmen. Was wir besitzen in unseren Rcchtsznständen haben wir der Entwickelung des liberalen Sinnes, rer Herrschaft der liberalen Grundsätze, mit einem Worte der liberalen Partei zu danken. Wenn wir uns diese Rcchtszustände erhalten und sie noch gebessert sehen wollen, — eS um st dies noch in mancherlei Punkten geschehen, — so können wir eö nur von der liberalen Partei erwarten. Glücklicherweise bat dies nichts Separatistisches an sich, denn da, wie wir schon oft erwiesen haben, die Grundanschauungen unserer Religion mit den liberalen Grundsätzen übereinstilumen: so vermögen wir auch das Heil des Vaterlandes nur in den letzter« zu erblicken. Je bedeutsamer nun die Zeit ist, je heftiger der innere Kampf entbrannt ist, je größer die Gefahren, die bedrohlich über dem Welttheil, dem deutschen Reiche und Preußen schweben, desto nachdrücklicher ist es unsere Pflicht,,uns Mann für Mann an den Wahlen zu betheiligen und zwar für die Eandidaten der liberalen Pattei. Es kommt hierbei nicht darauf an, welche Partei die meiste Aussicht habe, ihren Eandidaten durchzusetzen. Es ist die ganz persönliche Pflicht jedes Bürgers, seine Stimme abzugeben. Siegt seine Partei, so kommt es darauf an, die Majorität recht groß erscheinen zu lassen, im Gegensatte ist cs von 'Wichtigkeit, die Minorität so groß wie möglich zn constalircn. Wie gesagt, alles dies anszusprechen, wäre überflüssig, wenn wir nicht doch einen Wunsch hinzuzufügen hätten. Seit dem Tode des Abgeordneten Dr. Ko s ch haben .wir weder im Abgeordnetenhanse noch im Reichstage einen Vertreter, der sowohl die jütischen Zustände kennt, als auch ihrer mit Entschiedenheit sich anniulmt. Es hat sich dies schon mehrere Male sehr fühlbar gemacht. In diesem Augenblicke ist dies von großer Wichtigkeit. Man hat sich vorgesetzt, das Iutenlhum zum Versuchsfelke für die radikalen Grundsätze zu machen, die man, oder weil man sie an anderen Eonfessionen nicht verwirklichen kann. Die jüdische Gemeinte soll jedes gesetzliche Bant verlieren, d. h. der Auslösung überlassen werden, während man;. B. rer evangelischen .Kirche eine Synodalu. s. w. Verfassung geben will, die nichts weniger als den liberalen Grundsätzen entspricht; die jüdische Schute soll konfessionslos d. h. beseitigt werden, während die preußische Volksschule im strengsten Maße konfessionell ist, und das liberale Unterrichlsgesetz nocklange wird aus sich warten lassen, und Anderes mehr. Daß ein warmer Vertreter des Inrenthums, wenigstens einer, im Abgeordnetenhause und im Reichstage vorhanden sei, ist daher dringend

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