Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1872)
- Date
- 1872-11-19
- Page
- Seite 934 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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S.e r b i e,n. Belgrad, 1. Nov. Ueber den bereits erwähnten Vorgang in der Skupschtina (serbischen Deputirtenkammer) lautet das Nähere folgendermaßen. Ein Antrag wurde eingebracht, daß den Israeliten nicht gestattet werden solle im Lande sich niederzulassen, und daß nur auf Belgrad ihre Wohnungsstätte beschränkt werde. Die Regierung bekämpfte mit Energie und Geschick diesen unzeitgemäßen und wenig würdigen Antrag. Der Finanzminister erklärte kategorisch: die Rechte der Juden seien durch die Constitution geregelt, und die Beschränkung derselben dürfe man auf keinen Fall zugeben. Die Skupschtina ging auch über den Antrag zur Tagesordnung über. Donaufürstenthümer. Bukarest, 3. Nov. Durch einige Blätter läuft das Gerücht, daß das Ministerium gewillt sei, einen Gesetzentwurf über „die Gleichberechtigung der Juden" in die Kammer zu bringen. Wenn das Gerücht wahr wäre, wofür wir bis heute keine Gewähr haben, so müßte es über die Feststellung der bürgerlichen Rechte der. Juden lauten, denn an eine Gleichberechtigung denkt das Ministerium nicht, und würde auch damit nur die ungeheuerlichste und geräuschvollste Opposition hervotrufen. — Ungefähr 60 jüdische Familien haben in mehreren Gruppen die Auswanderung nach Amerika angetreten. Der Wunsch, aus wandern zu können, ist natürlich in einzelnen Theilen der jüdischen Bevölkerung hier zu Lande vorhanden, allgemein ist er nicht. — Der „Curierul de Jassy“ berichtet Folgendes: „In der Tabaffabrik der Stadt Jassy arbeiten 1000 Ander und Mädchen an der Anfertigung von Paketen. Unter denselben sind 20 Tabakschneider, die vier Preßtische haben, um den Tabak zu messen und einzupressen. Alle Arbeiter sind Juden. Bei allen gemachten Publicaüonen Seitens der Fabrikdirection hat sich nicht ein einziger Christ als Arbeiter gemeldet. Wer verhindert denn die Rumänen, wenigstens hier den Juden Concurrenz zu bieten? Umsonstdie Trägheit scheint bestimmt zu sein, uns zu tödten. Viele ziehen es vor , zu verkommen, als daß sie sich durch redliche Arbeit ihr Brod verdienen! Solche.Thatsachen können selbst den größten Optimisten entmuthigen." Wenn ein rumänisches Parteiblatt so klagt, wie schlimm muß es in Wirklichkeit aussehen? — Die „Rum. Post" bringt einige lachenerregende Belege, wie man es in Rumänien mit der Statistik hält. Von derselben Stadt enthalten ziemlich gleichzeitige rumänische Lehrbücher der Geographie, daß sie 7000, 8000, 10,000 und 15,000 Einwohner hat, von einer anderen giebt das eine 20,000, das andere 25,000 und das dritte 40,000 Einwohner an. Man kann daraus ersehen, welchen Werth man rumänischen statistischen Angaben beizulegen hat. Ä » z e t ft e «. Am 1. Januar oder Februar k. I. ist die hiesige Lehrer- und Cantorstelle neu zu besetzen. Der Gehalt ist auf 350 Thlr. nebst freier Wohnung und Heizung im neuerbauten Schullocale mit Garten festgesetzt und Gelegenheit zu Nebenverdiensten durch Privatunterricht vorhanden. Qualificirte Bewerber belieben unter Anschluß ihrer Zeugnisse an Unterzeichneten Vorstand sich zu wenden. Peckelsheim in Westphalen, den 12. Novbr. 1872. Der Vorstand: __ I. Heineberg. Vaeant zum 1. Januar 1873 die Stelle eines geprüften Elementar- und Religionslehrers an der hiesigen Gemeindeschule, bevorzugt werden diejenigen, welche zugleich und arrna sind. Gehalt als Lehrer 350 Thlr. jährlich, für die combinirten Aemter 450 Thaler nebst Sporteln, in beiden Fällen freie Wohnung. Anmeldungen bis zum 1. December an den Vorstand der israelitischen Gemeinde in Rendsburg. _ Die israelitische Religionsgemeinde Mainz beabsichtigt einen akademisch gebildeten Religionslehrer, Theologen, anzustellen, welcher befähigt ist auch das Rabbmat nach jeder Richtung zu vertreten. Besoldung angemessen. Qualificirte Bewerber belieben die uöthigen Nachweise und ein eurrleulum vitae an den Vorstand zu richten. Mit einem festen Gehalte von 300 Thlrn. und einem nicht unbeträchtlichen Nebeneinkommen soll zum 1. Januar k. I. an unserer Religionsschule ein aeprüfter Lehrer angestellt werden. Qualificirte Bewerber werden ersucht ihre Meldungen nebst Zeugnissen und der Angabe ihres Lebenslaufes unverzüglich bei uns Mzusenden. Straßburg W/Pr., im November 1872. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. 3. Meyer.