Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 18 (29.4.1873)
- Date
- 1873-04-29
- Page
- Seite 299 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hebron 1× ep/1047559
- Rawicz 1× ep/1048078
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299 ras Lager MosiS geleuchtet, vie über Jakob gewacht haben, als er den schonen Traum von der Himmelsleiter, die. von der Erde zum Himmel reicht, in frommem Glauben träumte, dieselben Sterne, die auch jetzt wieder ihren Nundgang anheben, ziehen allnächtlich auch über diesem Flectchen Erde auf! Und wie die Kinder Heths, als Abraham vor sie trat unr sprach: „Ich bin ein Fremder und Einwohner bei euch, gebet mir ein Erbbegräbnis, daß ich meinen Todten begrabe, rer vor mir liegt", — mit freundlicher Dienstbereilwilligkeit erwiederten: „Begrabe deinen Todten in unseren ehrlichsten Gräbern, kein Mensä) soll dir unter uns wehren, daß du in seinem Grabe nicht begrabest deinen Todten," — so wollet uns glauben, daß dieser Grabhügel uns nicht minder werth und theuer sein werde, als diese anderen alle, die uns hier umgeben! Möchtet nun ihr euch des Glaubens getrosten, daß euere Todte hiev so sanft und gut gebettet liege, als Sara oder Rebekka im heiligen Grabe bei Hebron, oder irgend einer der Todten unter den Palmen Bethels! Es ist nicht die ausschließliche Stimme des Christenthumes, es ist die Stimme der Menschlichkeit, an die Alle glauben, die je einen theueren Todten zur Erde bestattet haben, und nicht glauben möchten, daß Das, was sie liebten, was sie liebend umsaßte, für immer in Staub und Asche zerfallen soll, wenn ich euch auf vie übersinnlichen Trostgründe Hinweise, deren Ahnung in aller Menschen Herzen liegt, und daher auch von ihrer Berechtigung und Wahrheit Zeugniß giebt, auf den frohen beseligenden Glauben, auf den keine Religion ein ausschließliches Privilegium genommen hat, an den Alle, Alle glauben, die eine menschliche Seele im Herzen tragen:! Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,; Erzeugt im Gehirne deS Thoren;; Im Herzen kündet es laut sich an, Zu was Besserem sind wir geboren. Und was die innere Stinune spricht, Das täuschet die hoffende Seele nicht! — Wenn ich also eueren Blick von diesem Grabe auswärts zum Himmel, zum schonen Reiche res Lichtes lenke, wenn ich an die Stunde dieser bitteren Trennung die frohe Hoffnung einstigen Wiedersehens und dann Nimmerwlederverlierens knüpfe! „So senken wir sie denn zur ewigen Ruhe hinab ohne Klage; sie, die alte greise Todte, die in euerem engeren Familienkreise wohl so manche Kunde aus alter, längst vergangener Zeit, vielleicht von selbsterfahrener Unbill rer Menschen, gegeben, sie, die aber auch die Morgenrethe einer neueren besseren Zeit der tagenden Freiheit und Liebe res Menschengeschlechtes begrüßt und gesehen hat. Möchte sie — wenn eS wahr ist, daß dem Geiste eine ewige Heimath gewährt und bcschieden ist, von der er frei und fessellos aus diesen Stern herabsieht — möchte sie selbst zufrieden mit der Ruhestätte sein, die ihr müder Leib gefunden hat, und indeß sie einstimmt in den Siegesgesang der Vollendeten: „Es giebt im Himmel nur einen Gott, und alle Menschen sind Brüder" — zu unserem eigenen Heile bitten und beten, daß dieses einen Gottes Reich komme und auf Erden immer völliger werde! Amen." % n z e Am 1. October e. wird die Lehrer- und Vorbeterstelle in hiesiger Gemeinde vacant und soll bei einem Gehalt von 300 Thlrn. neben freier Wohnung und Heizung wieder besetzt werden. Nicht unbedeutende Nebeneinnahmen werden durch Ertheilung von Privatunterricht in fremden Sprachen u. Clavier erzielt. Unverheirathete Bewerber belieben sich an den Unterzeichneten zu wenden. Lügde, 23. April 1873. Der Vorstand. Die Stelle eines Cantors ist zum 1. Juli o. bei hiesiger Gemeinde zu besetzen. Gehalt -IVO Thlr. jährlich nebst nicht unbedeutenden Nebeneinkünften. Für mehrere Stunden wöchentlich zu ertheilenden hebräischen Unterricht werden loO Thlr. extra von der Schule vergütet. Meldungen sind baldigst franco an uns zu richten. Rawicz «Posen,, im April 1873. Der Corporationö-Vorstand. Ein geprüfter Lehrer wird für die jüd. Communalsehule zu Lixheim (Lothringen) gesucht. Gehalt 1550 Francs. Nebeneinkommen bedeut., besonders wenn Bewerber befähigt ist, im Franz. Privatunterricht zu erthcilen. Mehlungen mit Zeugn. nimmt der untorz. Vorstand entgegen. Zacharie Coblcntz. i g e n. Die Lehrer- und Eantorstelle bei der hiesigen israelitischen Gemeinde wird mit dem 1. August c. offen. Gehall 300 Thlr. Schulpflichtige Kinder circa 15. Die israelitische Schule ist eine öffentliche. Qualificirte Bewerber wollen sich bei dem Unterzeichneten Vorstände unter Einreichung ihrer Atteste melden. Laasphe, d. 21. April 1573. _Der Achulvorstand. Mit dem l 3. Juni c. wird in hiesiger Gemeinde die Stelle eines Rcligionslehrers, der auch das Vorbeteramt zu versehen hat, vacant. Sualisicirte Bewerber wollen ihre Meldungen unter Beifügung ihrer Zeugnisse baldigst an den Unterzeichneten Vorstand richten. Cerbach, den 17. April 1573. Baruch. Die Lehrer- und Eantorstelle an hiesiger Synagogengemeinde ist durch Todesfall erledigt. Wir fordern qualisicirte Bewerber, die musikalische Kenntnisse und die Fähigkeit besitzen, deutsche Kanzelvorträge zu halten, auf, sich unter Beifügung entsprechender Zeugnisse an unS zu wenden. Herford, 20. April 1573. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. S. Blumenfeld,