Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-03-25 · Heft 13 (25.3.1873) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 13 (25.3.1873)
Date
1873-03-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3224737-3226906-3226920--31518-3254440
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

All ge m eine Ein unparteiisches Organ siir alles indische Interesse. Herausgegeben von Ztabbiner Dr. Ludwig Philippsoll in Bonn. Verlag von VailMjiilrtlicr's Bttchhandlung in Leipzig. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal in 2 bis .'>/> Bogen. Preis Bieneliährig I Thlr. Inserate werden mitRgr. fiir die Pctirzcile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Posriilnter und geitnngS - Expeditionen nehmen BcsteUungen an. I» rcdactioneNcu Ängelegenheiten wende man sich an I*r. C. philipnson in Bonn; binsichllich des Bezugs und der In'cratea» ülnimniirtner's Luchhandlnng ind'eiv.sig. Inserate. wcl>1,e bis Freitag cingchcn . finden in der i ar.mssolgcnden stummer Beructsi l iigung. 37. Jahrgang. L e i p z i g, den 25. März 1873. JS? 13. Inhalt. Leitende Artikel: Confcssionclle Stiftiu'.gcn. — Die Bcnettnung der jüdischen (Gemeinden. - Eine Denkschrift an daS preußische Abgeordnctenhans. — Literarischer Wochenbericht: Vom Rhcinc. -- Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bonn, Rawic;, Aus der Provinz Posen. — Ocst reicht sch-ungarische Monarchie: Wien. —cden: Stockholm.--Persien: Bonn. — Feuilleton: So ist cS gekommen. — Vermischtes. £ei fondo (fCtUfief. Bonn, 19. Marz. LonfesstoneHe Stiftungen. Unsere älteren Leser wissen, wie wir über Stiftungen mit consessionellen Zwecken und Gränzen denken, da wir früher öfter Gelegenheit hatten, uns darüber zu äußern. Heule erhallen wir von der Hand eines geschätzten wiener Arztes die Nr. 08 des „Nerren Wiener Tagblattes, demokratisches Organ", vom 10. März, welches in einem Leitartikel das eben vollendete rothschildsche südischc Krankenhaus als ein confessionekles Spital aus's Heftigste angrcift, und den Inden überhaupt wegen consessioneller Stiftungen bittere Vorwürfe macht; der Uebersendcr ersucht uns, diesen Gegenstand in klarer Weise zu beleuchten, und zwar gerade den vorurtheilslosen christlichen Acrzten Wiens gegenüber. Es versteht sich, daß hierbei von der Localität abznsehen, und die Frage ganz allgemein zu fassen ist. Indes; glauben wir doch, am Füglichsten uns zunächst an diesen Leitartikel halten zu müssen. Wir beginnen mit dem Schlußabsatze jenes Artikels. Er lautet: „Der jüdische BelkSstamm, fpeciell jener Theil desselben, der in Deutschland wohnt, war stets ein Verfechter der geistigen Freiheit, und wenn er jemals diese Rolle aufgebcn sollte, so würde er es selbst am Schwersten zu büßen haben. Seit einiger Zeit bemerken wir in Oestrcich eine solche Tendenz, und wir möchten bei Zeiten dagegen gewarnt haben. . Gewisse Juden, denen keine Negierung liberal genug sein kann, sind außer sich, wenn man an einen Rabbiner rührt, oder irgend eine Angelegenheit im Widerspruche mit specisisch jüdischen Anschauungen, die der Staat gerade so wenig refpectiren kann, als die specisisch katholischen, ordnen will. Diese Inden erinnern uns immer an den Rabbiner in dem berühmten Hein eschen Gedichte, der den ganzen Tag mid dem Eapuciner über Dreifaltigkeit und alle möglichen christlichen Dogmen verhandelt, plötzlich aber rappelköpfig wird, wie der Eapuciner Etwas gegen den „Tausvcs .Tontef“, ein unbedeutendes theologisches Werk der Inden, sagt. Weil wir wünschen, daß die Juden, die sich als aufgeklärte Bestandtheile unseres Staates und als wahre Enlturträger in demselben bewährt haben, ihrer Mission nicht untreu werden, möchten wir ihnen eindringlichst zu Gemüthe führen, daß sie sich'S gefallen lassen müssen, mit dem gleichen Maße, mit dem sie messen, selbst gemessen zu werden, und daß man, wie Sicyös sagte, nicht frei zu sein verdient, wenn man nicht gerecht sein kann." — Wir geben zu, daß eS Juden gicbt, welche das specisisch Eonfessionelle mit Engherzigkeit festhalten, und eS zum alleinigen Maßstabe ihres Thuns und Lassend machen. Aber wir drehen den den Juden gcmacbtcn Vorwurf um. Ist cs gerecht und Zeichen eines freien Geistes, den Juden immer wieder eine unbedingte Solidarität aufzuerlegen, daß jedes Gebaren Einzelner der Gefammtheit anfgcbürdct, und die Richtung, welche Einzelne einschlagen, Allen zugeschrieben wird? So gut wie in der Totalität der Ehristenheit die mannichfaltigsten Schattirungen ,* ja

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.