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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-11-05 · Heft 45 (5.11.1872) · p. Seite 895

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 45 (5.11.1872)
Date
1872-11-05
Page
Seite 895 (sequence 13)
Language
German
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Tage des Laubhüttenfestes, ein Tag P ür i m, die ersten und letzten beiden Tagendes Passahfestes, die beiden Tage des Wochenfestes, und der Tag der Zerstörung Jerusalems. Gelegentlich einer Besprechung der einheimischen Erzeugnisse auf der moskauer Ausstellung äußert sich der Regierungsanzeiger über unsere Glaubensgenossen in Turkestan in folgender Weise: Der Jude der Provinz Turkestan macht durch seine gerade und solide Figur, sowie durch seinen energischen Gesichtsausdruck, einen angenehmen Eindruck. Die Lebhaftigkeit und Beharrlichkeit des jüdischen Stammes zeigt sich in ihm in ihrer ganzen Fülle. Bis zur Eroberung des Landes durch die Russen war den Juden das Leben sehr erschwert; sie dursten keine Zeugen gegen die Muselmänner sein, konnten dieselben nicht verklagen, hatten nicht das Recht zu reiten, schöne Kleidungsstücke zu tragen oder überhaupt eine Tracht nach bestimmter Form anzulegen, sondern nur zu Fuße gehend, mußten sie eine spitze Mütze tragen und ihre Hüfte mit einem Stricke umgürten. Auch dursten sie weder in einem anderen Theile als dem ihnen zugewiesenen wohnen, noch ihre Religion öffentlich üben. Seit der Zeit der russischen Verwaltung indeß lebten sie auf und fingen mit Eifer an, Handwerke zu treiben; namentlich besitzen sie eine große Fertigkeit im Färben der Seide. So ist der Handel mit gefärbter Seide, außer den Geldgeschäften, vollständig in den Händm der Israeliten. Sie rasiren die Köpfe, behalten aber die Peies bei, tragen muselmännische Kleidung, indeß die Frauen ihre Gesichter auf den Straßen mit einem Schleier bedecken. Wien, .22. October. Die heutige wiener Zeitung bringt folgende Kundmachung: „Laut Mirtheilung des Ministeriums des Aeußern ist das von der östreichischen Regierung mit der kaiserlich russischen Regierung am 8. November 1849 getroffene Uebereinkommen wegen Ausweisung nicht gehörig legitimirter Israeliten nach gepflogener Verhandlung mit den betreffenden Ministerien der beiden Reichshälften der östreichisch-ungarischen Monarchie, als den in derselben gegenwärtig geltenden Gesetzen widersprechend, von der östreichischen Regierung aufgekündigt worden und in Folge Zustimmung der kaiserlich russischen Regierung am 15. October außer Kraft getreten." Nachtrag. Wir erhalten soeben folgende telegraphische Depesche: Brüssel, 31. October, 7 Uhr 31 Morgens. Effectiver Erfolg des Jsraelitencongreß ziemlich unfaßbar; der moralische scheint durch Vereinigung aller Nationalitäten sehr erhebend und belebend auf die Anwesenden zu sein. Flach vielem Debattiren wurde beschlossen, in Wien eine Executivcommission zu errichten, bestehend aus der alten wiener Commission und je einem Mitglied aus allen andern Commissionen, welche betraut wird, erstens das Petitioniren aller rumänischen Juden an Regierung und Kammern wegen Einführung vollkommner Gleichheit zu veranlassen; zweitens zu gleicher Zeit bei allen europäischen Regierungen Schritte zu thun, um dieselben zu veranlassen , die Äudenrechte nach dem Vertrage von 1856 herzustellen; alsdann durch alle möglichen Mittel die Presse in Bewegung zu setzen. Ferner Judenschulen in Rumänien zu errichten und die nöthigen Mittel zu beschaffen. Es wurde mit Einhelligkeit gegen jedes Auswanderungsproject gestimmt. Sitzungen waren nicht öffentlich und wurden heute Mittwoch geschlossen. A « z eigen. Vaeanz. Am 1. Januar n. I. wird hier die Cantor- und Schächterstelle vacant. Einkommen circa 600 Gulden. Außerdem vielfache Gelegenheit zu Nebenverdiensten. Erwünscht ist, daß Bewerber die Leitung des Synagogenchors übernehmen kann. Es wird aus unverheirathete Bewerber reflectirt. Reisekosten werden nur dem Erwählten erstattet. Meisenheim (Rheinprovinz), 22. October 1872. Der Vorstand der Shnagogen-Gemeinde. Wegen anderweitiger Berufung des z. Lehrers wird am 1. Jan. k. I. die Lehrer- und Cantorstelle in der hies. Gemeinde vacant und wollen sich darauf reflectirende nnverheirathete Bewerber unter Einsendung guter Zeugnisse beim Unterzeichneten baldigst melden. Gehalt bei freier Wohnung, Heizung u. Aufwartung 300 Thlr. Der Vorstand der Synagogengemeinde zu Pr. Oldendorf (Westphalen)._^ Oldenburg im Großherzogth. Für unsere Manufactur-, Häuteu. Productenhandlung suchen wir zum 1. Februar n. I. einen Lehrling. Gute Schulbildung ist ersorderlich. S. I. Ballin & Co.

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