Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 37 (1873)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1873)
- Date
- 1873-01-22
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/3224737-3226906-3226911--31368-3254281- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
62 ivrtAcS, Herrn 3. M. Ztmx, \u. XciS Protokoll romte ausgefertigt, uhd sollte mm zur Ausführung kommen. Dnrck» einen Irrthum ater wurde die Mittheilmtg von dem gefaßten Beschlüsse an ein anderes Mitglied der israelitischen Gemeinde, welches reusclteu, bekanntlich nicht seltenen, Namen führt und gleichfalls orientalischen 3ludien lebt, Herrn M. E. 3lern, adressirt. Herr M. E. Stern, angenehm überrascht durch die auf ihn gefallene Wahl, beeilte sich, feinen Dank abznstatten, und wollte die Summe eincassiren; Herr S. M. Stern, der privatim von der ihn betreffenden Entscheidung des Vorstandes Kirnte erhalten hatte, säumte ebenfalls nicht, seinen Dank auszudrücten, und wellte das Stipendium beheben. 'Beide empfingen unangenehmen Bescheid: Herr M. E. Stern, das: der ächte Stipendist ein Anderer sei, Herr S. M. Stern, das: bereits ein Anderer im Besitze rer Anweisung sei. .Keiner der beiden Stern wollte seinen Anspruch aufgeben; M. E. Stern nicht auf Grund des ihm zngcsiellien ofsiciellen Aetensiückes, S. M. Stern nickt auf Grund des authentischen Wortlautes des Verstandsbeschlusses. Dieser argen Situation machte der Vorstand durch einen salomonischen Spruch ein Ende. Er vergrößerte die Sthendiumssunrme ans Gemeiudemitteln, und theille dieselbe zwischen den beiden Drientalisteu gleichen Namens, die sich nun nach ausgesiandener Eniotion ihrer Subvention ungestört erfreuen wollen. Ein eigenthiimlicher Vorfall macht jetzt einiges Aussehen; wir erwähnen ihn hier, weil er den Helden- und Sängerkönig belrisst, der sich von den Menschen allerdings schon sehr Biel hat gefallen lassen müssen. Vor einiger Zeit erschien ein Trauerspiel, „Das Weib des Urias", von Adolph Meißner. Wir kennen es nicht, roch soll es viele Schönheiten haben, aber auch mancherlei Sbscönitälen, die cs weder zur Vcctnvc empsehlenswerth, noch zur 'Ausführung möglich machen. Jetzt hat nun der bekannte „Philosoph des Unbewußten", E. v. Hartmann, ein Trauerspiel „David und Barlsseba", und zwar unter dein Pseudonym Karl Robert veröffentlicht, welches offenbar eine Verletzung des Eigenthnmsrechtes enthält. Denn nicht nur sind hier die ganze Disposition Meissners, die Charaktere und Situationen aus dem dramatischen Gerichte Meissners wiederholt, sondern auch viele einzelne Gedanken desselben öfter mit denselben Worten, dann wieder etwas umschrieben, noch einmal gegeben. Meissner mtterliess nicht, gegen ein solches Verfahren lauten Einspruch zu erheben. Durch eine sehr kurze Andeutung res Philosophen in seiner Vorrede erfährt man, dass er dies durchaus nicht „unbewusst" gethan, und man ist gespannt, wie er sich rechtfertigen will.*) *) Es erinnert uns dies lcbbast an einen ähnlichen Vorfall ans unserer Engend, der aber darin versanden war, ratz der berliner Hoftbcarcrdichter und Tbearereensor Raup ach einem von uns als giingting eingcreichten Drama „Noben Brucc" (Gegenstand, Situationen n. s. wentnahm, zuvor aber das Vtannierip: als unbrauchbar zmnckgab. Er mag mit Vetzlerem wobt Ne ein gehabt haben: allein teinesu-egs fand er es io unbrauchbar, um nicht das Brauchbare daraus für sieb zu brauchen. Gewonnen batte rer Lloff durch iim auch nicht, denn feilt Drama der schwand nach kurzer ^üi von der Bühne, und Niemand erinnert sich webt dessen noch. Wir waren natürlich damals nicht in der Arge, Protest zu erbeben — wäre auch ganz nutzlos gewesen. Ncdereteur. U ti j e i g e it. CONCÜKS. Die israelit. ln!tn>^emo!in1o in wünscht;um 3 0111^ liicrfcmcjlcr 1 >>7:t die daselbst offene Stelle eine« Kalihinvrs. der zugleich l*r<*<iig<T sein muss, zu besetzen. Eompeienten um riese Stelle, mit welcher ein jährlicher Gehalt von louu fl., freie Wohnung, das Erträgniss für den Religionsunterricht am l'iesigen (!ynm.‘i.siuin und die ndlicheu Emolumente verbunden sind, wellen ihre 'Bewerbung bis längstens 15. Februar l. I. beim gefertigten Vorstände einbriugen. Probevortrag, zu welchem direkte Einladung erfolgt, wird gewünscht, Reiseloften werden nur dem .V<<-ej't>i-1on vergütet. 8 a a st, 1 r». 3 a n uar 1 S 7 3. Isr. Cu I tu s gerne in de-Vor stand Saaz, in Kölimcn. Am J. Mai d. I. wird die Stelle eines CantorS, Schächters, ReUgionstchrrrs. lkual Karn unc Baal Tkna vacam. Fipirler Gestalt 15<» Thlr. nebst freier Wohnung und Rebeneinti'rrifrcu. Resleclirenre wellen sich unter Einsendung ihrer Zenguiffe baldigst melden.' Reisekosten werden nicht erstattet. Gonzawa 'Provinz Posen), im Januar 1873. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde: I. B.r B. Tsfezjiukl. Für unsere Synagogengemeinde suchen wir einen ünverheiratheten Elementarlehrer, welcher auch ras Verlesen der Thora versteht, entweder zum baldigen Antritt oder spätestens per l. April d. I. Weitere Auskunft erlheilt auf gefl. Frauco-Dsserten mit 'Beifügung der Zeugnisse Haus berge Ter Snnagogen-Vorstand iWestPhaleu.) W. Michclsohn junior. Vom! 'nferzeirhttefen wird per /. Aprif ein Lehrer yestrehf hei <i hindert» (Anfitnqer). (Jehalf 200 Thlr. hei freier Station. Heftertaufen not (eit sieh sofort wehten. Sehfant/en, ft. iS. Jan. iSfS. B. Ai. A/rt/er. Die hiesige Elementarlchrer-, Vorbeteru. Schächterstelle ist vaeaut. (R'halr 2'.0 Thlr'., auch Rebeueinkünfte, nebst freier Wohnung, Heizung und Bettwäsche. Rur nnverheirathete Bewerber wollen sich gefl. melden. Sögel «Provinz Hannover«, den 0. Januar 1873. I. Weinberg, Vorsteher.