Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1872)
- Date
- 1872-10-22
- Page
- Seite 856 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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sahen aber die Todten aus, von denen Einzelne bis zur Unkenntlichkeit zertreten waren. Warum die Gasflammen erloschen sind, ist noch nicht festgestellt; doch nimmt man an, daß der Gasometer zu wenig Wasser enthielt, um genügend Druck ausüben zu können. Wer die Schuld davon trägt, wird wohl die Untersuchung, die über diesen schrecklichen Unglücksfall unzweifelhaft eingeleitet werden wird, ergeben. Bei dem Einzuge des Erzbischofs Ledochowski der Erzdiöcese Posen-Gnesen in Grätz am 14. October Abends haben alle jüdischen Familien in den Straßen, durch welche der Einzug stattfand, illuminirt, was von der katholischen Bevölkerung wohlwollend anerkannt wurde-. Aus dem Tokajergebirge, im Oct. (Privatm.) Seitdem die Eisenbahn in unserem Gebirge eröffnet ist, strömt es von Fremden allerseits, und ist Liszka, der berühmte Wallfahrtsort der Chassidäer, von Fremden überfüllt. In der That hat sich der Wundermann seit einiger Zeit mit Erfolg in die öffentlichen Angelegenheiten gemischt, und kaum dürfte in manchen Gemeinden ohne Dessen Einwilligung bis noch vor Jahresfrist irgendein Geschäft von den Getreuen unternommen worden sein. Welchen Einfluß der Wunderrabbi auf die sogenannten Heirathsausstattungsvereine seinerzeit ausgeübt hat, ist allbekannt, und wenn in diesem Augenblicke der Vorsteher der orthodoxen Gemeinde in Miskolcz im Gefängniß über sein Verhältniß zum Rebben und zu den Heirathsausstattungsvereinen nachdenkt, so ist der Wunderrabbi nicht Schuld daran, hat er. ihn doch zeitig zur Vorsicht gemahnt. Unweit von Liszka liegt Tolcsva, ein kleines Städtchen, dessen israelitische Bewohner größtentheils vom Weinbau leben. Nirgends fanden wir hier eine Spur vom Chassidismus, es waren biedere'Leute, die im Schweiße ihres Angesichtes ihr Brod verdienen. Ihr Tempel, der sich jetzt erhebt und eine Zierde der Stadt zu 'werden verspricht, wird von Meisterhand erbaut. Auch die einzige israelitische Schule des Comitates blüht, und ihre Lehrer leisten Tüchtiges. I. Rosenmeher. Anzeige«. Am 1. April 1873 sucht die israelitische Gemeinde hier einen unverheiratheten Lehrer zu engagiren, derselbe erhält bei freier Wohnung und Heizung ein Salair von 250 Thlrn. Reflectirende wollen sich gefl. bald melden bei dem Vorsteher Koppel Weyl. Haltern im October 1872. In hiesiger Gemeinde wird zum 1. Januar 1873 die mit einem jährlichen festen Gehalte von 225 Thlrn. verbundene Stelle eines Schächters, Vorb. u. Religionsl. vacant. Qualificirte Bewerber wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten melden. Sommerfeld, 8. October 1872. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. . L. Gattet Bei der hiesigen Gemeinde ist die Stelle eines Lehrers, Schächters und Vvrbeters noch vacant. Mit einem jährlichen Einkommen fest 90 Thlr., unbestimmt 30—- 40 Thlr. als Nebenemkünfte und außerdem freie Wohnung ,. Heizung, Mittag- und Abendtisch. Reflectirende wollen sich gefl. bald an den Unterzeichneten wenden. Wusterhausen b. D., d. li. October 1872. _ M. LoewerrsteiNi Ein qualificirler wniw, Borbeter, guter Baal Kora und Religionslehrer, 26 Jahre alt (verheirathet), der in diesem Fache schon 9 Jahre thätig und gegenwärtig im Amte ist, sucht vom 1. April k. I. eine angenehme und einträgliche Stellung. Gefällige Offerten beliebe man baldigst franco an die Expedition dieses Blattes unter Adresse T. H. 107 zu senden._ ' Die mit einem festen Gehalle von 250 bis 300 Thlrn. dotirte Stelle eines Lehrers an unserer neugegründeten Religionsschule ist möglichst zum 15. October oder 1. November c. zu besetzen. Bewerber, welche an einem Lehrerseminar ausgebildet sind, werden ersucht ihre Meldungen schleunigst bei uns einzureichen. Strasburg (Westpreußen), den 2. Octbr. 1872. Der Synagogen-Borstand: ___I Meyer. Die Stelle eines Religionslehrers, Cantors und Schächters soll bei der hiesigen Gemeinde vom 1. April 1873 anderweitig besetzt werden. Gehalt 200 Thlr. und circa 100 Thlr. Nebeneinkünfte. Qualificirte Bewerber wollen sich bis zum 1. Januar 1873 franco bei dem Unterzeichneten Vorstande melden. Reise , und sonstige Kosten werden nicht besonders vergütet. Löwenberg i/Schl., b; 2. October 1872. Der Synagogen-Gemeinde-Vorstand. Robert Wollenberg.