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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-02-25 · Heft 9 (25.2.1873) · p. Seite 146

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 9 (25.2.1873)
Date
1873-02-25
Page
Seite 146 (sequence 12)
Language
German
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146 des Heimgegangenen das jüdisch-wissenschaftliche Leben und Streben unserer Glaubensgenossen zu illustriren. Unter Hinweis auf die verschiedenen Pslegeftätten der jüdischen Wissenschaft, welche die Juden aus eigenem Antriebe und durch eigene Mittel begründet hätten und unterhielten, ohne Seitens des Staates auch nur die geringste-Beihülfe und Aufmunterung zu finden, zeigte Redner, wie tief dem Juden der wissenschaftliche Trieb, die Pietät gegen die Gelehrsauüeit, innewohne, und wie freudig und opferbereit selbst der Aermste sein Scherflein für die Pflege der Wissenschaft beitrage. Rach dieser vortrefflichen Rede, welche mit dem Abschiedsgruße Namens der dresdener Gemeinde an den Verstorbenen endete, wurde dessen Sarg in's Grab gesenkt, an dem der Sohn des Verklärten, Privatdecent Dr. Livius Fürst, das Kaddisch der Waisen betete. Vermischtes. (Ein getaufter Iude als Präsent.) Eine sehr vornehme oder gar „allerhöchste" deutsche Dame har das Gelübde gethan, dem Papste jährlich eine goldgefüllte Börse und einen getauften Juden als Geschenk zu präsemiren. Die Ueberreichung fand kürzlich wieder statt, nachdem der Jude Tags vorher in der Basilika mit ungeheuerem Gepränge die Taufe erhallen hatte. Der Papst, hoch entzückt (über den Juden und die Börse), über- K n z e ln der hochdeutschen Israeliten*Gemeinde zu Altona soll die Stelle eines ",7N wieder besetzt werden. Derselbe muss musikalisch gebildet und befähigt sein mit Chor vorzubeten und die bez. Vorübungen zu leiten. Bewerber, welche genügende Zeugnisse hinsichtlich ihres streng religiösen Lebenswandels, sowie ihrer Befähigung beizubringen vermögen, wollen solche dem Vorsitzenden der Synagogen-Gommission Herrn 8. M. Heckscher, Grosse Elbstr. Nr. 3 zu Altona einsenden und von demselben die Anstellungsbedingungen entgegennehmen. Ilie Sjnagogcii-Coinniission. In der Synagogengemeinde Sch lawe in Pommern ist die erste Caulor-, ReligionsleHrer- und Predigerstelle vaeant, und soll dieselbe möglichst zum 1. April oder später besetzt werden. Gehalt 500 Thlr. nebst freier Wohnung und Nebeneinkünfte. Qualisieirte Bewerber, die auch in Behinderungsfätlen den Schochet vertreten können, wollen ihre Zeugniffe baldigst einsenden. Reisegelder werden nicht vergütet. ___Der Borstand Hirschfeld. Für die hiesige jüdische Gemeinde wird bei einem Gehalte von vorläufig 400 Thlrn. p. a. zum 1. Juli c., wünschenswert h früher, ein unverheiratheter Theologe gesucht, der an Festtagen zu predigen und auch die Functionen eines Lehrers in den jüdischen Unterrichtsgegenständen zu übernehmen hat. Offerten mit Angabe eines kurzen Lebenslaufes sind bis zum 15. März e. beim Unterzeichneten einzureichen. M. Freund. Vorsitzender des Repräsentanten-Collegiums der jüdischen Gemeinte zu Cottbus i Lausitz. reichte als Gegengeschenk ein Ebenholzkästchen, mit Silber eingelegt, das 'ein Bild der Madonna, einen eleganten Fächer, ein Gebetbuch und — eine damastene Theetischdecke enthielt. Dies erzählt die Jewish Times. Die „Rum. Pest" bringt ein neues Histörchen, wie in dem, an hochtrabenden Worten freilich reichen Rumänien Polizei und Gerechtigkeit geübt werden. Dasselbe ging in der Stadt Adjed vor. Am 12. Januar l. I. brachte ein Israelit, Namens Herschkowitz, 500 Badra Spiritus, die er bei einen! bakauer Handelsmanne aufgekauft hatte; nachdem er alle nöthigen Steuern und die Communalaccise entrichtet hatte, brachte er die Fässer in die Stadt. Ter Herr Bürgermeister jedoch, ohne im Geringsten dazu berechtigt zu sein, verweigerte den Wagen den Eintritt in die Stadt. Ter Sohn des Kaufmannes protestirte gegen diese Tespotenlaune res Bürgermeisters, und wurde, zum Lohne dafür, ans Befehl des Bürgermeisters, von den herbeigerufenen Dorbanzen ergriffen und gemißhandelt; der Haft entrann er nur, indem ein Bürger, und wie man mir mittheilt, ein Functionär, ihn auf seine Garantie nahm. Wie man hört, hat die ganze Bürgerschaft Beschwerde er- ' hoben. Wird das Ministerium darauf achten? i ä e«. Die Stelle eines zweiten Cantor und Schächter, welcher zugleich anip Vr2 sein muss, ist hier sofort zu besetzen. Der Gehalt beträgt 400 Thlr. mit nicht imbedeutenden Nebeneinkünften. Ouali/icirle Bewerber wollen sich baldmöglichst bei dem Unterzeichneten Vorstande unter Einsendung ihrer Zeugnisse melden. Etwaige Reisekosten bei persönlicher Vorstellung und dem gewünschten Probevortragc können nur dem Engagirten entschädigt werden. Rulibory im Februar 1873. Bas l rorstun ds- Coli cgi um. D r. A. li o s c n b a u m, Vorsitzender i. A. In unserer Gemeinde ist die fv Stelle vaeant und soll anderweitig besitzt werden. Ter Gehalt beträgt 250 Thlr. und die Nebeneinkünfte be- .laufen sich auf circa 2oo Thlr. Außerdem wird eine Amtswohnung im Ecrporatiensgebäude zugestchert. O.ualisicirte Bewerber wollen die resp. Meldungen unter Beifügung der Zeugnisse an den Unterzeichneten einsenden. Reisekosten werden nicht vergütet. Buk (Pr. Posen», den 12. Februar 1873. Ter Eorporations-Vvrstand. _Jacob Basch.__ Ein Sohn ordentlicher Eltern, der die nöthigen Schulkenntnisse besitzt, kann in meinem Mode-, Manusactur-, Seidenn. Lrinen- Geschäft unter günstigen Bedingungen als Lehrling eintreten. Cottbus. Joseph Bornstein.

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