Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 20 (13.5.1873)
- Date
- 1873-05-13
- Page
- Seite 333 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3224737-3226906-3226927--31659-3254588- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
333 ihrer Wünsche dicht vor Augen sehen, werden sie ihm plötzlich am Weitesten entrückt, wenn sie es nicht fiir immer verlieren. Samuele mit seiner Spürkunst mußte doch von den Zusammenkünften der jungen Leute etwas erlauscht haben, und in einer stacht, wo wir es bei unseren Vorsichtsmaßregeln am Wenigsten erwartet hätten, überraschte er sie in dem alten Gebäude. Ich stand auf dör Lauer, aber er hatte auch mich zu täuschen gewußt, und stand vor Giacomo und Grazia, bevor ich es nur vermuthet hätte. Die Scene, welche erfolgte, will ich nicht beschreiben. Giacomo ersparte ihm Nichts. Der lange zurückgehaltene Zorn ergoß sich unaufhaltsam von seinen Lippen. Er nannte Samuele den Mörder seines Vaters, den Vergifter seiner Kindheit und Jugend, und den seines eigenen Kindes, den Näuber seines Vermögens; aber er verhieß ihm Rache, ihm Alles wieder zu entreißen, was er ihm geraubt habe, und ihm vorenthalten wolle. Samuele verstummte vor diesem Sturme von Anklagen und Drohungen. Er ergriff nur die Hand seiner; Tochter, zog sie in das Haus zurück, und rief dem leidenschaftlichen Jünglinge nur die Worte zu: „Wir werden uns sprechen!'^ (Schluß folgt.) Vermischtes. Aus EiSlebcn, der Lutherstadt, wird einem rheinischen Blatte .folgendes Euriosum mitgeiheilt: In die Kirche der dortigen kleinen katholischen Gemeinde tritt ein Israelit, und vergißt seinen Hut abzunehmen, wie er diesen in seiner Synagoge auf dem Kopfe zu behalten gewohnt ist. .Kaum gewahrt das der Küster, als er wiithend auf den Richts ahnenden Juden losstürzt, und ihm mit einem gewaltigen Schlage den Hut vom Kopfe befördert. Der Jude nimmt seinen Hnt ruhig vom Boden auf, und verläßt das ungastliche Hans, doch nicht ohne Rachegedanken. Er macht bald darauf dem .Küster die Anzeige, daß er ihn wegen der erlittenen Schmach gerichtlich belangen werde, doch die Geschichte in dem Falle nicht weiter verfolgen wolle, wenn der Küster zu dem großen Lutherdentmale, das zu dem vierhundertjährigen (Geburtstage des Reformators in zehn Jahren errichtet werden soll, zehn Thaler beisteuern werde. Und so hat sich denn! das Seltsame vollzogen, daß auf Veranlassung eines Juden ein! katholischer Küster zum Lutherdentmale zehn Thaler gicdt. Gesucht €$*{**♦*»?+ (Israelit, für eine der besuchtesten tili hrKl/X'X'l' Privat-Handelslehranstatten Süddeutschlands. Einkommen neben freier Station jährlich st. ii- Soo. Eintritt spätestens l. Juli d. I. Franko-Ofsenen mit ciimnilum vitac, Zeugnissen, Referenzen und Photographie befördert unter ('liilVre .V. * /6V. die Annoncen-Expcdüion von .Uossr in Frankfurt 11 M. Es wirb fiir öir jüdische Gemein de rin Cantor, Lchächtcr und lldtijitfHöldjnT mit einem jährlichen Gehalt von 230 Ehlen, lind miniino 2Ö0 (Iijlr. ilrbriiriukiiiiftc;um!. 3ttli d. 3. get'ncht. varans Uesleclirende wollen lich bei dem nnlerJtichtttlen Vorstand melden. Neilckokicii werden nicht vergütet. Lp and an. dm 7. Mai U!73. X H i rsch selb. Israelitischer Lobrer gesucht. Für Melbonrnc (Australien, wird ein israelitischer Vorbeter, und ^ieligionolehrer gesucht, welcher der englischen Sprache mächtig, und im Stande ist, einen Ehorgesang zu keilen. Ein nnverheiratheler junger Mann wird bevorzugt. Salair Pfund Sterling 2>',o Fixum nebst guten Rebcnverdiensten von mindestens Pfund Sterling 100 und freier Reise nach dort. Oualisieirte Bewerber wollen sich direct unter Beifügung ihrer Zeugnisse an Herrn .1. liaHi'iMeni in Pyrmont wenden. Die hiesige Eultusbeamtenstelle, siehe Nr. 8 u. :» d. Zeitung, ist noch unbesetzt unv ninunt Anmeldungen zu sogleich oder etwas später darauf entgegen Dtf Vorstand. Malchow i,Biecklbg.-Schwerind. 28. April 1877.. lg e n. Laudrabbiuer-Vacan;. 9tachdem in letzter Instanz entschieden ist, daß das Landrabbiuat Iiildesheiin forlbesteht, sind wir höher« Orts aufgesordert, für die Besetzung desselben nochmals eine Eoneonrrenz auszuschreiben, und ist die Stelle für den Anfang mit einem jährlichen festen Gehalte von Soü Thlrn. dotirt. Bewerber, welche regelmäßige Uuiveriuälsstudien absolvirt und im Besitze einer -st; pt“ sind, wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten Vorstande spätestens bis zum 1. Juni e. melden. Hildeshe im, den 28. April 1873. Der Bor.stand der Synagogen-Gemeinde. A<loi(»li Is<‘nst<*in. A«!<»11»li 2)<ivi<1 soii. Cantor verlangt! Xic Lloyd-8trect (lemcimle zu l»altiiuore Md. in den verein. Staaten, wünscht einen Eautor eisten Ranges anzustcllcn. Derselbe muß eine gute Stimme, sowie die Fähigkeit besitzen, ein aus Herren und Damen bestehendes Ehor zu instruiren und zu leiten. Di-.' Wahl findet am N. Juli 187:; statt und ist die Stelle am ersten Oelober anzntreten. Applicanten werden ersucht, Zeugnisse nebst Angabe des erlangten (Nhaltes zu arrefsireu an Joel (ailiiian, Präsident. Nr. ‘Mi N. Kutaw.St. Ikdtimore Md. U. 8. In unserer Gemeinde ist die Stelle eines jüd. Vorbeters, Religionslehrers n. Schächters vom ».August o. vacaut. Rcslectanten wollen sich an den uruerzeichneten Vorstand wenden. Gehalt Thlr. nebst Rebeneiukünslen und Wohnung. Engagirtem werden auch die ^Reisekosten vergütet. Rehden, den 28. April 1873. L>cr Vorstand der Syiiajro^eH^emeinde:* Abr. lacobsohn.