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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-03-25 · Heft 13 (25.3.1873) · p. Seite 215

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 13 (25.3.1873)
Date
1873-03-25
Page
Seite 215 (sequence 13)
Language
German
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215» nach dein Wirthshause am Hafen, und übergiebst es dem Wirlhe." Bartolo schien traurig, aber die gemessene Art, mit der ich diese Befehle ertheilt hatte, ließ ihn keinen Widerspruch finden. Er führte mich, ohne noch ein Wort zu sprechen, in die Mitte der Strada, wo in einem tiefen Winkel ein verfallenes Hans stand. Hier blieb er sichen, ich reichte ihm einen Lohn, mehr als ich ihm versprochen) und trug ihm Grüße nach dem Hause am Eaccio und an seinen Bruder Pietro ans, den Gondoliere von Bellaggio. Er dankte nur durch eine Verbeugung, wandte sich ab, und ging seines Weges nach dem Hafen. Ich bemerkte wohl, wie er im Gehen mehrere Male das Kren; schlug. Ich klopfte an die Thnre des verfallenen Hanfes. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Die Arch. isr. enthalten ans Kairo (Aegypten) unter dem 1. März folgendes Schreiben: Ich bin wahrhaft glücklich. Folgendes veröffentlichen;u können, denn es leuchtet daraus eine Lehre des Schicklichkeitsgcfühles und der höchsten Sittlichkeit für gewisse Leute hervor. Bor einem Monate ungefähr verließ ein israelitisches junges Mädchen ihre Familie, um einem Muselmanne, den sie liebte, $u folgen. Aber bei Zeiten auf der Spur der Flüchtlinge, hielt sie die Polizei fest und gebot ihnen, nach ihrer resp. Heimath zurückznkehren, indem -sie dieselben, im Falle deS NichtbefolgenS, mit einer harten Strafe bedrohte. Der Befehl war bündig; aber das junge Mädchen war zu Allem eher entschlossen, als ihren Geliebten zu verlassen. Auch eomplieirtc sie die Frage, indem sic äußerte: „Der Grund, der mich zum Verlassen des väterlichen Daches bestimmt hat, ist nicht der, den Sie vermnthen. Nur allein, um mich den Gebräuchen einer Religion zu entziehen, die ich verachte, und zum Islam überzutreten, bin ich mit Demjenigen geflohen, den Sie meinen Verführer nennen, und der für mich nur ein Bruder ist." Das war gescheidt. Die Polizei konnte Nichts gegen eine solche Dhatsache haben, die religiöse Autorität wurde angerufen zur großen Befriedigung des Mädchens, die mit dem Leisten der Abfchwörungsformel genug gethan zu haben glaubte: „Es giebl nur Einen Gott, und Mohammed ist sein Prophet". Ter Scheich-ul-Islam aber enttäuschte sic; seine Antwort verdiente mit goldenen Lettern niedergeschrieben zu werden: „Sie geben vor, mein Kind," sagte er, „daß Sie aus Haß über die Irrthümer der Religion, in der Sie geboren sind, ans Liebe zum Propheten Ihre Aeltern verlassen, und diesem jungen Manne gefolgt sind. Die Sache scheint mir ganz glaubwürdig, und Sie sehen mich ganz bereit, Ihren Uebertritt anzunehmen. Ich muß jedoch eine nothwendige Bedingung stellen: das ist die, daß Sie in meinem Harem bleiben müssen, bis ich von Ihrer Aufrichtigkeit vollständig überzeugt bin. Im klebrigen, damit bei so ernster Angelegenheit kein Mißverständniß zwischen uns sei,- belege ich von jetzt ab mit dem Interdiet jede , rechtmäßige oder unrechtmäßige Berbindnng zwischen Ihnen und Ihrem Entführer, und zwar im -kamen der geheiligten Macht, mit der ich zur Ehre des Islams bekleidet bin. Ich habe gesprochen. Sie haben drei Tage Zeit um zu überlegen." Das junge Mädchen, weit davon entfernt eine solche Entscheidung zu erwarten, sah ihre Hosfnnngen wie durch einen Blitzstrahl vernichtet. Sie verlangte unverzüglich zu ihrer Familie zurückzukehrcn, denn es war ihr nicht unbekannt, daß selbst der schlechteste Muselmann nicht »vagen würde, selbst, um den Preis seines Lebens, ein solches Imerdict aufzuheben. Man versichert mir, daß sie jetzt, von ihrer vorübergehenden Verwirrung zurückgekommen, über ihre Therheit lacht, uud bemüht ist, diese durch eine musterhaste Führung vergessen zu machen. U n z e i g e n. I Ein geprüfter tüchtiger' Lebrer u. (Kantor, j! I der zugleich die Snalisieation Hebräisch zu unterrichten be- A : ' i ~ . ..* i Ö sitzt, als auch guter IS.tl Kora und musikalisch gebildet ist, ö findet vom l. Juli c. in hiesiger Gemeinte mit einem * Salair von circa üuu Thlrn. Stellung. 1 Meldungen mit Zeugnissen sind spätestens bis Milte 2 0 Mai e. beim Unterzeichneten Borsland einreicben. 0 . Groß-Strehlitz O.S., 12. März 187:). j I Der Synüg. Gemeinde Vorstand. j § H. Schäfer. | ■k Ol »——-c. o: j-c -c cot 3-c or >——c Oi -c > Zu Ustern (1. .1. oder später suche einen Lehrling israelitischer (/oniession für mein Maimfaeturwaaren-tleseliäft. •Sonnmul Festtage geselllo.ssen. 31. Levricii in Bartling hausen b/llannovcr. Annonce. Fiir Melbourne (Australien) wird ein israelifis< her erbet er und Keligionslehrer gesucht, welcher der. englischen Sprache mächtig und im Staude ist einen (.Miorgesang zu Hin unverlieirafheler junger Mann wird vorge/.ogen. Salair / 2ö<>. Fixum liebst guten Nebenverdiensten von mindestens j luu. und freier Heise nach dort. (.fuulificirte Bewerber wollen sich direct unter Beifügung »hrer Zeugnisse an Herrn .1. Ilütlciistrili in Pyrmont " Ein Lehrer und Vorbeter gestlcht mit einem Gehalt von löo Thlrn., :.o Thlr. garautine Nebenverdienste und freie Wohnung, Refleetireitde wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse wenden an reu israelitischen Gemeindcvorstaud in Illingen (Rgbz. Trier.,

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