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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-06-24 · Heft 26 (24.6.1873) · p. Seite 424

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 26 (24.6.1873)
Date
1873-06-24
Page
Seite 424 (sequence 8)
Language
German
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424 Ich nehme aus diesen Ergebnissen wiederholt Veranlassung, die anerkennenswcrthen Bestrebungen der Stiftung zur Unterstützung zu empfehlen; insbesondere fordere ich die Synagogengeineinden resp. die jüdischen Glaubensgenossen rer Provinz zur allseitigen Betheiligung und Spendung von Beiträgen auf. Münster, den 7. Juni 1878. Der Oberpräsident von Westphalen. Oestreichisch nttgarische Monarchie. Lemberg, l». Juni. Das ostgalizischc Central wahlcomitö beschloß, eine Einigung mit dem israelitischen Centralwahlcomitö anzubahnen, und die Propositionen des jüdischen Comits's in Erwägung zu ziehen. — In Zurawno wurde der Israelit Seelig Ornstein zum Bürgerlneister gewählt. Lemberg, Il.Iuni. Die ruthenischen Bertranensmänner beschlossen, gegen Eandidaturen der polnischen Bezirksvorsteher und Juden, falls Letztere sich mit den Polen ansgleichen sollten, auszutreten. «Unseren Nachrichten zufolge denken die Juden Galiziens gar nicht daran, sich mit einem der polnischen Wahlcomitä's zu verbinden. Redact.) Lemberg, 13. Juni. In der gestrigen Sitzung des israelitischen Centralwahlcomit6s wurde der Antrag vr. Frieds, unverzüglich ein Eompromiß mit dem polnischen Wahlcomit6 einzugehen, abgelehnt, und folgende Resolution mit Stimmenmehrheit beschlossen: Das Präsidium wird ermächtigt, dem ostgalizischen Centralwahlcomitö den Zusammentritt des Centralwahlcomitö'ö der Juden Galiziens officiell anzuzeigen, und die Bereitwilligkeit derselben zur Verständigung auözudrücken. Lemberg, 13. Juni. Die „R. fr. Pr." schreibt: lieber die letzte Sitzung des jüdischen Centralwahlcomitö's in Lemberg, dessen Beschluß bezüglich der mit den», polnischen Wahlcomite anzubahnenden Verständigung nnS gestern telegraphisch übermittelt wurde, erhalten wir von unseren, Correspondenten folgenden Bericht: In Folge des Ihnen letzthin mitgetheilten Beschluffes des ostgalizischen Polenwahlceniite's, ein Eompromiß mit dem israelitischen Eentralwahlcomit6 anzubahnen, sah sich der Obmann des zuletzt erwähnten Eomite's, vr. Julius Kolischer, veranlaßt, für heute (12. Juni) eine Eomitesitzirng einzuberufen, um mit Rücksicht auf die Seitens des polnischen Aetionscomitä's ergangene Aufforderung die erforderlichen Schritte zu berathen und zu beschließen. vr. Fried, welcher sich schon seit längerer Zeit, und zwar ohne Erniächtiguug des Eomite's, mit Herrn Krzeczunowicz und SmarzewSki in Eompromißunterhandlungen einließ, stellte zunächst den Antrag, das Centralwahlcvmitö der Juden Galiziens möge mit dem polnischen Wahlcomite sofort eine Einigung zu erzielen versuchen. Obwohl nun vr. Fried die Nothwendigkeit einer Verständigung der Israeliten mit der polnischen Partei klar zu machen sich bemühete, wurde der von ihm eingebrachte Antrag nicht uiigenounueu, und blos folgende Resolution, welche vr.'Mansch befürwortete, beschlossen: „Das Präsidium wird ermächtigt', den, ostgalizischen Eentralwahleomitö den Zusammentritt des Ecntralwahlcomitv's der Juden Galiziens ofsiciett anzuzeigen und die Bereitwilligkeit zur Verständigung auszndrücken." Zugleich wurde wiederholt betont, das jüdische Comite kenne nur aus Grundlage der Verfassung ein Eompromiß mit dem Polenwahleomitv eingchen, und müsse auch bei einer eventuellen Berständigung dahin wirken, daß nur die Wahl verfassungstreuer und liberaler, keineswegs aber föderalistisch gesinnter Eandidaten gesichert werde. Nähere Instructionen wurden dem Präsidium des WahlcomitL'S nicht ertheilt, weil das Subcemite bis zur Stunde ein Actionsprogramm nicht vorgelegt hat. (Wir können diese Schritte des genannten Comitc-'s wohl begreifen, fürchten aber, daß auf diese Weife sich die galizischen Juden von den Polen in's Schlepptau nehmen und — betrügen lassen. Der Honig, den diese Herren bieten, wandelt sich, sc bald er gekostet worden ist, in Wermuth. Es ist stets die Wiederholung der Geschichte von, Mohren, der seine Schuldigkeit gethan Hai. Redact. d. A. Z. d. I.) Lemberg, im Juni. Der Gang der Dinge in Galizien, wie wir ihn im Leitartikel voriger Nummer geschildert haben, ist zu interessant, als daß wir ihn nicht aufmerksam verfolgen sollten. Wir entnehmen neuerdings der N. fr. Pr. folgende Stellen: „Geradezu empörend ist der Ton, welchen die polnischen Blätter gegen die Israeliten in Galizien anstimmen. Diese polnischen Journale, die in der Regel mehr klerical-feudalen Zwecken, als den Interessen der polnischen Nation dienen, erblicken nämlich — gleich ihren blaublütigen Patronen — im galizischen Juden noch immer den alten bekannten servilen „Moszek" (diesen Typus des früheren, dem leisesten Winke eines polnischen Torfschlachcicen furchtsam folgenden jüdischen Sklaven» und glauben daher ihm auch jetzt durch bloße Drohungen bange machen zu können, vergessen aber, daß die hierländischen Israeliten im Durchschnitte und im Verhältnisse zur christlichen Bevölkerung unstreitig die bürgerliche Intelligenz des Landes, und somit einen wichtigen Factor repräsentiren." „Daß aber die Polen einen viel größeren Judenhaß, 'als die hierländischcn Israeliten Polcnfeindlichkeit manifestiren, das erhellt genugsam aus der Thatsache, daß die Herren, welche die zwei WahlcomitüS für Ost- und Westgalizien eingesetzt haben, den Beschluß faßten, keinen Juden in den nächsten Reichsrath wählen zu lassen, während die israelitischen WahlcomiteS von dem Grundsätze geleitet werden, nur verfassungstreue, nicht aber nur jüdische Rcichsräthe zu wählen, und

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