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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-15 · Heft 42 (15.10.1872) · p. Seite 830

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 42 (15.10.1872)
Date
1872-10-15
Page
Seite 830 (sequence 8)
Language
German
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- (palte‘Ver Gemeinschaft 'zum Segen der Gemeinde für immerdar'^werden -'s-Pe. Mit einer' Gesan^s'auffüG rüng des 400.'' Psalms-,Jauchzet ' dem tznrn alle Welt" ' 'wurde' diese ernste Feier ' nach 'zweistündiger 'Dauer würdig geschlossen.' Jeder ’ Anwesende verließ s diesesi'schönen/ zur Ehte'Gottes erbauten Tempel mit n sichtlicher' Befriedigung und ' mit dem inneren Dank- Mühle 'anden Erbauer, der mit seltener Begabung rs' verstandenein solches Bauwerk zu schaffen. ' . (Br°sl. Ztg.) / Darwstadt,' 30.' Sept. Nach der jüngsten Volkszählung leben im Großherzogthum Hessen unter 852,894 Bewohnern 25,373 oder 2,97 pCtt Israeliten. Im Jahre. 1822'-'zählte das Land 20,600, im Jahre 1849 'aber ^9,131' Köpfe. Mit letzterer Zahl 'war der Cul- L??: ÄnatiMpunct^Äreichl) im Jahre 1864' gab es noch 27,409, im Jahre 1'867 nur noch'25,268 Juden, oder '105 'Köpfe' weniger als in 1871. Gleichwohl sind sie in1 Reffen relativ so zahlreich vorhanden, wie in keinem ^r..^igeri' 'Staate 'des' ganzen deutschen Reiches, mit al- 4ieMM Ausnahme von Hamburg, das 4,39 pEt. 38* Äelileü irtttdr seinen Bewohnern zählt. In Elfaß- . 'Lothringen bilden sie 2,7"pCt., in Baden 1-78, in 'PrÄßen '1,33, in' Baiern 1,03, in Würtemberg 0,66, 4n'"Sachsen' 0,09 pCt.° 'der' Bevölkerung. Vergleicht män' hinsichtlich der' jüdischen Bevölkerung die übrigen Staaten Europas mit Hessen, so ergibt sich, daß nur ^in Oestreich und Rumänien die Israeliten stärker vertreten sind, und zwar in ersterem mit 3,83,'iü letzterem mit 3,0 pCt. Rußland hat deren 2,68^ die Niederlande 4,95,"das deutsche Reich (V2 Million) 1,24, die' Türkei 0,37, Frankreich 0/3, Großbritannien 0,15, Italien 0,11 pCt. ' ' - •' (Die' Verminderung im Großherzogthum Hessen 'kann' nur' auf' starker Auswanderungt beruhen.^;; - Redact. bi«: Z. d. I.) ' ^! . Insterburg, 24: Septbr. In der heutigen Stadtv'eror^netenversammlung^ wurde der Bescheid der königlichen Regierung 'in Betreff der confessionslosen Mädchenmittelschule zur Kenntniß gebracht. Die/kö-j nigliche' Regierung billigt den Beschluß der Stadtver-: ordnetenversammlungdaß die Schule c ruf e s s i 0 nsj '^o'8 sein soll, in seinem Lanzen Umfange/. 8Än'/Äl Öctbr.'lPriv'atmitth/)' - DasLiD^hatkraftiger'Wohlthätigkeit wird man der ^hiesigen Gemeinde'nicht versagen können. Bei jeder Gelegenheit zeigt sich' diese in günstigem Lichte.- So. hat'der" gesellige Verein - „die' Harmonia" m;' ihrer Mitte ' auch einen wohlthättgen Verein, „Philanthropia" genannt, gegründet -- der aus den Zinsen seines - Fonds' Kinder unbemittelter Aeltern zu ihrer Ausbildung als Handwerker, Künstler und Gelehrte unterstützen will. Dieser Fonds aus regelmäßigen Beiträgen, Collecten und Geschenken beträgt gegenwärtig 6766 Thaler. Unterstützt wurden früher 16 Handwerker und ein Lehrer; gegenwärtig 10 Handwerker und 2' angehende Künstler. Wenn der Fonds die Höhe von 10,000 Thalern erreicht haben wird, will man um Corporationsrechte einkommen. Wir hegen den lebhaften Wunsch, daß Dies bald Eintreten möge. : - Oesterreichifch-ungarischeMonarchie. Wien, 30. Sept. Auf Ansuchen des Präses des neuen israelitischen Blindeninstituts, Dr. Ludwig August Frankl, hat der Minister für Cultus und Unterricht gestattet, daß der von F- Gütlicher verfaßten neuen Blindenfibel, welche 'in den k. k. Schulbücherverlag ausgenommen worden ist, nunmehr auch ein hebräischer Anhang beigegeben werde: — Nach der bisherigen Gepflogenheit werden die in Niederöstreich verstorbenen Israeliten zumeist auf den wiener israelitischen Friedhof überführt, so 'daß'fast täglich eine' Leiche, ja auch zwei/ oder drei derselben! von Auswärts daselbst einlangen. Die wiener israelitische Cultusgemeinde ist dadurch nunmehr nicht wenig in Verlegenheit gesetzt, da ihr Friedhof nahezu überfüllt ist, und gegenwärtig noch nicht abgesehen werden kann, wann der Centralfriedhof in Verwendung kommen wird. Im Einvernehmen mit dem Stadtphyfikate und dem Magistrate hat nun die erwähnte Gemeinde den Wunsch ausgedrückt, daß in jedem der vier Viertel von Niederöstreich wenigstens? Ein" israelitischer Friedhof errichtet werde. Der Statthalter hat auch die Bezirkshauptmannschaften angewiesen, auf die Realifirung des Wunsches der wiener israelitischen Cultusgemeinde in geeigneter Weise ' hinzuwirken. Die von Auswärts auf den israelitischen Friedhof in - Wien zur -Beerdigung überführten Leichen werden, wie sich aus einem Berichte des' wiener Magistrats ergeben hat, ohne Unterschied-, wenn die

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