Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1872)
- Date
- 1872-12-24
- Page
- Seite 1024 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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WWMWWFWWMWUNWWWNVMAMH'MWKMWWNWWUKWW seinen persönlichen Standpunkt zum Gegenstände der Verhandlungen klarlegen zudürfen. Zunächst sei es eine Täuschung der Alliance isra&ite universelle in Paris, daß die sich entwiäelnde selbstständige Organisation ihrer deutschen Mitglieder erst durch die politische' Umwälzung des Jahres 1870 veranlaßt sei, daß der entstehende engere Bund des deutschen Israel ebenso ein Siegespreis des großen Jahres sei, wie Elsaß-Lothringen« Schon im Februar 1869 habe der berliner Localverein der Alliance isra&ite universelle eine solche Umwandlung angestrebt, Und der Redner selber das Präsidium nur in der Erwartung übernommen, daß der Localverein in Berlin sich zum Centrälvereine für ganz Deutschland umbilde. Nach neunjährigem Bestehen zählte dieser Verein damals erst nur 70 Mitglieder, und man mußte sich also sagen, daß die schwache Betheiligung an seinen Arbeiten nur eine Folge der mangelhaften Organisation sei. Doch kamen verschiedene Umstände damals dazwischen, zunächst die Bildung des deutschen Gemeindebundes, der ziemlich dieselben Ziele verfolgte, dann die Noth der westrussischen Juden, der die Gedanken des Vereins von der beabsichtigten und schon damals wünscheNswerthen Veränderung seiner Form, seiner Organisation abzog, und ihn durch acht Monate hindurch eine höchst fruchtbare Wirksamkeit ausübed ließ. Nachdem im Frühling 1870 neue Verhandlungen-'im Schoße ' des Comits's stattgefunden hatten, um durch Verbesserung des Statutes weitere Propaganda für die Ziele der Alliance machen zu können, - unterbrach sie der Ausbruch des Krieges. Das Ergebniß der mach seiner Beendigung wiederaufgenommenen Berathungen ist ' in den drei der Versammlung vorliegenden Anträgen gegeben. Es handle sich 'hier' nicht, wie am Vorabend von einer Seite bemerkt wurde, um eine Machtfrage, sondern nur um freieste, ungebundenste Hingabe an die Z w e ck e, für welche die Alliance isra&ite universelle gegründet sei. Alles sei darin einig, daß das Siechthum der Alliande in Deutschland auf der mangelhaften Organisation beruhe: Vor Allem müsse die Sache ausgeführt werden'; um Dies in erhöhtem Maße zu ermöglichen, eine Umgestaltung der Form vorzunehmen, dürfe kein Vorwurf sein. Redner weist auf die englischen Mitglieder der Alliance hin, die sich 1870 ebenfalls selbstständig constituirt haben, und zwar gerade, weil sie gute Juden leien. ' . . .i 1 iEr geht sodann' auf die MißständeZ der bisherigen Organisation näher ein, schildert die Unmöglichkeit eines selbstständigen Vorgehens in irgend einer Sache, vor Allem irgend' einer politischen Aetion, wie sie z. B. in der Frage der rumänischen Juden wünschenswerth gewesen sei, so lange der deutsche Theil der Alliance nur im Namen von Paris bei den deutschen Behörden agitiren könne. Auch hätten .pie Franzosen und mit ihnen das Berwaltungscentrum der Alliance in Paris ganz andere Anschauungen von den Zielen der Alliance, als pie deutschen Juden. Jene verfolgten hauptsächlich die Verbesserung der materiellen Lage ihrer Glaubensgenossen, während Diesen vor Allem die moralische Hebung ihrer Länder am Herzen liege; materielle und politische Sorgen seien verhältnißmäßig werthlos, ja vielfach außerordentlich schädlich im Vergleich zu Dem, was für. die moralische und intellectuelk Hebung zu thun sei. So lasse schon dieser innere Unterschied eine besondere Organisation für Deutschland wünschenswerch, erscheinen.^ Uebrigens denke man in Paris nicht darqn, solche Bestrebungen übel zu nehmen.. Netter, bef Begründer der Alliance und der unermüdliche Arbeiter ,,für ihr^ Ziele, habe sich dem Redner gegenüber persönlich dahin ausgesprochen, daß nicht schroffe Centralisation, sondern eine Einigung verschiedener selbstständiger Organisationen in den verschiedenen Ländern und Völkern zu erstreben sei. Erst dann bestehe die Alliance israölite universelle wahrhaft, wenn auch überall Etwas für die Sache gethan werde, und nicht nur hie und da das Centralcomit6 zusammentrete und seine Befehle nach allen Seiten ausschicke. Bevor die Generaldebatte, die sich hauptsächlich um die Fassung des § 1 des makowerschen Entwurfs dreht, eröffnet wird, werden die eingelaufenen Briefe zur Versammlung eingeladener Mitglieder und Vertrauensmänner, die aber am persönlichen Erscheinen verhindert sind, verlesen, und von dem Standpunkte ihrer Verfasser zu den vorliegenden Anträgen Kenntniß genommen. Darunter ist auch ein Schreiben des Centralvorstandes zu Paris, das der Hoffnung Ausdruck giebt, Professor Lazarus werde sich als Präsident des berliner Localper^nes feiner Interessen besonders warm annehmen. . . . - . Rabbiner Dr, Bamberg er (Königsberg), stellt im. Vereine mit Avvocat Lehmann (Dresden) und Herrn Kohner (Leipzig) ein Amendement zu § 1, das entweder in diesen ausgenommen oder dem Statute' als Vorwort voräüfgeschickt werden soll, und in welchem die Geschicht^ der AlUance israölite universelle in Deutschland, bas