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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-01-08 · Heft 2 (8.1.1873) · p. Seite 29

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 2 (8.1.1873)
Date
1873-01-08
Page
Seite 29 (sequence 13)
Language
German
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Beweis dafür in Händen habe. Die vielbesprochenen und mir vielen Opfern vergeblich nachgesnchren Ruinen sind endlich mir zugesallen, sie theilen sich in zwei Hanplniassen von noch ziemlich erhaltenen Gebäuden. Tie ersteren befinde» sich aus einem Granitbcrge, und darunter ist eine Nachahmung des salomonischen Tempels — Festung und Gotteshaus zugleich — dessen Mauern ans gehauenen Granitsteinen ohne Mörtel aufgeführt sind und heute noch die Höhe von ,‘JU Fuß haben. Als Plafond bedeckter enger Gänge haben Eerernbalken gedient, wovon ich Stücke besitze. Zwar ist keine Zuschrift vorhanden, wohl aber hohes Alterlhunl verrathende, eigenchümliche Ornamentzeicknung an Steinbalken angebracht, die noch senkrecht aus den Mauern emporrageu. Die ganze westliche Seite res Berges ist bedeckt mit solchen behauenen Granitsleinen, die Terrassen anzudeuten scheinen. Tie zweite Masse von dünnen liegt südlich vom Berge, von diesem durch ein seichtes Thälchen getrennt und bildet ein wohlerhaltenes Rondeau mit labyrinthartig im Innern aufgesührteu Mauern, aus dieselbe Weise ohne Mörtel erbaut; ein wohlerhaltener Thurm von »o Fuß Höhe bei 1 <*, Fuß Turchmesscr an der Basis, und 8 Fuß an der Spitze. Auch hier findet sich Eedernholz in ähnlicher Weise angebracht, und man wundert sich, daß es vom alljährlichen Grasbrande so gut verschont blieb. Zn diesem Rnndgebände gehören nun noch eine Masse von Borbauten und Ruinen; diese haben ohne Zweifel als Wohnungen für den Hofstaat der Königin von Saba gedient. Ich habe Gefamintskizze imb Plan dieses labyrinthartigen Palastes mit großer Gefahr mir verschafft. In der Ansicht, daß tiefe Ruinen von der Königin von Saba herrühren, wurde ich von den Eingeborenen unterstützt, denn vor etwa l<> Jahren, vor dem Einsalle der Matebelc von Westen und der Zulu von Osten, wurden aus dem Berge noch Opfer ganz nach alljüdischen Ecremonieen dargebrachl; überhaupt wurde aus dem Berge immer nur angebetet, während das Ronteau in der Ebene das Haus der Großsrau genannt wird. Ich hatte die" Absicht, den Sohn des Hohenpriesters mitznnehmen; er kam auch mit bis nach Senna, weiter konnte ich ihn wegen Mangels an Mitteln nicht milnehmen. Sie werten überzeugt von meiner Behauptung sein, daß wir es hier mit den Zeiten Salomo's zu thun haben, wenn Sic erst die Details darüber wissen werden, die ich Ihnen bald mündlich.zu geben hoffe. Außer diesen Haupnninen finden sich zerstreut durch das ganze Vaud kleinere, rundliche, bis 311 sechs Fuß Höhe ausgeführte, luörtett'ose Mauerwerke, die zu Altären gedient haben müssen, denn vom Stamme der Balosse opfern heute noch viele daraus. Ties wäre die erste wichtige Entdeckung bei rer beendigten Reise; die ztveile ist ein reiches Goldfeld, rem ich den Ramcn Kaifer-Wilhelms- Feld gegebeit habe. Es ist sehr ausgedehnt, uitd hat eben sowohl Rissals-Allnvialgeld; von letzterem werden oft marrelgroße Nuggets gefunden. (Allerdings giebt das hier Gesagte doch noch keinen ob jeetiven Beweis für die Richtigkeit der Annahme res Herrn Manch.) Bergeblich baden sich bis jetzt die größten medieittistben Anetoritäten bemüht, die wirksamsten Mittel zur Bekämpfung rer Cholera anssilldig zu machen. Doch was der Bersland der Berftändigen nicht sieht, das übel in Einfalt ein tu, dl ick Gemüt!) : einem ckassidischen Rabbi ist es gelnngen, der Wlsseusckast ibre schönsten Triumphe streitig zu macken, und alle Männer derselben zu beschämen. Der „Zarik" in Mschlschonow, Gouverue ment Warschau, verfiel nämlich ans die ebenso sinnige wie praktische Idee, mit dem lieben Herrgott vor aller Oesseutlickkeit einen Disput zu arrangiren, nur demselben durch die gewandteste Dialektik und Schlagsertigleit so lange zuzusetzen, bis er endlick, in die Enge getrieben, sein pairr rufen müsse. Zu diesem Behufe berief er alle seine Getreuen um sick, eiabline sich selbst als Herrgott (als welcher er doch schon in den Angen seiner Anhänger gilt>, und forderte die Anwesenden aus, die Rolle der „Opponenten" mit aller Offenheit und Unerschrockenheit zu spielen. Diese waren denn auch dreist genug, dem lieben Herrgott keine Antwort sch.ckdig zu bleiben, so daß derselbe sich tiach langem und heftigem Dispute geuölhigt sah, seine Partie als „verspielt" zu erklären, und vor Allen das reumülbige Geständnis; abzulegen, daß er dieses Mal ohne jede triftige Berantasstmg die Cholera geschickt habe, Natürlich werde er auch nunmehr, da er durch die uuwirerleglickcn Beweisgründe seiner Herren Gegner zu einer besseren Erkenntnis; gelangt sei, sofort die nölhigen Anordnungen treffen, daß die Cholera im chassitischeu Tistriete des Rabbi von Mschlschonow aufhöre! -- So buchstäblich geschehen im Jahre 1872! In Rom wurden unter den Kaisern Raturseltenheueu, wie Zwerge und Riesen , zur Belustigung des Volkes ausgestellt. So unter dem Kaiser Claudius ein Jude von '. 11 1 Fuß <römisch gleich Fuß 2 Zoll preußisch >; wie Columella berichtet, wurde er bei einem. Auszuge im EirenS gezeigt und war größer als die größten Deutschen. Tiberius erhielt aus Asien unter anderen Geschenken einen 7 Ellen langen Inden, Ramenö Eleazar, der, wie Iofephus sagt, wegen seiner Größe der Riese genannt wurde. Es ist hier wohl die gewöhnliche, auch asiattsche Elle genannt, zu verstehen, die anderthalb Fuß maß, so daß dieser Eleazar über! 0 Fuß gemessen haben mußte.

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