Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1872)
- Date
- 1872-08-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3226852-3226887--30896-3253794- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
. z«/Jahrgang. Allgemeine JW 34. Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgegeben von Rabbiner Vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 20. August 1872. Diese Zettmra erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bi« 2'/, Bogm. Preis de« Jahrgangs 4 M. Halbsahrig 2 Mlr. Bierteliahrig 1 Mlr. Jnsercüe weä»en mit 2 Rar. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Me Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS-Expeditioneu nehmm Destellungm an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat fich daS «önigl. SSchs. Haupt-ZeitungS-Bureau Mterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Die Nationalökonomie der Juden. HL — Einige praktische Fragen. —' Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Berlin, Vom Rheine, Posen, Czarmkau, Bonn. — Oesterreichisch-- nngarrsche Monarchie: Wien. — Schweiz: Baden (Aargau). — Türkei: Konstantinopel. — Donaufürstenthürner: Bonn, Bukarest. — Rußland: St. Petersburg. Feuilleton-Beilager Das An- und Abschließende im Nationalcharakter der Juden.' (Fortsetzung u. Schluß.) — Die Judeninsel und der Schiffbrüch hei Coblenz. — Vermischtes. Leitende Artik el. Bonn, 11. Die Nationalökonomie der Juden. n. Herr Du Mesnil-Marigny beginnt sein zweites Capitel: „Die Gerechtigkeit, die Liebe zur Gleichheit, die Menschenfreundlichkeit zeigen sich in den Israel beherrschenden Gesetzen auf so eclatante Weise, daß es unmöglich ist, bei ihrem Studium nicht zu erkennen, wie weit Moses seiner Zeit voran war. Er proclamirte, daß dir Vergehen persönlich seien und daß die Familie des Schuldigen nicht dafür verantwortlich sei." : Um. die noch vorhandene:. Lynchjustiz zu beseitigen, setzte er die Zufluchtsftädte fest: Die damals, sehr gewöhnlichen Menschenopfer: unterdrückte er mit aller rrrast.: „MoseS beschränkt sich nicht darauf, Barmherzigkeit gegen die Armen, Hingebung, unverbrüchliche Treue, vollständige Gerechtigkeit gegen alle vorzuschreiben, er fordert noch, daß der Gedanke rein sei. Das Böse wünschen oder eS thun , wenn eS auch nicht einen gleichen Grad mit dem Verbrechen einnimmt, sind das eine wie das andere verwerflich. DaS ist eine bis dahin unbekannte Gesetzgebung. In. der Thal, er erklärt, daß die Begierde nach den Gütern des Nächsten eine Ueberschreitung deS Gesetzes ist." — Dem Vater ließ er nicht mehr das Recht, über das Leben seiner Kinder zu verfügen; die israelitischen Knechte waren nichts alS Mischlinge bis zum Sabbathjahre (je das siebente); Sklaven ausländischen Ursprungs wurden durch die geringste Körperverletzung frei, auf ihre Tödtung war die Todesstrafe des Herrn gesetzt. Der Verfasser wirst einen Blick auf die Barbarei der Zustände und die Rohheit der Gesetze, wie sie damals noch allgemein waren, und fährt fort: „Plötzlich erschien Moses. Er läßt eine bis dahin unbekannte Sprache vernehmen; ein Theil der Menschheit, derjenige den er befehligt, athmet auf, erhebt sich, und das neue Gefühl, daS er ihm einflößt, die Wahrheiten, die er ihm enthüllt, werden der fruchtbarste Samen, um dereinst alle Völker dahin zu führen, daß sie wieder von neuem erstehen und ihre Rechte wieder erlangen." Dagegen wundert.sich der Verfasser über die Härte des Kriegsgesetzes, welches MoseS gegeben hat. Er hat hier offenbar den Unterschied nicht genug beachtet, den MoseS zwischen dem Kriege gegendie kanaanilischen Völkerschaften und jedem andern Kriege machte, indem es, wie m