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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-08-12 · Heft 33 (12.8.1873) · p. Seite 543

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 33 (12.8.1873)
Date
1873-08-12
Page
Seite 543 (sequence 13)
Language
German
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543 „Freilich, ohne meine Freiheit wiederznerhalten, wonach ich' den, noch dazu, wenn er daran gewöhnt ist, zur bestimmten Zeit auch gar nicht verlangte," warf der Mann ein. den besprochenen Garten heimzusuchen. Doch ich will ihn nicht -Die Frau fuhr fort: „Ich bin aus Lothringen, und zwar.verläumden; wenn eS im Geschäft viel zu thun giebt, bleibt er aus dem guten Theile, der meinem armen Frankreich verblieben ( gern zu Häufe. Heute aber ist ein stiller Tag." ist. Doch ich sehe wohl, mein guter Moritz sehnt sich danach, j Ich ging etwas rasch zur Lademhüre hinaus, um dem jun- Ihnen seine Geschichte zu erzählen, und da gerade die Zeit seines! gen Paare Zeit zu lasten, einen zärtlichen Abschiedstuß auSzu- Frühschoppens nahe ist, so will ich das Gitter seines Käfigs tauschen; dann folgte mir der Mann, führte mich zum nahen aufziehen, und mein kleiner guter Bär kann Sie, mein Herr, - Thore hinaus einen kurzen, angenehmen Wiesenweg nach einer draußen nach dem reizend gelegenen Garten führen, wo er jenen j kleinen Anhöhe, auf der sich terraffenförmig ein wohlgepflegter einznnehmen pflegt. Sie sehen, mein Herr, daß ich eine sehr | (Sollen mir schattigen Bäumen, und oben ein mäßiges Wirthgnädige Kerkermeisterin bin, und Ihnen wird es Vergnügen, schaftshaus erhob. Auf einem Punkte, von welchem man einer machen, bei dem herrlichen Wetter und einem guten Glase Wein! entzückenden Aussicht genoß über das Thal und die Stadt und von den Heldcnthatcn dieses ehemaligen furchtbaren Kriegers zu^zu den grünen Höhen hinan, die sie umgaben, ließet! wir uns hören. Sie thun dabei ein gutes Werk, denn heute bei so nieder, und bald stand eine Flasche duftigen und klaren Landguter Gelegenheit dieselben verschweigen zu sollen, könnte ihm! weinö vor uns. Nach einigem Gespräche/ forderte ich den Herrn sehr schädlich werden."; Beit auf, mir die verheißene Geschichte zu erzählen, und mit dem Wer konnte einem so liebenswürdigen Wesen widerstehen? liebenswürdigen Freimuthe, der aus seinen Zügen und allen sei- Ich hatte auch gar keinen Grund dazu,'da ich bis zu meiner, nen Worten sprach, begann er, indem er mir bemerkte: Ich Abfahrt noch eine gute Spanne Zeit vor mir hatte. Wir lachmüsse nun aber auch Geduld haben, denn er würde mir kein ten alle drei, und bald erschien der Manu, wohlgekleidet zum Wörtchen schenken, das zu seiner Erzählung gehöre. Ach, in Ausgehen. Ich verabschiedete mich von der jungen Frau, unt> f bxefev Umgebung, bei dieser Luft, die meine Brust mit Wonne machte sie darauf aufmerksam, daß ich es nicht gewagt hätte, ihr emathmete, unter diesem sonnigen Himmel, ringsum die lachende auf einige Zeit ihren Eheherrn zu entführen. „Oh," erwiederte Landschaft, war dies nicht schwer zu ertragen, und bald hörte sie, „darüber machen Sie sich keine Sorge. Für eine Hausfrau ich dem Sprecher mit voller Theilnahme zu. ist nichts angenehmer, als einmal ihren Haustyranncn tos zu wer-! (Fortsetzung folgt.) Anzeige n Vacanz. Durch das Erkranken des von uns per September d. I. engagirten Lehrers Herrn G. Brück z. Z. in Vreisen, wird hiesige Lehrerstelle auf's Neue vacanr. Ta dieselbe. möglichst rasch wieder besetzt werden muß, so wellen sich etwaige Reflectanten in Bälde an den Unterzeichneten wenden. Das Fixum der Stelle beträgt bei freier Wohnung -loo Thlr. jährlich mit Aussicht auf Nebenverdienste, und sind durchschnittlich nur 12 Kinder zu unterrichten. Hattingen, im August 1873. Der Vorstand der Synagoaengcmeinde. fl. ifein. Bacan;. Tie Rabbinerftelle in hiesiger Gemeinte ist im October d. I. neu zu besetzen. — Bewerber, mit tüchtiger talmudischer und akademischer Bildung ausgestattet und der orthodoxen Richtung angehörend, wollen ihre Meldungen und Zeugnisse an den Unterzeichneten Borstand bis zum 1. September e. eiusenden. — Außer den rabbinischen Functionen wird der zu Erwählende auch noch der Reorganisirung der Religionsschuke refp. der Mitwirkung an derselben sich zu unterziehen haben. — Jährlicher Gehalt iexcl. Emolumente und Aecidentienj 600 Thlr. u. 100 Thlr. Wohnungsentschädigur.g. Wreschcn (Prov. Posen), 24. Juli 1873. Der Vorstand der Synagogengemeinde. Seetig Türk. Zum 1. September spätestens am 1. October dieses Jahres ist 1. die Stelle eines verheiratheten Schächters, guten Vorbelers und tüchtigen Meuakkers mit einem jährlichen Fixum von 300 Thlrn. und circa 100 Thlr. Nebeneinkünften. 2. Die Stelle eines unverheiratheten geprüften Religionslehrers mit einem jährlichen Fixum von 3ou Thlrn. nebst freier Wohnung in unserer Gemeinde zu besetzen. Qualificine Bewerber belieben sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse franco bis zum 20. August d. I. zu wenden an de» Vorstand der Sytiagogen^emeinde zu (’off/pirs._ Tie Lehrer- und Eamorstelle der hiesigen Gemeinde ist bis zum 1. November d. I. neu zu besetzen. Tie Schule ist eine öffentliche. Gehalt 3"0 Thlr. pro Jahr; außerdem bietet die Stelle sichere Aussichten auf Nebenaccidenzien, sowie bei tüchtigen Leistungen auf Ertheilung von Privatunterricht. Bewerber < können verheirathet sein) wollen sich unter portofreier Einsendung ihrer Zeugnisse baldigst melden. Der Vorstand der Synagogengemeinde in Berleburg. F. Bei I ns Jim. Ich kann hiesige Lehrerstelle jedem meiner Eollegen nach allen Seiten bestens empfehlen, und verlaffe dieselbe nur deshalb, weil ich zum Kaufmaunsstande übertrete. M. Bock, Lehrer.

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