Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 17 (22.4.1873)
- Date
- 1873-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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itö a -r Fr Ein implntciisshcs Organ für «llcs indische Jntercssc. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in J. bis -i1!. Bogen. Preis Bi-.lleNährig > Thtr. Im'cratc werten mit J Rgr. für die Pctit;cilc oder deren .'il.ruiu berechnet. VlUc Buchbandlungen. Pestäinter und Zeituugs - Expeditionen neynien Bcsteilungen an. Herausgegeben von Rabbiner Pr. Ludwig Philippson in Bonn. Verlag von Bimiilgällutr'ö Buchhandlung in Leipzig. In rcdactioncNen Anaelegenheiten wende inan sich an I>r. e. Phitippson in Bonn; I'injichltich des Befuge» und der au'cratean 0numi)nrtnrr's L»it>l»nidlnily ini!e>p;ig. Znsrrate, welche dis ^rkitay eingebeu'. finden in der darauffolgenden f>,'n»,mer Berintjichtigung. > nci^' 37. Jahrgang. Leipzig, den 22. April 1873. J\? 17. 3nl)(ill. Leitende 2lrtikel: Der Oudcuüaß des Nttramolitanisimro. - Statistik deö Oildcntl'llmcv in den im RcichSratlic vertretenen enigrcichcn nnd Ländern OestrcichS. Die jüdischen Katakomben in Rom. Zeitungsnachrichten: Dentschtand: Bonn, AuS Osticöland, Franffurt an der Oder, Münster in Westfalen. — Oestreichisch ungarische Monarchie: Pest, Brünn, Bon der Donan. -- Rumänien: Bukarest. -- Rußland: Aus Rußland. — Feuilleton: So ist eö gekomlnen. V. — Vermischtes. tZUD| Ir. Lebt ‘i h. , Thl Bonn, IN. April. Oer Judenhaß des llttramontanismus.?de. > -t U > >-r de t)jj lttchflff' ur 'teiii e 10 >vcf 0n Nummer 15 haben wir einer jüngsten Alloeution des iapstes erwähnt, welche sich in einer maßlosen Weise gegen die iuden aussprach. Es war vorausznsehen, daß nunmehr die ,r )rgane des Ultramontanismus die letzten Schranken fallen lassen ürden, welche sic etwa den Juden gegenüber noch aufrecht ericfteii. Der „Köln. Zeit." wird von Rom unter dem «'>. April sgeschrieben: „Seltsame Blasen sind cs, welche die klerikale Presse den letzten Tagen answirst. Das Hanptblatt der Oesniten, ie Voce della Berit:«. munkelt allerlei von der Möglichkeit einer Versöhnung, mir müßten die Juden von der politischen Arena oeg. Mit der italienischen Regierung sei eine Berständignng echt gut möglich, cs komme nur auf eine richtige Onterpretirung er Verfassung an. „Karl Albrecht war ein ganz gcscheidter ann, und hat eine Verfassung gegeben, mit der alle Christen sut zufrieden sein können. Aber sie muß von Christen, und icht von Juden, gedeutet werden. Ost überhaupt eine Versöhmöglich, so müssen die Onren die Kosten bezahlen. Sie Nüssen aus alle Fälle ins Ghetto zurück." Charakteristisch ist 's, daß auch in einem heute veröffentlichten. Colleetivschreiben talienischcr Erzbischöfe an die Negierung der erste Artikel des Statutes angernfcn wird, damit den „Lästerungen des Namens elbc .i)> »mg Oesn in der Ondenpressc" ein Ziel gesetzt werde. Das Schreiben jedoch trägt das Datum des l. April. Daß die Oesniten anfangen, von Versöhnung zu reden, ist jedenfalls ein Symptom, das nicht übersehen werden darf. Sollte aber von jetzt an das Statut nicht mehr cxcommnnicirt sein, so wird cs den italienischen Liberalen um so klarer werden, daß sie mindestens eben so viel Grund haben, ,,non possunius“ zu sagen, wie die Curie. Die Schwenkung der klerikalen Partei, wenn sie anders ernst gemeint ist, wird jedenfalls den Erfolg haben, daß die wirklich liberalen Elemente in der Kammer sich wieder sammeln nnd fester aneinander schließen." Dem Papste ist also sein Hauptorgan, die Voce della Berit:» eine Benennung ans dem Gegcntheile heraus — auf dem Fuße gefolgt. Diese unumwundene Sprache, diese unverhüllte Feindseligkeit, macht denn auch jede Rücksichtnahme unsererseits unnethig, ja zu einer Schwäche. Sprechen wir daher — nicht in gleicher Gehässigkeit, wohl aber mit gleicher Offenheit. Die Kirche als solche war stets die Todsei nrin deS OudenthmneS und der Juden, und unter den verschiedenen Kirchen war dies die römisch-katholische stets am Meisten. Mögen immerhin einige hochherzige Prälaten, ja sogar einige Päpste, die blutige Verfolgung der Juden und die erzwungene Taufe ihrer Kinder gemißbitligl, unter Umständen verhindert haben: cs waren ries nur Ausnahmsfälle.. Fragt man nach dem Motive dieser Feindschaft, so kann man dies nur darin finden, daß die Kirche in der Existenz deö JudenthumeS eine Opposition, einen