Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-02-25 · Heft 9 (25.2.1873) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 9 (25.2.1873)
Date
1873-02-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3224737-3226906-3226916--31446-3254364
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

c m e t n e (Sin im|initciijif|cä Organ fiit «Ile« jiidischc Jutcrrffc. Ttcfo Heilung erscheint wöchentlich ein m a I in u bis '' - Bv.'.en. Preis ^i.lriiiiyriq i T1>!r. Infcrate werden n,il i '.Uav. für die Pelil;eite cccr teven l'cvainict. '.'Ul: '-MmhKiur'.uii.-cit, Pesriinltcr und gciruiigb - t5xvcciticnen nehincu Bcstellüngen an. Herausgegeben von 0iaM'iuev Dr. Cubivig pljilippfüli in Bonn. Verlag von Vaiungärtners Vuchtimldlnnjl in Leipzig In rcdael'r'iiellcn Angelegenheiten wende in», fict, :> l'r. v. IHiiIiiu>ron in Beiin: i'iuuil'tliil) dcö Be;uga und der In'erale aii 0n»i»nnrInrr'L CudihnnMutiQ '.uveivilg. Julei nie, welche bis Freitay eingcl'cn" finden in der car.ruffolgenden -.'rnnnner Berueksichligung. 37. Jahrgang. Leipzig, den 25. Februar 1873. 9. Inhal!. Leitende Artikel: Jerusalem. — Die Gustav Dorische Pracht bi bei für Israeliten. — l'itc r a \* * i f d> c x* W ochcnbcricht: Bonn. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Berlin, Ans Westphalcn, Bernbnrg. — Testre ichi sch - nngarischc Monarchie: Wien., l'uiv — F rankrcich: Paris. - Italien: Livorno. — Rumänien: Bukarest. — Feuilleton: Leichcnbegängniß des Prof. vi. Julius Fürst. — Vermischtes. XettauDe' dX-thlief. , Bonn, 19. Februar. Jerusalem. Die jüngsten Tage brachten uns die Nachricht, daß nunmehr der Bau der Eisenbahn von Joppe nach Jerusalem gesichert ist. Die tesfallsige Gesellschaft hat den Ferman des Sultans erhalten, der die Bahn unter der Bedingung concessioliirt, daß sie binnen drei Jahren vollendet sei, und daß zugleich der bekanntlich sehr ungünstige Hafen von Joppe, in een bis jetzt bei stürmischem Wetter eiuznlanfen kaum möglich war, ansgebant, wenigstens durch einen festen M öle bau in das Meer hinein für die Schiffe sicherer gemacht werke. Diese Nachricht kann uns nicht ohne ein warmes Interesse lassen. Tie Bahn war schon öfter projectirt, ohne daß sie einen wesentlichen Schritt zur Ausführung vorangebracht worden wäre. Jetzt wird binnen weniger Jahre die Reise nach Jerusalem ohne alle bedeutende Beschwerde, und mit viel geringeren Kosten verknüpft sein. Bon Marseille, Genua oder Triest wird man mit dem Dampfschiffe nach Joppe fahren, und von da in einigen Stunden nach Jerusalem per Bahn gelangen, da die Entfernung zwischen beiten Städten nur etwas über zehn Wegstunden beträgt. Dampfschiff und Bahn werken unzählige Reisende nach der heiligen Stadt bringen, und bald werden sich, wie es stets eine Eisenbahn nach sich zieht, große comfvrtable Hotels erheben, und aller moderne Lnxnö in den uralten Stadien Platz greifen. Jerusalem, das so lange Zeiten in den Schauern der Einsamkeit gethront hat, wird, hierdurch in das große Netz der Eultnrbewegnng hereingezogen,;n einem Stationsplatze der Reiselustigen, und dem Weltverkehre mehr geöffnet sein, als bisher, wo die Mehrzahl seiner Bewohner, welches Glaubens sie auch seien, der Unthätigkeit und Apathie sich Hingaben. Joppe und Jerusalem bieten in ihren äußerlichen Schicksalen während ihrer langen Geschichte viele Achnlichkeiten dar. Beide uralt, so daß ihr Entstehen in daS Nebelgrau der vorabrahamitischen Zeit sich verliert, wiederholt von Grund auS zerstört, waren sie dennoch unverwüstlich, und erhoben sich immer von 'Neuem aus ihrer Asche, und wachsen jetzt erst wieder von Jahr zu Jahr an Bevölkerung und an Bedeutung. Beide Städte sind im engeren Sinne geblieben, was sie waren: Jerusalem die Hauptstadt aller palästinensischen Bezirke, Joppe der einzige, und dabei schwer zugängliche, Hafen Palästina's. Was für Schrecknisse, für furchtbare Tage, an Eroberung und Zerstörung, Plünderung und Blutbad, und dennoch auch an Wiederaufbau und immer neuer Berherrlichung Jerusalem erlebt hat, brauchen wir hier nicht zu schildern.*) Durch den Ehaldäerkönig zertrümmert, wurde cs durch den Perserkönig wieder erweckt; durch die Grausamkeit des Titus bis auf drei Thurme und einen Theil der westlichen Mauer völlig niedergeriffcn, wurde es sechszig Jahre später durch Hadrian von Neuem gebaut, so daß Römerhand wieder einigermaßen aufrichtete, was Römerhand zerstört *> Anssülnlich schrieb die Geschichte Jerusalems Robinson in seinem * Reisewerle über Palästina. B. ll. S. 195—2SS.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.