Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1872)
- Date
- 1872-11-26
- Page
- Seite 955 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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belächelt die Furcht des Herrn Münch vor den „Hunderttausenden der rumänischen Juden".' Er sagt: „Weshalb wir wünschen, daß Rumänien seine jüdischen Einwohner für sich behalte, haben wir in voriger Nummer ausgesprochen. Wir wünschen, daß durch ihre Kraft und Standhaftigkeit, mit Hülfe ihrer Stammesgenossen und der Freunde der Gerechtigkeit in allen civilisirten Ländern, die „Judettfrage" da gelöst werde, wo die Civilisation sich noch nicht Bahn gebrochen hat." Er schließt: „Es giebt der Fragen so viele, daß wahrlich Niemand Ursache hat, durch die Aufwerfung neuer, denen es an aller Berechtigung fehlt/ sich unnütze Sorge zu machen." tl a ch t r a g. Colberg, im November. (Eingesandt.) (Die Redaction der A. Z. d. I. macht auf folgenden „Aufruf" aufmerksam, und empfiehlt ihn dringend zu menschenfreundlicher Berücksichtigung.) Wie der Ruf und der Besuch des Sool- und Seebades Colberg überhaupt in den letzten Jahren immer mehr gewachsen ist, ist auch die Zahl armer jüdischer Kranken, die auf Grund ärztlicher Verordnung hierher kamen, oder die von hauptstädtischen Hospitälern geradezu hierher an noch nicht vorhandene jüdische Hilfsinstitute gewiesen wurden, alljährlich größer geworden. Genügten früher für die Krankenunterstützungszwecke des Bades die Sammlungen, die alljährlich hierselbst unter den Curgästen veranstaltet .wurden, so haben sich solche in den letzten Jahren als vollständig unzureichend erwiesen. In einer zur Berathung dieses Nothstandes während der letzten Saison anberaumten Sitzung Heimischer und Auswärtiger ist vielmehr allseitigfestgestelltworden, daß bei dem bedeutenden Range, den Colberg unter den Curorten für Leiden jeglichen Alters gewonnen hat,, die Gründung eines jüdischen Curhospitals und eines eisernen Eurfonds für.arme jüdische Kranke ein unabweisbares Bedürfniß geworden sei. Hiervon durchdrungen haben die Unterzeichneten, die insgesammt die colberger Verhältnisse > aus eigener Anschauung kennen, sich zu einem Counts vereinigt, um auf Colberger Münde ein Denkmal jüdischer Mildherzigkeit zu setzen. Indem wir uns erlauben, Sie hiervon in Kenntniß zu setzen, apMiren wid zugleich an Ihr warm fühlendes Herz, an das alte, heilige Erbe Israels ein dek vN genannten und bekannten jüdischen Wohlchätigkeitsstnü, und erflehen eine reiche Gabe für den Bau eines jüdischen Curhospitals auf Colberger Münde und zur Ansammlung eines eisernen Fonds für die Krankenpflege armer jüdischer Badegäste, die Sie gefälligst adressiren wollen: an das Unterzeichnete Comits, zu Händen unseres Rendanten, Kaufmann H. Bernhardt, Firma S. & Gronau in Colberg. Ueber den Empfang der Spenden werden wir fortlaufend in der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" und and. Blättern quittiren. Unsere Statuten und Rechenschaftsberichte werden wir seiner Zeit den freundlichen Gebern zusenden. Das Comite für den Bau eines jüdischen Curhospitals. Sanitätsrath vr. Hirschfeld, Rabb. Dr. Goldschmidt- Vorsitzender (Colberg). Schriftführer (Colberg). Kfm. H. Bernhardt (Firma: S. L. Gronau), Rendant (Colberg). Folgen die anderen. Unterschriften... . Anzeige«. Die vacant gewordene Rabbinatsstelle hiesiger Ge-. meinde soll wieder besetzt werden und ist dcifür ein jährlicher fixer Gehalt von 1000 Thlrn. außer den gewöhnlichen Nebenemolumenten bestimmt 'wo'rden. Bewerber, die ihre Befähigung im talmudischen und rituellen Fache durch Zeugnisse von großen Autoritäten, sowie ihre akademische Ausbildung nachzuweisen im Stande sind, wollen die betreffenden Zeugnisse dem Unterzeichneten Vorstande einsenden und convenirenden Falls die Einladung zur persönlichen Vorstellung behufs Vernehmung des rheto^- rischen Talents derselben gewärtigen. Inowraelaw, 14. November 1872, Der Vorstand hiesiger Synagogengemeinde: Raphael Schlesinger. Religionölehrer- und Vorsänger-Gesuch. Die Gemeinde Kochendorf sucht-per 1.'Januar 1873 einen Religionslehrer und Vorsänger, welcher auch den Religionsunterricht in Oedheim und Neckarsulm wöchentlich zwei Mal mit je 2 Stunden zu ertheilen hat. Gehalt 475 fl. p. a. nebst freier Wohnung und Emolumenten. Qualificirte unv erheiratete Bewerber wollen ihre Zeügniffe dem Unterzeichneten franco einsenden. Heilbronn a/N., 19. Nov. 1872. Das K. Württe'M. Bezirksrabbinat. vö M. Engelbert