Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1872)
- Date
- 1872-08-20
- Page
- Seite 679 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Femlleton-Mlage zu Ar. 34. Leipzig, den 20. August 1872. Das Na- und Abschließende im Natiomlcharader der Inden. VdiMlg, gehMett vom Rabb. vr. A. Stein in Prag. XSchluß.) Aus Sen Gedichten, welche von Samual erhalten sind, khtilm Wir ^inigetz mit. Zur Ehre seines Geschlechtes singt er (nach Rückerts Üebersetzung): Wv eines MattneS Ehre von Schmach ist unbefleckt, So flöhet wdhl ihm jedes Gewand, das ihn bedeckt, Und rann er seiner Seele nicht Schweres legen auf, Sd richtet sich zur Höhe des Ruhmes nie sein Lauf. Sie warf uns vor, daß wenig sei unsres Volkes Zahl. JchsüK' ihr : es sind wenig die Edlen überall. Nicht wenig ist ein Häuflein, bas sich zu halten weiß Wir wir , Nach Höchstem ringend der Jüngling und der Greis. WaS Hut's., daß wir sind wenig, und bei uns ist geehrt Der 'Schützing, wenn -der Schützling der Vielen ist verfthrt! UlK M ein Berg, der schirmet den Freund in unsrem Schutz. Der unerMglich -bietet bem zagen Blicke TrUtz. GewUrM ist im Boden fein Grund, und zum Gestirn Erhebt ihn unerreichbar die hohe Felsenstirn. Ueber den oben berichtetete» Vorfall spricht er: O Tavlerin, laß ab den Mann zu tadeln, Denman schön -oft dem Tode trotzen schaute. Du sMest, irrte ich, zurecht mich weisen, Nicht iirenJ mich! mit5UNverstäMgem Laute. Bewahrt' Hab ich bes indischen Mannes Panzer; Betrdch'M MNdÄrrMtz ihck Andertrautel So riech vordem Mr 'Adijä, 'Min Batet: O reiß nicht ein, Samual, was ich baute! Er baute fest Hie Feste mir.'in welcher DöM"MLttger Trd'tz BÄ Mir nicht graute. Nur noch ein kleines, nicht von ihm, sondern über ihn von Ascha gedichtetes Liedchen wollen wir hier anführen : Sei wie Samual, als ihn dort umdrängte Der Kriegsfürst mit des Heeres Waffenlast. Steh zwischen Kinderlosigkeit und Untreu, O schlimme Wahl, die du zu wählen hast! Doch er sprach schnell gefaßt: Ermorde deinen Gefangnen, ich beschirme meinen Gast. ES erhellt aus diesem wenigen schon zur Genüge, daß der jüdische Charakter, in Welthändeln sich allen Völkern anzuschließen, in der Religion aber sich abzuschließen, auch hier sich bewährte. Er mußte aber, gerade wie bei der Entstehung des Christenthums, auch bei der Entstehung des Islam in die größte Versuchung gerathen sich selber untreu zu werden. Die heiligen Urkunden der Juden bilden die Quelle sowohl des ChristenthuMS, wie des Islam. Der Stifter des erstern^ war selber Jude, der Stifter des letzternaber war von Gebürt Heide, d. h. Anhänger der Religion, die mau SabäismuS nennt, welche die Gestirne göttlich verehrt. DaS Heidenthum der Araber war schon früh mit allerlei biblischen Legenden verflochten. Abraham und Jischmael gälten als ihre Stammväter, die Bildsäulen derselben standen Mitten unter den Götzenbildern'der heiligen Kaaba. Die Sage läßt das Gebäude , welches noch heute als höchstes Heiligthum in der mühammeda- ^nischen Religion dasteht, die Kaaba .zu Mekka, von Adam erbaut sein. Von 'der Sinfluth 'sei eS dann weggeschwemmt und von Abraham und Jischmael wieder aüfgebaut worden. Bei diesem'Baue habe der Engel Gabriel dem Abraham einen Stein vomHimmel gebracht, der 'sei ganz weiß gewesen. Abraham habe aber Über die Sünden der Menschheit so viele Dh^änen darauf geweint, daß er 'davon schwarz geworden sei. Dieser schwarze Stein, er ist in einen silbernen Ring eingefaßt, .mußte schon von den heidnischen Aräbern und muß noch heüte von jedem Muhammedaner wenigstens einmal inrLeben,gef küßt Werden. Beim Gebete muß der Muhammedaner GGcht und Gedanken nach diesem Steine -hin richten.