Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1872)
- Date
- 1872-10-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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36, Jahrgang. Allgemeine JW 41 Ein unparteiisches Organ für alles Wische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 8. October 1872. Mese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2>/a Bogen. Preis deS Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig l Thlr. Inserme werom mit 2 Rar. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Me Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS-Expeditionen nehmen . Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat fich das Königt. Sächs. Hrupt-Zeitungs-Burcau unterzogen. < ' Wir fordern hiermit Schriftsteller, wehhe einendas Judenthum betreffenden Stoff belletristisch , in Roman oder Novelle bearbeitet ha^en, auf, mit einem dev Unterzeichneten in Verbindung zu treten. - Die Bedingungen sind sehr! günstiger Art. Das Institut zur Förderung der israelitischen Literatur. Dr. Ludwig Philippfon vr. A. M. Goldschmidt Dr. L. Herzfeld in Bonn. in Leipzig. in Braunschweig.' Ä n halt. Leitende Artikel: Was hat das Geschick aus den-Juden! gemacht? II. — Das östreichische Rothbuch. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Cassel.— ' Oesterreichisch-ungarischeMonarchie: Wien, Pest, Prag, Lemberg/ Aus Süd-Ungarn. — Frankreich: Paris».—Italien: Nom. — Donaufürstenthünier: Bukarest.— Rußland: St. Petersburg. Feuilleton - Beilage r Zu den hohen Festen. — Sittenspiegel. (Fortsetzung.) — Eine jüdische Reliquie aus dem Mittelalter. — Vermischtes. Leitende Artikel. , Bonn, 5. October. Was hat das Geschick aus den Juden gemacht? ii. ■ ... \ Diese Eigenschaften begleiteten den jüdischen Stamm auch bei der großen Wandelung, welche sich Hm seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts erschloß. Wir brauchen unsren Lesern nicht abermals auseinanderzusetzen, -daß wir diesen Uebergang der Juden in das allgemeine Culturleben in seiner Bedeutung für diesen Stamm als das dritte der großen Ereignisse ansehen, durch, welche .sein Geschick auf lange Zeiten hin bestimmt wurde: den, Einzug der Israeliten in Kanaan und die zweite Zerstörung Jerusalems. Wer einen vergleichenden Blick auf die inneren und äußeren Verhältnisse, auf das geistige und materielle Leben der Juden in den siebzehn Jahrhunderten vorher/ und wie sie sich seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts gestaltet haben, wirst, dem wird es einleuchten, daß hiermit eine völlige Wandelung ebenso bedingt und verbunden war, wie als der nomadisirende Hirtenstamm in die engen Gränzen und festen Ansiedelungen des kleinen Landes eingeschloffen wurde, und wie, des Vaterlandes und jedes Mittelpunktes beraubt , dieser früher ackerbauende Stamm in alle Länder zersplittert,, und schließlich zu einem engbegränzten commerciellen.Leben gezwungen wurde. - Auch das ist unnöthig nachzuweisen, wie die Juden in dieser Wandelung, die - ihnen doch darum von Außen herangebracht wurde, weil? sie' dieselbe, wenn sie ihnen gestattet worden wäre^ schon s piel , früher vollbracht.-hätten