Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 8 (18.2.1873)
- Date
- 1873-02-18
- Page
- Seite 130 (sequence 16)
- Language
- German
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130 Mitreisenden gehören, die liebenswürdige Menschlichkeit nirgend reichere Gelegenheit finden, sich in ihrer rnhrenrslen Schönheit zu zeigen, wahrenvon der anderen Leite Starrsinn, Herzenshärte, Rehl-eit und Zuchtlosigkeit sich bei keiner (Gelegenheit in empörenderer nngemeinschädlicherer Weise breitznmachelt vermögen, als hier. Man bedenke, dast die -FellpstöUe tlicht in jedem Boden hasten, das; ein einzelner Mann sein gewebtes Hans nur mit Hülse eines Genossen aufznschlagen vermag, dasi das Wasserschöpsen von Bielen ans Einer Quelle, wenn Gewaltthätigl'eilen vermieden werden sollen, sich nur bewerkstelligen läßt, wenn strenge Qrvnung innegehalten wird, und sich ein Theil der Durstenden dem anderen nachzustehen gern bequemt, daß, wenn die 'Weideplätze für die Zahl rer hungernden Heerden nicht ausreichen, jeder Hirt rücksichtslos für sein Bieh eine Trist, und wäre es mit Gewalt, zu erringen sucht, daß, wo die Bcsitzlhnmer einer großen Anzahl von verschieden begüterten Menschen essen vor den Zelten umherliegen, der Habsüchtige leicht zum Berbrecher wird, daß, wenn beim Ausbruche nicht Alles zur rechten Stunde bereit ist, entweder das Fortkommen Aller verzögert, oder die Schaar der Zurückbleibenden aufgegeben werken An den Lagerplätzen von Sukketh und vor den Bastionen tElhaim kann es an alledem nicht gefehlt haben; lassen sich doch viele.der genannten Uebelstände selbst da nicht vermeiden, wo eine größere Gasla ans wohlbekannten Wegen in Frieren ihrem Baschi folgt. Darimi können wir-nicht umhin, uns das Vager von Sutloth, und mehr noch das von Etham, als ein chaotisch buntes und lärmendes Gewirr von Männern. Weibern, .(rindern und Bieh vorznstellen, das die Hand keines Feldherrn zu entwirren, die Stimme keines Führers z» überschreien vermocht hätte. Unordnung, Hader, Widerspenstigkeit, Zorn, Frechheit, Jammer und .(ileinmnth feierten hier ihre Qrgien, während, versteckt unter diesen Ausgeburten einer langen Berwahrlosnng, sich mancher rührende Zug zarter und hingebender Familienliebe, der schönen, in der Bedrückungszeit erwachsenen Wüstenblume, die hellte noch den Tranertalar des Bottes Israel ziert, den Führern gezeigt haben mag. Tie Tagereisen von RamseS nach Sukketh, und von Sukketh nach Elham, sind verhältnismäßig kurz, aber nicht zu klir; im Hinblick ans die Zahl und Beschaffenheit der Wanderer, und die Erfahrung, das; hellte noch eine Gasla an ihrem ersten Reisetage selten n>ehr als einen halben Tagemarsch zurücklegt. 'Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Ans die Inveeliven des preußischen Belkes durch den Franzosen Q u a t r e s a g e s hat V i r ch o w in einem Aufsätze „über die Methode der wissenschaftlichen Anthropologie" geantwortet. Zn demselben spricht er von den französischen Colouisien in Preußen, und fügt hinzu: „Sie sind germanisirt, wie die zahllosen Itiden, welche wir zu einem beträchtlichen Theile aus Polen und Rußland ausnehmen, und von denen wir nie in Abrede gestellt haben, daß auch sie ein mächtiges Ferment der Enltnr für uns geworden sind." U >l » e lu der hochdeutschen Israeliten-Gcmeinde zu Altona! soll die dilelle. eines ->7wieder besefzl werden. Derselbe nniss musikalisch gebildet, iiu-i hifahigt sein mit Hier vor- ' /iibclen und die bez. Vorübungen zu leiten, lic.v.vrber, welche; genügende Zeug-nisse hinsichtlich ihres streng religiösen Le-! heuswandeis, sowie ilirer l'.elaldgung beizubmtgen vermögen, wollen solche dein Vorsitzenden der Syuagogcn-Cominission Herrn S. M. Heckschcr, Grosse Klbstr. Xr. :i zu A Ilona einsoiiden und von demselben die Anstellung.sbeilingnugen eutgegenn, lnneii. Die Sju:tg(»"e»-('nminissinn. i g c n. Titschliegtl lProv. Posen), den r>. Februar lS7d. Tie Vehrerstelle an der hiesigen israelitischen Elementarschule, mit welcher ein Einkommen von 2<»«> Thlrn. baar, eine feste Zulage von Thlrn. ans Eorporationsmitteln, freie Wohnung und freies Brennholz verbunden sind, ist sofort zu besetzen. Qualisieirte Bewerber, vorzüglich solche, welche zur Eriheilung hebräischen Unterrichts befähigt sind, für welchen eine Privateinnahme von!<>«, Thlrn. in 'Aussicht, gestellt werden kann, werten ersucht sich bei uns baldigst zu tnelden. D e r Bk a g i st r a t. Fihner. (Hin jüdischer Veforcr, tückü'ig int Hebräischen und in Elememarsächern, wird für eine höhere Bürgersckmle zum 1. April k. Z. gesucht, Gehalt döu bis l'.n Thlr. Meldungen erbeten unter A. 0. k. Annoncen- Erpcditlon von Jacob Türkheim. Hamburg. Tie bei freier Wohnung, Feuerung rc. mit 27.7—nun Thlrn. dotine Vehrern. BerbelersleUe ist vom I. April an in hiesiger Gemeinde zu besetzen. Qualisieirte Bewerber wollen sich melden. Meppen, d. l. Febr. IS7.J. Ter Beistand I. Cohen. Tie Stelle eines Eultnsbeamten in hies. (Gemeinde ist zmn 2^. April d. Z. noch zu besetzen, und wellen Resleetirende sich baldigst melden bei dem Borstand. Malchow iMeckkbg.-Schw.), im Februar 1 dick. Commis gesucht für mein Tuch- und Eoufeetiousgeschäsl zu Dortmund oder nach hier. Eintritt per 1. März oder auch sofort. Gute Zeugnisse erforderlich. H. M. Heimann in Paderborn. Ein Israel. Vehrer oder eine Gouvernante werden zur.Heranbildung von ö .(Lindern im Alter von 12, lo n. s Zähren gesucht. Näheres vermittelt die Epp. d. Bl. unter l'biffre. V. 7 Id.