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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-08-19 · Heft 34 (19.8.1873) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 34 (19.8.1873)
Date
1873-08-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Ein ml-arteiischcs Organ für alles jüdische Interesse. Heraus gegeben von Rabbiner Di-. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Vanmgärtncr'S Buchhandlung in Leipzig. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bis -ll> Bogen. Preis Vierte!,ährig t THIr." Inserate werden mit Z Ngr. i'iir die Pcliizcile oder deren Niaum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeilungs - Expeditionen nehmen Bcstcllnngcn an. Sn redaktionellen Angelegenheiten wende man sich an l>r. £. JJhilipyfon in Bonn; hinsichtlich des Bezugs und der Sn'cratean oaumgartnrr's üllchdandlong indcipzig. Znserale, welchebiS vonuer»- tag cingehcn, finden in der darauffolgenden Nummer Berücksichtigung. 37. Jahrgang. Leipzig, den ,9. August 1873. 34. 3n!jrtl{. leitende Artikel: Die Lehre vom Zweck. III. — Aus Rußland. —Literarischer Wochenbericht: Vom Rheins — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Göttingen, Leer. — Oestreichisch-nngarische Monarchie: Pest, Wachen/Von der bölunischcn Grenze, Ans Ostgatizicn, Lemberg. — Rumänien: Bottuschan. — Feuilleton: Eine Äriegöscene nnd ihre Folgen.il. lFortsctzuugl. Bon n, l.'i. August. Oie Lehre vom Zweck. III. Dieser Lehre vom Zweck und der Zweckmäßigkeit in der Statur wie im menschlichen Handeln trat Spinoza entgegen, und leugnete das Vorhandensein des Zweckes in Beiden. Diese Lellgnung des Zweckes ist eine wesentliche Grundlage seines ganzen Systems, und wir können ebenso sagen, daß dieses eine Folgerung ans rer Leugnung des Zweckes gewesen, wie auch, daß er aus seinem Systeme heraus gezwungen war, das Vorhandensein res Zweckes zu leugnen. Die Einwirkung des Spinozismnö war nur ist aber bei dem einen Theile bewußt, bei dem anderen unbewußt, so. groß, daß eine nähere Prüfung nicht ohne Interesse und Wichtigkeit ist. Wir bemerken nur, daß wir, durch den engen Nahmen deS uns für solchen Zweck vergönnten Raumes genöthigt, unS nur mit der Hauptfrage beschäfiigeil und eine Menge kleben fragen übergehen wollen, welche vorn philosophischen Gesichtspunkte auS nicht zu umgehen wären, und daß wir uns hierbei der Klarheit und leichten Vcrständlichkeit bemühen werden. Wir beschäftigen uns zuerst mit dem menschlichen Handeln, besonders weit Spinoza sich hierüber mit tieferem Sinne ausspricht, während er sich bei der Behandlung des Zweckes in der Natur mit oberflächlicher Betrachtung begnügt hat. Seine Meinung ist nun, daß der Zweckbegriff und alle Erklärungen aus dem Zwecke heraus menschliche Ersindungen seien. Man verwechsele dabei Zweck und- Ursache, und begnüge sich mit der Aufstellung eines Zweckes — statt der Erforschung der Ursachen. Einen Zweck (causa finalis) gebe es gar nicht, sondern nur eine Ursache (causa cfliciens), die immer wieder eine Ursache habe, nach der man aber nun nicht weiter forsche. Was man im menschlichen Handeln als Zweck angebe, sei nichts anderes als ein Begehren (nWetitus), ein Wille (voluntas), welche beide er hier nicht unterscheidet. Er sagt: „Alle Menschen werden unkundig der Ursachen der Tinge geboren, und Alle haben ein Verlangen, das, waö ihnen nützlich ist, zu erstreben, und sind sich dessen bewußt. Sie sind also wohl ihrer Willensacte und ihres Begehrens bewußt, aber an die Ursachen, von denen sie dazu bestimmt werden, etwas zu begehren und zu wollen, denken sie nicht im Entferntesten, weil sie derselben unkundig sind. Daher geschieht es, daß sie immer nur die Zwecke des Geschehenen kennen zu kernen streben, und wenn sie dieselben gehört haben, sich beruhigen, nämlich weil sie keinen Anlaß haben, weiter zu zweifeln." — Er will daher unter Zweck, wegen dessen wir Etwas thnn, nur ein Begehren verstehen, welches die nächste Ursache unseres. Handelns sei, und dessen weiteren Ursachen wir nicht nachferschcn. Er sagt: „WaS Zweck genannt wird, ist nichts, als das menschliche Begehren selbst, so fern es aufgesaßt wird alö die erste Ursache eines Tinges." Er erläutert diese Tesinition durch folgendes Beispiel: „Wenn wir sagen, daß daS Wohnen der Zwöck

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