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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-12-17 · Heft 51 (17.12.1872) · p. Seite 1015

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 51 (17.12.1872)
Date
1872-12-17
Page
Seite 1015 (sequence 13)
Language
German
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1015 um mit dem innersten Leben und Weben der Nation und speciell unserer Glaubensgenoffen genau vertraut zu sein; wir gehören auch seit Jahren zu den fleißigsten Lesern des „Israelit", dessen sonstigem fruchtbaren Streben und Schaffen wir alle Anerkennung zollen Muffen. Sollten wir uns nun aber dennoch in unseren Beobachtungen geirrt haben, — um so besser. Sie werden uns stets kampfbereit an. Ihrer Seite finden, Herr Peltyn, wo es gilt, specifisch jüdische Interessen zu vertreten, die Ehre unseres Glaubens und das Wohl unserer Glaubensgenossen aller Länder zu fördern, für Recht und Humanität zu plaidiren und zu wirken,— aber nur nicht aufKosten der Ehre unseres Vaterlandes! Denn über Allem steht uns — der Staat. St.-Petersburg, 16. November. (Privatmitth.) sVon einem zweiten Correspondenten.s Die Mittheilungen aus St.-Petersburg in Nr. 44 Ihres Blattes bedürfen einiger Berichtigung. Es ist die Spende der Herren Günzburg, Rosenthal und Warschawsky nicht bei der Eröffnung, sondern bei der G r u n d st e i n l e g u n g der Handwerksschule, die erst noch eröffnet werden soll, erfolgt. Collegialrath Zion ist nicht zum ordentlichen Professor an der medicinischen Facultät der hiesigen Universität ernannt, wie Ihr Correspondent mittheilt. Die hiesige Universität hat keine medicinische Facultät, da hier eine besondere medicinische Akademie im Ressort des Kriegsministeriums besteht, bei der auch Herr Zion, nunmehr zum Staätsrath avancirt, zum außerordentlichen Professor, und zwar durch eine besondere allerhöchste Cabinetsordre, ernannt wurde. Am meisten zu bedauern ist, daß die schönen Verkündigungen Ihres Herrn Correspondenten in Bezug auf die Beseitigung aller Schwierigkeiten zum Erbauen einer Synagoge in St.-Petersburg in der Wirklichkeit leider den grellsten Widerspruch finden. Allerdings hatte die Gemeinde einen passenden Platz von Neuem in Aussicht; der Ankauf desselben wird aber nicht gestattet, und zwar diesmal Seitens des Oberpolizeimeisters, Herrn Trepow, der sein Gutachten ein für alle Mal kategorisch dahin abgiebt, daß . eine jüdische Synagoge nicht in einem bevölkerten Theile der Residenz errichtet werden dürfe. .Die persönliche Verwendung einiger Koryphäen der hiesigen Jndenheit blieb ohne Erfolg. Herr Trepow, der übrigens ein wohldenkender und auf der Höhe der Zeit stehender Mann sein soll, scheint sich über dieselben moquirt zu haben, indem er ihnen vorhielt, sie gäben sich mit Bagatellen ab, während sie ihren Einfluß vielmehr zur Erreichung völliger Emancipation der Juden Rußlands verwenden sollten. Es klingt einigermaßen der freundlichen Rede der lafontaineschen Katze ähnlich, welche, die Nachtigall mit den Nägeln am Halse würgend, ihr zu gleicher Zeit die Frage stellt, warum sie nicht singe und Triller schlage. , - Am 19. September 1869 ist den in St.-Petersburg wohnenden Juden die allerhöchste Erlaubniß ertheilt worden eine Synagoge zu bauen. Seitdem ist es das vierte Mal, daß die hiesige Gemeinde mit großer Mühe und Kosten einen passenden Platz ausfindig macht, und ihr der Ankauf desselben unmöglich gemacht wird. Die Sache ist schon an und für sich mit großen Schwierigkeiten verbunden. Das bestehende Landesgesetz verlangt, daß Synagogen nur in der respectablen Entfernung von 100 Klaftern von christlichen Kirchen gebaut werden. Nun ist hier schwerlich eine Straße zu finden, wo nicht einige Kirchen vorhanden wären. Sollten dazu auch noch polizeiliche Bedenklichkeiten in Rücksicht genommen werden, so ist die Verwirklichung der allerhöchsten Gnade in Bezug auf Errichtung einer Synagoge in St.-Petersburg geradezu eine Chimäre. A « z e i gen. Bekanntmachung. Die Stelle eines Lehrers an der hiesigen israelitischen Rectoratsschule ist vacant. Dieselbe ist botirt mit 240 Thlrn. aus der Schulcaffe und 10 Thlr. Stellenzulage vom Staat zusammen 250 Thlr. Bewerber um diese Stelle wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse baldigst Lei uns melden. Krotoschin, am 6. December 1872. Der Vorstand der iörael. Reetoratsschule. Rhode, _Bürgermeister. Am 1. April 1873 wird die Stelle eines Religionslehrers, Cantors und Schächters bei einem festen Gehalte von 200 Thlrn. excl. Nebeneinkommen offen. Junge unverheirathete Bewerber wollen ihre Zeugnisse an Unterzeichneten Vorstand emsenden. Der Vorstand der Israelit. Filial-Gemeinde zu Hayn au i/Schl.

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