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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-09-03 · Heft 36 (3.9.1872) · p. Seite 710

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 36 (3.9.1872)
Date
1872-09-03
Page
Seite 710 (sequence 8)
Language
German
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Exemplar in 4. und nicht tri 8. ist. Die zwei verschiedenen Titel rühren von den Copisten oder den Herausgebern her. Der Verfasser spricht in der Einleitung blos von einem „Sendschreiben" oder „Jgeret." Zeitirngsuachrichteu. Deutschland. Berlin, 12. August. (Privatmitth.) Daß dieThätigkeit des Hauptgränzcomits's zu Königsberg und des hiesigen Localcomits's der Allianz thatkräftig wieder begonnen hat, konnte man in diesen Tagen gewahren, da zahlreiche Trupps jüd. Auswanderer aus Rußland, Polen und Rumänien eintrafen, die von Deputirten der „israelitischen Allianz" empfangen, an verschiedenen Orten verpflegt, mit mancherlei Bedürfnissen, so auch theilweise mit Kleidungsstücken und Reisemedicamenten versehen, und dann mit Kremsern nach dem Hamburger resp. lehrter Bahnhofe gefahren wurden, von wo aus sie ihre Reise fortsetzten. In den betreffenden Hafenorten werden diese armen Leute, deren größtem Theile die Auswanderung überhaupt nur durch die Hülse der „israelitischen Allianz" ermöglicht wurde, ebenfalls von Deputirten der letzteren empfangen und über See spedirt. Berlin, 26. August. Für die hiesige jüdische Gemeinde ist ein hinter Reinickendorf gelegenes großes Terrain angekauft worden , welches zu einem' jüdischen Begräbnißplatze hergerichtet werden soll. Der vor dem schönhauser Thore befindliche jüdische Kirchhof dürfte trotz der bedeutenden Erweiterung, welche derselbe vor nrehreren Jahren erfahren hat, höchstens noch für zwei Jahre ausreichen. Bielefeld, imAug. (Noihgedrungene Erklärung.) Das Circularschreiben des Herrn Oberrabbiners Dr. Horowitz in Crefeld, betreffend die Schulaufsicht rc. in seinem Sprengel, hat eine Reihe von Zeitungsartikeln pro et contra hervorgerufen, wodurch dem Schriftstücke eine Wichtigkeit beigelegt worden ist, welche ihm über den Kreis hinaus, für welchen es bestimmt war, durchaus nicht beiwohnt. Daß aber die Lehrerconferenz, die am 20. Mai in Neuß in unmittelbarer Nähe von Crefeld tagte und mehrere Lehrer jenes Sprengels zu ihren Mitgliedern zählte, . ein Schriftstück, das über die wichtige Frage der Schulaufsicht so überraschend neue Ansichten ausstellte, in den Kreis ihrer Besprechungen zog, wird gewiß keiner Rechtfertigung bedürfen. Die Conferenz suchte in ihren „freien Besprechungen" in . durchaus objectiver Weise die Frage zu erörtern, und die Person des. Herrn Dr. Horowitz wurde erst, trotz der ausdrücklichen Mahnung des Unterzeichneten jede Persönlichkeit aus der Debatte fern zu halten, von einem Vertheidiger des Herrn Dr. Horowitz herangezogen, worauf denn einige Herren die Behauptung, daß „naturgemäß", der genannte Herr Oberrabbiner an der Spitze der Schulinspection seines Sprengels stehen müsse, durch Mittheilung von Einzelheiten illustrirten, die eine solche leitende Spitze nichts weniger als „naturgemäß" erscheinen lassen mußten. Die Conferenz beschränkte sich auf den Austausch ihrer Ansichten und lehnte eine beantragte „Resolution" in der Sache ab. Die Schriftführer der Conferenz' haben dann in ihren Conferenzberichten in der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" und dem „Israelitischen Lehrer" die Angelegenheit und den Standpunct der Conferenz zu denselben kurz und sachgemäß angedeutet. — In der von einem Freunde uns zugesandten Nr. 31 der „Israelitischen Wochenschrift" findet sich.nun aber ein Artikel aus Cleve, unterzeichnet: „Mehrere Lehres des crefelder Rabbinäts", der eine , ganze Reihe von Anschuldigungen enthält über das, was die Conferenz gethan, gesagt und gewollt habe, und worin sie seltsamerweise fortwährend identificirt wird mit dem Abfasser eines Artikels in der „Cölnischen Zeitung" gegen Dr. Horowitz und sein Circular. Die schönen auf die Conferenz bezogenen Redeblumen vom „Vollgefühl der pädagogischen Unfehlbarkeit", „lustigem Heldenkampf", „selbstgefällig eröffnetem Windmühlenkampf", „Parlamentspiel" und andere machen sichtlich den Herren Einsendern viel Vergnügen und mögen ihnen daher unangetastet stehen bleiben; für das, was sie zur Ehre der Conferenz zu sagen sich noch verpflichtethalten, wollen wir uns jedoch höflich ablehnend bedanken; müssen aber die Conferenz aufs entschiedenste gegen die verläumderische Angabe in Schutz nehmen, daß sie den Dr. Horowitz „ohne alle Ursache mit gehässigen Anschuldigungen überhäuft" habe, daß sie mit „maßloser Ostentation" hervorgetreten sei, daß sie ihr „änathema sit“ gegen Dr. Horowitz geschleudert habe u. s. w. Wenn in der That -„mehrere Lehrer

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