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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-08-06 · Heft 32 (6.8.1872) · p. Seite 635

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 32 (6.8.1872)
Date
1872-08-06
Page
Seite 635 (sequence 13)
Language
German
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5 Mitgliedern des Herren - und Abgeordnetenhauses. Daß bei dieser Zusammensetzung der bis jetzt von der preußischen Regierung in den Schulen und Seminarien mit aller Macht geförderte Confessionalismus die erste Geige spielte und den Grundton der ganzen Aufführung ausmachte, ist nicht zu verwundern, vielmehr die Charakterfestigkeit derer zu achten, welche dennoch eine freisinnigere . Ansicht äußerten. Sehen wir. uns nun diejenigen Conferenzmitglieder an, welche nicht zu den Regierungen und den Seminarien gehören, so finden wir von Kleist-Retzow und von Mallinckrodt, von welchen wir die äußerste protestantische und katholische Orthodoxie erwarten müssen, so daß eine freisinnigere Richtung zuletzt nur von Paur, Richter und Techow zu erhoffen stand. Dieser Umstand wird uns zwar nicht in der Ansicht stören, daß im großen Publicum und dessen Wortführern die freisinnige Richtung einen weit größeren Raum einnimmt als in jener Conferenz, doch durchaus nicht zu der Annahme berechtigen, daß die gesetzgeberischen Factoren dem Einflüsse der Gegner sich würden entziehen können. Andererseits können wir nochmals den Vorwurf erheben, daß man von dieser Conferenz jeden Juden ausgeschlossen hat. Da in den vom Ministerium gestellten Vorlagen auch von den „Juden und Dissidenten" die Rede war — weil diese beiden Religionsgenossenschaften doch nun einmal vorhanden sind — so forderte die Billigkeit, daß den 28 Protestanten und Katholiken gegenüber wenigstens ein Jude und ein Dissident hinzugesellt würde. Denn daß zu der Sitzung, in welcher über Seminarien die Rede war, zwei Juden berufen wurden, entschädigt und entschuldigt nicht im geringsten. Denn sie wurden nur als Zeugen über die jüdischen Seminarien vernommen, während die andern Conferenzmitglieder auch hierüber zu Gerichte saßen, wurden aber hinauscomplimentirt, sobald man von den jüdischen Seminarien zu. den andern überging. Nun giebt es aber doch auch eine jüdische Volksschule und noch mehr,' zahlreiche Judenkinder besuchen die öffentlichen Volksschulen, und für einen jüdischen Religionsunterricht wäre doch auch zu sorgen. Herr 0r. Falk ist also prineipiell bei dem alten Systeme der Ausschließung der Juden verblieben und von demselben nur speciell bei den jüdischen Seminarien abgegangen, wahrscheinlich weil man von diesen gar nichts genaueres wußte. Niemand bedauert die Zuspitzung der confessionellen Verhältnisse, wie sie jetzt in erschreckendem Maße sich zügt, mehr als die Redactton und die Mitarbeiter/ dieses Blattes — dies kann sie aber dennoch nicht veranlassen, überall zu schweigen und sich alles ruhig gefallen zu lassen. A « z e L gen. Ein Hauslehrer, mos., der Knaben bis zur Tertia eines Gymnasiums vorbereiten und zugleich in Religion und im Hebräischen unterrichten kann, wird bei 200 Thlrn. Gehalt und freier Station zum sofortigen Anttritt gesucht. Darauf Reflectirende mögen gef. ihre Adr. und Zeugniffe frei einsenden an Moses Haase KostrzyN bei Posen._._ Bei der hiesigen Gemeinde ist die Stelle eines yni vacant und können sich qualificirte Bewerber unter Vorlegung ihrer Zeugniffe bei dem Unterzeichneten Vorstande melden. Gehalt fixirt 200 Thlr. ohne Nebeneinkünfte. Meldungen können auch persönlich stattfinden, Reisekosten werden aber nicht vergütet. Exin, den 21. Juli 1872. Der Corporations-Vorstand. __Sal. Lewinsohn. Zu Neujahr 1873 soll die Stelle eines Vorbeters und Schochets, welcher zugleich die Religions-Hülfslehrerstclle mit versehen, und auf Erfordern den Chorgesang einführen soll, neu besetzt werden. Gehalt 500 Thlr. Geeignete Bewerber wollen sich baldigst an Unterzeichneten wenden. Erfurt, im Juli 1872. Der Vorstand der Synagogengemeinde daselbst. Die Stelle eines Cantors, Thoravorlesers u. Schächters kommt bei hiesiger Gemeinde bis Mitte März!* I. in Erledigung. Fixer Gehalt fl. 800, freie Wohnung mit Benutzung eines Gartens und nicht unbedeutenden Nebenverdiensten. Wünschenswerth, aber nicht Bedingung wäre, wenn der Reflectirende seiner Zeit öffentliche Vorträge in der Synagoge halten könnte; wofür ein weiterer Gehalt von fl. 100 zugesichert wird. Qualificirte, religiöse und musikalisch gebildete Bewerber belieben sich unter Anschluß ihrer Zeugniffe in- - nerhalb 6 Wochen an den Vorstand der hiesigen Gemeinde zu wenden. Hürben (bei Augsburg), den 26. Juli 1872. Ein junger Mann, mit guten Zeugniffe» vom Gymnasium und von dem jüdisch-theologischen Seminar in Breslau versehen, welcher in allen Gymnasialgegenständen und im Hebräischen unterrichtet, gegenwärtig Hauslehrer , sucht in Deutschland oder Polen eine ähnliche Stellung. Offert, unt. Chiffre L. C. a. d. Exp. d. Bl.

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