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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-05-13 · Heft 20 (13.5.1873) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 20 (13.5.1873)
Date
1873-05-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Ein unparteiisches Organ für alles indische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bis 2 lj., Bogen. Preis Bierteliäyrig I Thlr. " Inserate werden mit 2 Ngr. für.die Petit^cile oder deren :>tamn berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zcitungs - Expeditionen nehmen BcstcUl.ngcn an. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippftn in Bonn. Verlag von Baumgärtner's Buchhanvlung in Leipzig. In rcdactioncUcn Angelegenheiten wende man sich an l>r. £. Uliilippfon in Ben»; biuslchtlich deo Bezugs und der Iweralean üaumyjirtnrr'r SuNiliandluiiq inveipzig. Insrriilr, welche vis vonnrr;- tng cingcben. finden iiiderdaraufiolgenden A'miiiiicr 2'eruUsrchtignng. 37. Jahrgang. Leipzig, dcn ,3. Mai >873. 28. 3nljalt. Leitende Artikel: Eine Tour um die Welt. ll. — Die jüdischen Katakomben bei Rom. — Zeitungsnachrichten: Deutsch.!and: Leipzig, r^leiwitz, Bremen, Worms, Provinz Hannover. — Oe streicht sch. ungarische Monarchie: Wien, Pest, Prag - Al alicn-. Rom. — Rumänien: Bukarest, Konstantinopel. — Rußland: Petersburg. — Algerien: Algier. - B ra silicn:-Rio de Lauciro. — Feuilleton: So ist cs gekommen. (Fortsetzung.) — Vermischtes. -CeilcuDc^ (Xttiiled Bonn, 7. Mai. Eine Tour um die Welt. ii. Gerade in den Gegenden, in welchen die Juden ihre denkwürdigsten Wohnsitze gehabt haben, sind jetzt Uncultur und Ocde für sie, und für die Bevölkerung überhaupt, eingelreten. Wir sehen von Palästina ab, in welchem gegenwärtig die Inden noch nicht IO/mmi Seelen zählen; aber die weiten Gebiete am Euphrat und Tigris, MedienS und PcrsicnS, welch jammervolles Bild bieten sie heute dar. Vom ersten Exile an wohnten daselbst große Massen deS jüdischen Stammes, und häuften sich nach dem zweiten Falle Jerusalems immer mehr. Den wiederholten Gefahren, welche ihnen die immer neu anströmenden Völkerfluthen, so wie dann und wann Religionshaß bereiteten, entgingen sie glücklich, und in Ackerbau und Gewerbe, in Handel und als Krieger (einige Male gingen auch Räuberbanden aus ihnen hervor/ gewannen sie eine hohe Stufe; manche Landstriche waren von ihnen allein bewohnt. Mehr noch aber wurden sie für ihre ganze Glaubensgenossenschaft wichtig, als sich in ihrer Mitte die Cultnr der jüdischen Gelehrsamkeit in einen, Umfange und einer Tiefe entfaltete, wie nie zuvor, vor welcher selbst der Glanz der palästinensischen Schulen erbleichte. ^Wir stehen hier auf^der Stätte des babylonischen Talmuds. Am Hofe des Herrschers waren sie durch ein mit fürstlichen Ehren geschmücktes Haupt, den Rcsch Glutha, vertreten, und eigeuthümlicher Weise stellte sich hier einige Male der Streit deS weltlichen und des geistlichen ArmeS ein, wenn der Nesch Glutha und der Vorsteher des großen Lehrhauses in ihren Ansprüchen sich begegneten. Und waS erblicken wir jetzt hier? eine sehr geringe jüdische Bevölkerung, und diese in tiefe Unwissenheit und Arnmth versunken. Das jetzige persische Reich befaßt nach der Schätzung Einiger nur 2<»,(m0, nach der Anderer lo/mo Seelen, zerstreut in den einzelnen größeren Stätten, bedrückt und beschränkt in unerträglicher Weise. Selbst das jüdische Wissen ist aus ihrer Mitte geschwunden. In den Bergen von Kurdistan, in den Steppen des peträischen Arabiens, wie auch in Ljemcii, nisten einzelne freie Stämme der Juden, meist in beständigem Kampfe mit ihren Nachbarstämmen, und eben nur noch mit der Ahnung, einigen äußeren Kennzeichen und Gebräuchen ihrer Religion versehen'. Was von kleineren Splittern noch weiterhin in Jnncrasien existirl, ist unbekannt. Nachrichten von dem ärmlichen Zustande einiger weniger chinesischer Gemeinden, die theils im Erlöschen begriffen, theils erloschen sind, drangen von Zeit zu Zeit zu uns. Anders verhält es sich an den beiden entgegengesetzten Puncten Asiens, in Sibirien und Ostindien. In de,n ersteren Lande sammeln sich nach und nach durch Einwanderung und Verbannung kleine jüdische Gerneindt», von denen diese und jene bereits zu einer gewissen Blüthe gelangt sind. In Ostindien haben wir weiße und schwarze Inden, letztere wohl aus früheren Sklaven entstanden, von welchen

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