Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1872)
- Date
- 1872-10-01
- Page
- Seite 788 (sequence 6)
- Language
- German
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mindestens einige oberflächliche Erkundigung, einzuzichen. Es hätte dann ohne Mühe erfahren, daß der LandesgerichtspräsidentHofinger.nur Civil sitzungen, nicht aber Zuchtpolizeisitzungen präsidirt, welche letztere vom ständigem Kammerpräsidenten^ äbgehalten Werden/ und Laß dev' angegriffene Beamte daher unmöglich die ftagkichen Aeußerungen gethan haben kann. Hies genügt äüern schon zur gebührenden Abfertigung, dieses gemeinen feigen Ueberfalls. Im Uebrigen ist sofort gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden, deren Ergebniß hier nW 'vorgegriffen werden soll.. Den näheren Bekannten des erwähnten Beamten gegenüber, dessen Auftreten und Bildungsgrad aus einer zwanzigjährigen Wirküngszeit in der Pfalz Lekanüt ist, wird es ohnÄMeiner.näherenAüWrung Ger diesen SchmüzartikÄ, der auf das: Calummare audacler, semper aliqüiä häeret, berechnet ist, nicht bedürfen. AuS WürLeMberg, 6. Septbr. (PrivatM.) Der Lehrerstand Würtembergs war in voriger Woche an zwei! Tagen hintereinander, am 26. und 27. Aügust, versammelt, am ersten Tage um eine Feier zu begehen, wie sie selten vorzukommen pflegt. DciS 50jährige Berufsjubiläum des israelitischen Hauptlehrers und: Waisenhaüsvaters L ieb man n in Eßlingen war es, welches einen großen Kreis von Collegen, früheren Schülern , Waisenhauszöglingen und Freundeü aller Confesstvnen um ihn vereinigte. Mit einem trefflichen -Vocalquärtett des eßlinger Bürgergesangvereins wurde die Feier eingeleitetworauf ein früherer Schüler des Jubilars, Hochberger von Stuttgart, ein als Gedenkblatt gedrucktes Gedicht , und Lehrer Elsässer aus Laupheirn die Festrede vortrug: Auch der Borstand des i israelitischen; Waisenhauses, Gemeinderath Ad. Levi'von Stuttgart, sowie Kirchenrath Dr: von Maier, würdigten die Verdienste des Jubilars. Ein prachtvoller silberner Pocal aus der Silverfabrik von Grävell in Berlin — der Inhaber dieser Fabrik ist ein früherer Schüler .Liebmanns wurde , als Zeichen der?' .Anerkennung gespendet. An die FeM reihte sich ein Mittagsmahl von über 100 Gedecken M Der Vorstand der eßlinger Bärgergesellschaft übergab dem Ju- - bilar eiku Diplom/ worin er zum Ehrenmitgliede dieser Gesellschaft, ernannt ist: Während des Festes liefen' -verschiedene Telegramme eir und Abends noch eines von Sr. Majestät dem- Könige / worin -der Jubilar der königlichen- Huld und Gnade versichert würde: Am zweiten Tage versammelten sich die Mitglieder des israelitischen Lehrervereins in Stuttgart im Gartensaale des Cafs WerNer zM JahreSconferenz: Gegen 30 Mitglieder waren anwesend. Die Tagesordnung erstreckte sich auf die Stellung der israelitischen Lehrer und Vorsänget zum neuen Entwurf der Kirchen- und Gemeindeordnung; den Religions- und den hebräischen Unterricht in Beziehung aus sein Zeitmaß und seine Ausdehnung; die Wahrung der persönlichen Interessen der Lehrer bei der Auflösung der Schulftellen und Umwandlung derselben in Vorsängerdienfte; Angelegenheiten des Lehrerunterstützungsvereitts. In .den Leiden ersten Thesen wurden Eingaben an die zuständigen Behörden beschlossen und der Ausschuß damit betraut. Eines Theiles dieser Aufgabe hat sich der Msschüß jetzt schon entledigtindem der israelitischen Oberkirchenbehörde ein von Lehrer Löwenstein in Heilbronn verfaßtes Memorandum übergeben wurde, welches das Zeitmaß für den Religionsunterricht der Vorsänger betrifft. Es wird darin namentlich betont-- 1. daß das Maß der Lehrzeit, nämlich die bisherige Stundenzahl von Stunden, für die Religionsschule in Stadt und Land genügend sei. 2. Diese Norm ist sowohl für Schullehrer als für Vorsänger maßgebend. 3. Eine Vergrößerung der Stundenzahl kann nur unter Rücksicht auf den Wunsch der Aeltern, die Gesundheit der^Schüler und die übrigen Lehrfächet eingeführt werden. 4. Jede weitere Unterrichtsstunde, sowie Abtheilungsunterricht des Vorsängers, muß nach Privatübereinkunft, oder mindestens nach Analogie des Schulgesetzes vom 25. Mai 1865 belohnt werden. Die Frage wurde hauptsächlich dadurch praktisch, daß man den Vorsängern, die nicht zugleich Schullehrer sind, Seitens der Gemeinden zumuthen wollte, ln inünituw die Stundenzahl des Unterrichts progressiv mit dem Wachsthume der Schülerzahl ohne weitere Entschädigung zu vermehren. Schon Ae Rücksicht auf Schule und Schüler erheischt, daß die Religivnsünterrichtszeit nicht vom willkürlichen Ermessen deb Ortsbehörde abhängig gewacht werde, da,sonst eilte Gefährdung der andern rinentbehrlichen Unterrichtsgegenstände