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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-09-16 · Heft 38 (16.9.1873) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 38 (16.9.1873)
Date
1873-09-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 viS 2>/2 Bogen. Preis Bierteliähria l Thlr. Inserate werden init 2 Ngr. für die Petilzcile oder deren rliaum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZcitungS - Expeditionen nehmen Bestellungen an. Heransgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig pljtlippfoit in Bonn. Verlag von Baumgärtucr'S Buchhandlung in Leipzig. In redactionellcn Anaclegenhcite» wende man sich onI>r. C. Pyilippsoa in Bonn; dinsichllich dcS Dc;ugS und der Imcrate an Laumgärtner'» Sachknudlang ini!eip;ig. Iusirälr, welche bis vonner»- tag cingehen. finden inder rarauffolgenden Nummer Berücksichtigung. 37. Jahrgang. Leipzig, den 16. September 1873. J\? 38; Inhalt. Leitende Artikel: Die „neue evangelische Kirchenzcitung". — Zwei Jrrtbümer. N. — Literarischer Wochenbericht: Potsdam. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Düsseldorf, Bonn, Berlin, ließen. — Ocste rreichisch-uugarilche Monarchie: Aus Galizien, Aus Ungarn. — Frankreich: Paris. — Holland: Amsterdam. — Ruinänicn: Bukarest. — Rußla 11 d Warschau. — Feuilleton: Betrachtungen zu den hohen Festen. I. — Bermischtes. teilende GLxbhÄ. Bonn, 10. September. Die „Neue Evangelische kirchenzcitung". Unter obigem Titel erscheint seit vierzehn Jahren eine Zeitschrift, deren Haltung zur evangelischen Kirche uns hier nicht weiter interessirt. In der protestantischen Kirche gehen die Richtungen so vielfach auseinander, und gab und gieöt es so verschiedenartige Nuancen, das; man jeder kirchlichen Zeitschrift einen besonderen Charakter schon Zutrauen kann. In Nr. 33 und 31 dieses Jahrgangs wird als Leitartikel „eine Umschau im Indenthume" gegeben, die einen Augenblick unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen mag. Der Verfasser, das heben wir von vorn herein hervor, schreibt durchaus nicht im gehässigen Sinne, und wir sind weit davon entfernt, jeder Kundgebung über Inden und Illdenthum deshalb eine feindselige Tendenz zuzufchreiben, weil wir mit ihr nicht ganz übereinstimmen können. Lernen wir doch selbst von unseren Gegnern wohl die Schwächen kennen, die an uns haften, um wie viel mehr von Denen, welche sich einer gewissen Dbjectivität zu befleißigen scheinen. Auch zeichnet der Verfasser seine Linien nicht auS der Phantasie, sondern stützt sich auf Stetten aus den jüdischen Zeitschriften, wozu er hauptsächlich diese Zeitung, ihre Leitartikel und Correspondenzen benutzt. Allein hier ttessen wir gleich auf zwei Mißstände, die uns argwöhnisch machen. Das Herausrcißen von Stellen aus ihrem Zusammenhänge ist eine sehr bequeme Art, Folgerungen daraus zu ziehen, die weit über die Wahrheit hinausgehen. Hierzu kommt dann die Neigung zu übertreiben, um die Schatten recht dunkel zu malen. Hier einige Beispiele der letzteren Art. S. 515 heißt cs: „DaS neue Buch von Strauß hat in jüdischen Blättern und Broschüren (z. B. von Philippson» ein wahres Triumphgeschrei erweckt, auf wie schwachen Füßen daS Christenthum, und auf wie sicheren das Judenthnm stehe. Die Kirche, heißt es, fühle es bereits auch, und eben daher bekämpfe sie die Synagoge." Da der Berf. sich auf unsere Schrift gegen Strauß*» beruft, so müssen wir geradezu sagen, daß er sich einer Unwahrheit schuldig macht, und wir fordern ihn hiermit auf, uns eine einzige Stelle in dieser Schrift nach;»- weisen, welche einem „Triumphgeschrei" gleich käme, oder nur eine feindselige Gesinnung gegen das Christenthmn ausspräche! Gerade das Gegentheil; man lese z. B. S. 1" fs., wo wir Strauß seine mangelhafte Vorstellung und Würdigung deS geschichtlichen Christenthmns vorwerfen. Ebenso unwahr ist es, daß wir meinen, die Kirche, weil sie sich auf schwachen Füßen fühle, bekämpfe die Synagoge. Meint denn der Verfasser, daß wir so unwissend in der Geschichte wären, um uns nicht zu erinnern, daß die Synagoge von der Kirche von der Letzteren Beginn an durch alle Zeiten bekämpft worden, und sie, als sie sich am Stärksten fühlte, am Härtesten die Hand auf die Synagoge legte? *» Gegen David Friedrich Strauß. Berlin, IS73, Gerschel. *

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