Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1872)
- Date
- 1872-10-15
- Page
- Seite 835 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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außerordentliche geographische: Verbreitung, seine Flexi-. Mtät, sein immenses " Anpassungsvermögen. Der; Mensch im Allgemeinen ist kein Kosmopolit; der Jude' ist. es. An allen Puncten der Erde, in allen Klimaten, und Zonen sind Juden zerstreut und. leben, daselbst,; trotz, mitunter sehr. hartem, staatlichen und socialen? Drucke; in fröhlichem Gedeihen. Weder Polnoch! Meereshöhe. scheinen auf ihr... physisches Fortkommen? von besonderem Einflüsse zu sein. In den heißen; Hochthälern Abessiniens, wo die jüdischen Falaschas,; die Herr Joseph Halsvy besuchte und auch detaillirt? beschrieben hat, als zahlreicher Volksstamm hausen, \ wie in den Eisregionen Sibiriens, überall begegnet j man Juden, die allerdings an diesen letzteren Ort zuweist durch Verbrechen geführt worden sind. Wir; wollen einiges über das Leben der Juden in Sibirien! mittheilen. Entsprechend den Satzungen des russischen Straf-! codex zerfallen da die Juden in Soldaten,- Ansiedler,- Tscholdonen und Urotschniks.. Am schlechtesten sind die' Tscholdonen daran, d. h. solche, welche die Strafe der; Bergwerksarbeit betroffen hat, und die täglich, in Ketten, gefeffelt, 200 Schubkarren voll aus den Schachten? graben und verführen müssen. Nach langen Jahren wird der- Tscholdon entweder Urotschnik, mit anderen; Worten, er wird von den Ketten und der Einschließung!! befreit, hat aber jährlich 50 Kubikklafter Erz zu gra-: ben, oder er avancirt zum Ansiedler, d. h. es steht ihm frei sich irgendwo in Sibirien niederzulassen. Die Juden, deren Zahl im Laufe der Zeit bedeutend angewachsen ist, so daß gegenwärtig deren bei 10,000 in Sibirien leben, lassen sich gewöhnlich in kleinen' Orten nieder und bilden da kleine Gemeinden. Die ' sibirischen Juden stammen zumeist aus Polen und- Kleinrußland. Sie beschäftigen sich/ wie überall auf; der Welt, mit Krämerei, und es herrscht auch ein ganz; annehmbarer Wohlstand unter ihnen. Die polnische; Tracht haben sie mit der russischen vertauscht, und ihre? Weiber, sind ganzwie die sibirischen gekleidet.. Im; öffentlichen Leben bedienen sie sich vorzüglich der russtschen Sprache, und so verräth blös der Gestchtstypus; ihre semitische' Abstammung. Eigenthümlich ist es mit; dem Glaubensbekenntniß der Juden in Sibirien bestellt. Viele haben nämlich den Glauben ihrer Väter? aus Nützlichkeitsrücksichten abgeschworen, beten aber? in'-s - Geheim - mit großer Inbrunst und in,.hebräischer; Sprache den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs -an,; Ja rJogar.: ihre Kinder , haben:, für.. wen.. Hausgebrauch ächt. jüdische-Namen,-dagegen , hören sie iqröffentlichen Leben auf russische. ’f - - ' ^M!; Am e r i k ä. Washington- •' 25. September:. Die - Correspondenz zwischen Washburne 'und' HerrnRömüfat^ "welche die. Geneigtheit Amexika's.^und-,.Frankreichs, die ru- -mänischtu Juden zu^ibeschü^en-,. zeigt, fst-officrell veröffentlicht worden. - - ' (Kabeltelegv.) (Wir werden., die Aktenstücke baldmöglichst''bringen. _ , Red? d..A.'Z/ tt ach t r!!''/ Brüssel, 8. Oktober. (Privätm.) Am„^A/Monats werden sichhier..Del^girte' derberschiedenen^Evmites für die Rumänischen .Indersversammeln,/um.über die, ( diese betreffenden - Fragen., , zu- .cherathen. ,Die.. Anregung hierzu ist von Berlinausgegangen und wexden.v,ojl,do,rt die Herren Bleichröder, -Liebermann und Prof, ^Lazaxüs erscheinen; vom englischen Comitö hofft.man Sir, Francs Goldsmid und W. Mocatta,- von der-^Uiav-os.,x8rLs1it6 die Herren Crsmieux und. Isidor^ erscheinen s. zu -sehen. Jndeß scheinen die Urheber: der Conferenz -ein bestimmtes Programm über die zu discutireuden Gegenstandes,rwch nicht festgestellt zu haben. - Wird--man eine,Mphörstätische Action seitens der Schutzmächte auf. Grund des Vertrages von 1856 hervorzurusen suchen^ oder wird man im Gegentheil die Aufmerksamkeit auf - die innere- Organisation der jüdischen Gemeinden in Rumänien wenden/-'um-ihnen möglicher Weise die moralische Kraft' zw geben- ' umdwrch sich selbst ihren Gegnern 'zu widerstehen? 'Dies livtiß -üch nicht. — Von hier selbst werden die Herren GroUÜhbiner Astruc und Consistorialpräsident Laaßen theilstehmen. .Die .israelitische .Waisenanstalt'für WestpMen und RheinMh'. .zu Paderborri '".suckt/jinen. Lehrer, welcher befähigt ist den Elementar-/ R.eligions-, hebräischen und französischen Unterricht zu ertheilen und -das.Vorbeteramt in der Hausshnagoge zu. übernehmen... AntrsttMr Stelle bis zum 1. Mai ,1873.... , Gehalt..jährlich?,50.0 Thaler. .Zeugniffe. beliebe man gn -die -Ayterzeichnete einzusenden. Paderborn, d. 4. .Octo.ber 1872. ,' _Fanny. Nathan Vorsteherin. Als. Schächter, Religwnslehrer und Vorbeter (nicht Cohen), wird für .Spremberg /i.--d.Hi^dexlsiAFM'foerheiratheter r Mann;rnit,-..guten.^Referenzen >.gegew,.fiM Gehalt von. 250 . Thlrn? 'gesucht^/Mn! die ,Fgflcsickn^n nicht hemmender Nebenerwerb chür)>e'..gestaM' ' tanten belieben;-sich ^an^Herrns^dMp^MeMMer in Hprem.berg?zu.wenden/?..J 1 - ■ ,