Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1872)
- Date
- 1872-12-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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36. Jahrgang. Ä l l g e me i n m so J ' * Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse . HerauSgegeben van ' Rabbiner Dr. Ludwig Phttippfon in Bonn. Leipzig, den ill. Decemver 1872. I»;« cfcheint wSchmtlich einmal Dienstags, in 2 riS 2^/, Bogen. PreiS beS Jahrgang- 4 Thlr. i mit 2 Ngr. für die Petitzeile oder, deren Raum berechnet Me Buchhandlungen, ' lungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich daS Kömgl. SL^- « HalbiShrig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. .und ZeitungS-Expeditione» nehmen Bestel- »t-ZeituugS-Bureau unterzogen. : ,; Inhalt. Leitevpe Artikel,; Eine neue.Streitschrift für den Atheismus, von David Friedrich Strauß. VI. — Das Selbst- - gefühl der Juden. UI. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Aus Mecklenburg-Schwerin, Ostrowo, München, Fürth.—Oesterreichisch-ungarische Monarchie: Wien, Krakau. — . Do-naufürstenthümer: Bukarest. — Rußland: Petersburg. — Nachtrag: Berlin. Feuilleton-Beilage r Kleine Berliner Briefe.!. — Die Makkabäer, ihre Kämpfe und ihre Familiengruft. — Vermischtes. L e i t e il te A r t i! e l. Bonn, 1. Decemver. LiM mue Äreilschrist für den Ätheismvs .. von David Friedrich Strauß. vi. Mir sind dem Kritiker Strauß in dem ersten Theile feiner Schrift, in welchem er die Grundsäulen des, wie er sagt, allen Glaubens umzustürzen suchte und zerbrochen zu. haben wähnte, Schritt vor Schritt gefolgt. Gleiches werden wir bezüglich des zweiten Theiles, in welchem er seinen „neuen Glauben" darzustellen sucht, nicht thun, theils .weil wir has, Wichtigste bereits berührt haben, theils. weil der Philosoph uvd Naturforscher Strauss auf sehr^schwgchen Mützen > steht und dahinschreitet. . 3n der Thstt gieht.,er uns, hier bald nur^ einen Auszug..aus,der populärem Astronomie und Geologie, uyr sich , sein „All" zu evnstrulren, bald nur die Lesefrüchte aus den neuesten naturphilosophischen .Theorien und ausanerkannten Philosophen. Wenn Strauß hiermit bei dem allgemein neu Lesepublieum Eindruck gemacht hat, so ist.dies vor-? züglich dem Glanze und der Schärfe seiner Sprachedem Offeumuth seiner Aeußerungen, besonders aber der Keckheit seiner Behauptungen zu danken,- die er, feien sie verneinend oder bejahend, als unumstößlich hiustellt, wenn ihm auch nur sehr geringe Beweise zu Gebote stehen, eine Keckheit, welche die vielen Widersprüche verdecken soll , in die er verfällt, und. aus denen ihn sonst sein naturwissenschaftlicher und philosophischer DilettaytiHM? nicht zu retten vermag. Dies ist. auch die UrsaM,Kst wir wenigstens einige Blicke auf den folgendest Theil werfen müssen. ' v Im dritten Abschnitte „Wie begreifen wir die West?" behauptet er im Anfang, daß sich ihm der Eine persün-? liche Gott in „das unpersönliche, aber Personen bildende All umgewandelt -habe." Wir haben schon gesehen, daß er sich nur ein persönliches All abstrahirt hat,, ustd was er im Weiteren darüber aussagt, bestätigt dies stink. Es erscheint ihm gleich, ob „wir das All als die Totalität der bewegten Materie oder der bewegenden Kräfte, der gesetzlichen Bewegungen oder der Bewegungsgesetze bestimmen" Diese Gleichgültigkeit ist doch im Grunde weiter Nichts, als daß er den, begrifflichen Inhalt dieses Alls nicht zu bestimmen vermag, daß es ihm nur, ein? inhaltslose AbstrqcLion ist. Was hat Strauß erklär.^ Hat er.Materie,, ^hat. er Kraft,. hat. er Pewegustg, hat er Gesetz erklärt? Woher, fragen wir, dieBevoegung?