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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1873-01-01 · Heft 1 (1.1.1873) · p. Seite 9

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
37 (1873)
Issue
Heft 1 (1.1.1873)
Date
1873-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 wie des Staates einen bedeutenden Aufschwung genommen, das Export- und Importgeschäft sei sehr gehoben, durch den vermehrten Hänserban rer MietbzinS für.Wohnnngen ermäßigt worden n. f. w. — Die odeffaer Zeitung äußerte sick» folgendermaßen.- In Nr. 1 Oo des „Gclos" besinret sich eine Eorrespondenz ans Dressa. die von dem seindseligslen Reifte gegen die Inden erfüllt ist und denselben eine weit blutigere Katastrophe, als die, welche sich bereits in unseren Mauern leider abgespielt hat, in nahe Aussicht stellt. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, einem Eorrespondeuten zu antworten, der zu den niederträchtigsten Verläumdnngcn und Beschuldigungen greift, um die Inden zu verdächtigen, und beklagenswertste Excesfe gegen dieselben zu provociren. Dies hieße tauben Dhren predigen, oder einen Wahnsinnigen ohne shstemalisch vorgencmmene Enr heilen wellen. Doch die Frage ist, ob es nicht Pflicht der Behörde sei, einen Eorrespondenten zur Rechenschaft zu ziehen, durch desien schändliche Agitationen die Ruhe der Stadt gestört und ein Theil der Bevölkerung mit Raub und Mord bedroht wird? St.-Peteröburg, im Tee. lPrivaimitth.') Folgende statistischen Miltheilungen, nach dem „jüdischen Wiestnit" dem 8. Auszüge des „Statistischen Bureaus" des Ministeriums des Innern über das Jahr 1 Sn7 entnommen, dürften mann chfaches Interesse darbieten, da sie zu eingehenderen Bergleichen der natienalölononiischen Verhältnisse unserer Glaubensgenossen zu denen der übrigen Bevölkerung Veranlassung geben. Die allgemeine Zahl der Geborenen und der Verstorbenen in den OO Gouvernements des europäischen Rußland im Jahre Geborene 1,701,333 l,n7S,07S ISO 7 waren: Männl. Geschl. Weibl. - Zus.Usl^^I Rach den Eonsessiouen cut fallen die Geburten aus Manul. Böeibl. Geschl. Geübt. Gestorbene 1,25)2,3:;.'. l,2<>S,3l 3 Zus. 2^1 (10,s5n 'Nach dem Preeentsatzc l pro Mitte Uuehclich Geb. Männl. ^öcibl. Geschl. Geichl. 3 1,2.*; Tobt Geb. Männl. 2öeibl. Geschl. Geschl. 2,31- ,.'.,2 *», 17— ",30 2\71- 2i,:.5 1,20 - njs Griech. .italh. l,37r.,:;o2,— 1 ,:ii 1 ,oin Ment. ^iath. ni;,2r.,— r,2,4so 32,70 -33,1" Pretest. 3'.>,0'.»s,— :t7,^nö :i 1 ,:u :t l,:tr. Mulnmuned. 4SI GS— 1S1S2 l, ir»— i,S2 Heiden 2rG()-l,~ 2,133! 7,2^—2",55 -- Zndeil 27,ISS 2,73— 2,«!'.» <»,12 - Man ersieht hieraus, daß 1 > die Geburten bei den Inden hinter denen der Bekenner aller anderen Eonsessionen im Reiche znrückstehen; 2» daß die unehelichen Geburten bei ihnen am Seltensten Vorkommen, und 3) daß sie den kleinsten Proeemsatz Tedlgeborener geben. Diese beiden letzteren Thatsachen werden durch die Statistik aller Länder bestätigt; die zweite hat ihren Grund in der größeren Neigung der Inden zum Familienleben, und die dritte in dem Umstande, daß dieselben ihre schwangeren Frauen Wöchnerinnen mit größerer Sorgfalt behandeln. Tie Sterblichkeit stellt sich bei den Inden im Berhälmiß zu der griechisch-katholischen Bevölkerung im Proeeutsatze pro Mille in folgender Weise: Iahresalter Griech. Satst. — Juden Von bis Männl. Weibl. Männl. 'Weibl. Geschl. Geschl. (MdG. ^schl. — 1 37o,o 33 1,11 2 IG,öS 103,37 r 5» 20 l,5»s — 200,27 202,2S 2 17,2S 5 10 15,,21 — 15,,M 07,70 03,2 1 1<* 15. 10,00 — l 0,2 g 20.70 27,Os 15, 20 10,0«; — 2 o,G 3 20,12 32,1" 20 25. 22,5.3 — 23,7 S 20,5,0 30,1 3 25> 30 22,71 — 20,17 3 1,07 30,01 30 35, 22,s2 — 2G,5, | 30,00 35,, 13 35, 10 27,11 — 30,-|o 35,,! 7 10,12 10 5.0 G1,G! — 01,Sl 7 0,0,S 75>,S5» 5,0 GO G3,10 — 70,1 1 7 G,G7 70.,7 0 GO 70 0.0,32 — 70,22 7 0,00 73,73 70 SO 11,3 1 — 13,05, 11,35, ' 12,SO So — 1 2, SG — 12,1 1 1 2,00 >2.0«» Diese Dafel zeigt, daß die Sterblichkeit bei den Inden in jedem Alter, mit Ausnahme bis znm ersten Jahre, eine größere ist, als die bei der griechisch-katholischen Bevölkerung, der beste Beweis, wie schlecht cs mu den ökonomischen Wohlstand der Inden Rußlands bestellt ist. Die g-reßere Neigung der Juden zum Familienleben wird durch folgende Tafel, glcimsalls im Proeeutsatze pro Mille gehalten, veranschaulicht: Ehen wurden im Jahre isr.7 zwischen Personen geschlossen, welche jünger als Griech. Kath. Juden Männl. Weibl. Männl. Weibl. l^eschl. Geschl. lischt. 20 Jahre 307,3,7, — 3S0,S3 13 1,10 Oos,'.»s Von 2o -25» 317,02, — 237.0'.» 203,,00, 212,00 25. 30!»«'.,73 — 0.3,S 1! I 1,"0 Sl,1 1 30—35. oi,o> — 37,71 03,S 1 10,05, 35, — 10 5.2,7!» — 27,10 17,S2 2S.30 10- 15, 33,00, — 13,lo 2ü,m; 1 1,'.»0 15,—5,0 21,01 — 7,11 23,13 0,11 5.0 „.darüber 13,37 - 2,37 23,1 1 1,5.0 Man sieht, die meisten Ehen werden bei den Juden in Rußland im 'Alter unter 2" Jahren geschlossen, was sowohl durch religiöse Ursachen, wie auch durch die eigenthümlich gesellschaftlichen Verhältnisse, in welchen sich unsere russischen Glaubensgenossen noch befinden, bewirkt wird. Ueber den kürzlich zum Doetor der erieutalischen Philologie promevirlen Herrn .Grrtawy, Bibliothekar au der hiestgeu käiserliweu Universität, P't noch von Interesse uachzutrageu, das: derselbe nach absolvirten akademischen Studien an der St. Petersburger Universität 1

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