Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1872)
- Date
- 1872-12-24
- Page
- Seite 1031 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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witdchgtzwM,. wähttnd der uttramontane Gegenkandidat > qNiescirter Mnisterialrctth Mautner, nut 15 Stimmen ethielt. Man steht hieraus, daß alles ultramontcme Gewühl Oer doch nicht verfängt. Man wählt beit befähigten und das öffentliche Vertrauen besitzenden Israeliten M die Spitze der städtischen GemeindevertretutG) OtstMtichischungarische Monarchie. -'Wien, im Decemtzer. (Privalmitth.) In diesen Tagen ist «Ut „Bericht des Curatoriums der Prediger- Mannheimer-Stiftung über seine Thätigkert seit der Gründung bis zum Jahre 1872" erschienen. Diese Stiftung Erde durch den seligen Prediger MannheiNM wx 17. Oktober 1863 als an seinem siebzigsten Geburtstage gegründet, und zwar mit 3060 ft, .welche ihm als der Überschuß der für die Kosten des chm bereiteten Festes erflossenett Beiträge zur Verfügung gestellt waren. Der Zweck des Festes ist in § 4 der StÄtuten so Msgedrückt: «Das Zinsenerträgniß ist jährlich zur Unterstützung vonMabbiNern, Predigern und Lehrern, die bk Nst unfähig g e w o r d e n s i n d, oder d er e n Wittw e tt und W a isen zu verwenden." Durch weitere Spenden ist das Vermögen auf •13/950 ft angewachsen. Die Zinsen nebst BechausspMdett, welche beide Posten zur Vertheilung kommen, sind itt diesem Jahre auf 850 ft angewachsen. In den verflosseNen nenn Jahren wurden mm sechs Prediger üüd Rabbiner Mit 275 ft unterstützt, 24 Predigers- und Rabbinerswitt wenmit 1450 ft 26 Lehrer mit 1650 ft, und 15 Lehrerwittwen mit 1100 ft, zusammen 4475 fl., eine Summe, welche durch die vermehrten Einnahmen in Zukunft sich ansehnlich steigern wird. Man sieht, welcher Segen selbst aus Mer, einem speciellen Zwecke gewidmeten Stiftung fließen käntN Prag, im Nov. (Hebr. Lead.) Das Oberrabbinat, welches seit iE Ableben des unvergeßlichen Rapoport unbesetzt blieb, wird von 'einem Provisorium geleitet, Mi dessen Spitze der ReltgidNslehrer an den Mittels ftMeN, Prsftfsdr Michael Adler, steht, ein vielfach gebMt^Mann-^desftn talmudisches Wissm der volle« Anerkennung der Gelehrten sich erfreut, und der durch seinen religiösen Lebenswandel allgemein geschätzt wich. Durch dieses Provisorium hat der Gemeindesäckel einen bedeutenden Nutzen und. dasAllgemeine leidet an religiöse« Funktionen keinen Abbruch; unter solche« Verhältnissen wird die Oberrabbinerstelle in Prag lange unbesetzt bleiben. Bon der Donau/ 3. December. (Privatmittheft) Dem Kaufmanne Herrn Jakob Weiß in Agram wurde in Anerkennung seiner gemeinnützigen Thätigkeit für sich und seine Nachkommen der ungarische Adel verliehen. -— Der israelitischen Cultusgemeinde Csuz wurde von dem christlichen Großgrundbesitzer Stephan von Szallasi eine Synagoge geschenkt.- , Lemberg, 2. Dec. (Aus der Wahrheit). Ganz unerhört in der Geschichte der Judenheit dhrfte der Vorgang sein, mittels dessen bei der Neuwahl-, des lemberger Cultusgemeindevorstandes, welche am 26. und 27. v. M. stattfand, eine Pression auf die Wähler ausgeübt wurde. So unverschämt hat sich der Mammon nie aufgedrängl und sein Gewicht in Angel^enheiten geltend gemacht, wo, wie in religiösen Dingen, das weitgehendste Selbstbestimmungsrecht unumgänglich nöthig ist. Von ihren Verwandtenden bisherigen Vorstandsmitgliedern, dazu vermocht, haben sich sämmtliche Direktoren der hiesigen Banken vereinigt, eine Caydidatenliste ausgestellt, und ein Circular in 1700 Exemplaren an sämmtliche Zahler der Tempelsteuer § das heißt, an 1700 Wähler ausgeschickt. Klagt man schon in anderen Gemeinden oft-mit Recht über die Anmaßung der Geldprotze«, die aus Privatrücksichten die Leitung der Gemeindeangelegenheiten an sich reißen, so suchen diese Reichst dort auch wieder die Sache dadurch gut zu machen, daß sie Humanitäts- und Wohlthätigkeitsinstitutionm aus eigenen, Mitteln gründen, und so die Last ihrer Herrschsucht erträglicher machen. Hier Nichts von alledem; hier reißen die Reichen die Macht an sich, um durch Bertheilung von einträglichen Smecuren an minder bemtttelte Verwandte sich von -der Sorge für die Letzteren zu befreien, und es ist dieses noch die edelste Absicht» die sie hegen, wenn sie sich an die Spitze des Gemmsdewesms stelle«.; jzjMährend so die Judenheit hier in sich zerfahre» 52