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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-09-24 · Heft 39 (24.9.1872) · p. Seite 774

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 39 (24.9.1872)
Date
1872-09-24
Page
Seite 774 (sequence 12)
Language
German
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tttobcrtte $3t(bimg imb (Miur, ttt, bcr ^eTT6etfüj^ru«ö der Ungerechtigkeit gegen Juden und Judenthum, wie sie doch auch noch in Frankreich verkamen, —. wir erinnern nur an bie Behandlung der Juden in Algier, als es sich darum handelte, .ihnen bas französische Staatsbürgerrecht zu verleihen , und an viele andere Vorkommnisse, von denen ja selbst die französisch - jüdischen Blätter nach Wicht und Gewissen Bericht erstatteten*)! — liebevoll ein Auge >zudrückt.--.Wenn aber irgend ein französischer Jude mit dem Bande der Ehrenlegion decorirt oder sonst wie durch eine officielle oder officiöse Schmeichelei ausgezeichnet .wird, so. wird Herr Peltyn gewiß nicht verfehlen, seinen entzückten Lesern breitesten Bericht darüber zu erstatten, indeß er von der immer bevorzugter werdenden Stellung, die heute Juden und Judenthum in Deutschland einnehmen, nur mit schwerem Kerzen und in abschwächendem Maße Notiz nimmt. Und aus welchem Grunde? Etwa aus zärtlichstem Mitgefühl für die Juden Deutschlands.? I bewahre! Nur damit die Leser des „Israelit" in ihm auch für ihre politischen Sympathien und Antipathien Nahrung finden; damit sie bei der Lectüre dieses Blattes in Bezug ans Frankreich entzückt ausrufen: „Seht ihr, welch ein schönes Land? Schon wieder ein Jude Officier, Richter, Prüftet geworden!" und mit wahrem Schauder in Bezug auf Deutschland! „Wie dies Barbarenvolk. noch so tief im Mittelalter steckt! wie viel Rischus" rc. Nun schadet freilich weder das Eine Deutschland, noch nützt das Andere Frankreich, jenes wird dadurch um kein Haar schlechter und unglücklicher, und dieses um nichts besser und glücklicher, und wir könnten füglich, wie wir es bis jetzt gethan, über diese eigenthümliche Taktik des „Israelit" auch heute stillschweigend zur Tagesordnung übergehen. Wenn wir es aber doch einmal für der Mühe werth halten, darauf zurückzukommen, so geschieht es einerseits, um Herrn Peltyn zu zeigen, daß uns für seine' „Taktik" , die wir nun schon sei^ziemlich geraumer Zeit zu beobachten Gelegenheit haben, das richtige Verständnis nicht fehlt, und andererseits, weil wir es für unsere Pflicht hallen, uns unmaßgeblich dahin zu äußern, daß der „Israelit" durch seine offene und versteckte „Deutschhetzerei" den Interessen, denen er , angeblich dient, und die in wer HMng^der unteren, jüdischen Volksclassen, in ber Gewinnung derselben, für *) Der „Israelit" ist' in dieser Beziehung französischer als die jüdischen Organe in Frankreich selbst! , Cyrresp. besserer Gemeindeverhältnrsse bestehen sollen, sehr wenig Rechnung zu tragen scheint. Denn mag auch die politische Stellung der Juden in Deutschland noch manches zu wünschen übrig lasten , so ist doch ihre g e i ft t g c unbestreitbar die höchste. Auf diese stets hinzuweisen als ein Ziel, nach welchem unsere Glaubensgenoffen aller Länder und namentlich die Polens rastlos zu streben haben, auf das mühevolle und fruchtbare geistige Wirken und Schaffen der ausgezeichneten Juden Deutschlands als nachahmens- und bewunderungswerth aufmerksam zu machen, wäre, wie uns dünkt, eine ungleich würdigere und segensreichere Aufgabe, als die im Großen und Ganzen noch sehr tief stehenden Juden Polens gegen Deutschland und dadurch gegen die Juden Deutschlands zu „verhetzen". A « z <? i g e N. In der Synagogengemeinde Schlawe in Pommern ist die erste Cantvr-, Lehrerü. Predigerstelle vacant, und soll dieselbe bis spätestens den 1. April 1873 besetzt werden. Gehalt 400 Thlr. nebst freier Wohnung u. Nebeneinkünsten. Qualiftcirte Bewerber, die auch im Behinderungsfalle den Schochet vertreten können, wollen ihre Zeugnisse bis zum 1. Januar 1873 einsenden. " Reisegelder werden nicht vergütet. Der Vorstand Hirfchfeld. Baeanz. Es soll die Stelle eines Oberrabbiners in der hiesigen hochdeutschen Äsraelitengemeinde wieder besetzt werden. Bewerber wollen ihre Meldungen bis zum 31. Oetober d. I. bei dem Vorsitzenden der Unterzeichneten Commission, Herrn Rechtsanwalt Heymann Hierselbst einreichen, welcher über die Bedingungen auf Verlangen nähere Auskunft ertheilen wird. Altona, den 12. September 1872, Die Präsentationseommission für die Besetzung des Oberrabbinats. Lehrer-Vaeaüz. Wegen eingetretener Kränklichkeit unseres jetzigen Leh- , rers wird am 1. Novbr. die Lehrer- und Cantorstelle an der hiesigen Gemeinde vacant, und wollen sich darauf Reflectirende unter Einsendung ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten Vorstand baldigst melden. Gehalt 400 Thaler bei freier Wohnung u. Heizung. Der Eintritt kann event. auch später erfolgen. - ,; Duisburg, 15. Septbr. 1872. S. M Cohen, Vorsteher, r -

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