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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-08-06 · Heft 32 (6.8.1872) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 32 (6.8.1872)
Date
1872-08-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jahrgang. Zntung dtö Zuoentyums Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von 7 Rabbiner Vr. Ludwig Philipps»« in Bonn. Leipzig, de» 6. August 1872. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'/, Bogen. PrerS deS Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Mr. Brerteljahrig , Thlr. Inserate weSen mit 2 Ngr. sür die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle BuchhaAmlgen, Postämter uiti ZeitungS-Expedüionen nehmen Beste», lungm an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zertungs-Bureau unterzogen. 3 tt h tt l t. Leitende Artikel: Die Beseiügunq der Wanderbettelei. H. — Was ist in Rumänien erreicht? — Die Ministerialconfexenz. H. — Literarischer Wochenbericht: Vom Rheine, Ans Westphalen. Zeitungsnachrichten r D en t s ch l a n d: Berlin, Paderborn, München, Colmar. — Oesterreichjsch ° ungarisches Monarchie: Wien, Krakau, Lemberg, Pest. — Donaufürstenthümer: Fokschani. — Rußland: St.Petersburg.— Nachtrag: Berlin. Feuilleton - Beilage r Das An- und Abschließende im Na- , tionalcharakter der Juden. (Fortsetzung.) — Doctor Michel Levy. — Vermischtes. Leitende Artikel. Bonn, 28. Juli. Die Äeseitigung der Wanderbettelei. ii. Wenn durch die vorgeschlagenen Leiden Mittel, falls sie mit Energie und in großem Umfange ausgeführt werden, die Wandervettelei erschwert oder gar unmöglich gemacht, und wir so allmälig sowohl das Hereinströmen zahlloser Bettler nach Deutschland als auch das Umherziehen einheimischer Bettler aussterLen sehen würden, so kann dies-doch selbst im günstigsten Falle nur die eine und zwar die negativa Seite dieser wichtigen Angelegenheit sein. Was von der Straße verschwindet, ist doch darum nicht aus der Welt geschafft; wenn'Noth und Elend nichts Vetteln dürfen, so bleiben sie darum doch vorhanden. Es kommt vielmehr darauf an, die' Quellen der Armuth immer mehr zu verstopfen / und die Folgen der Bedürftigkeit auf angemessene Weise zu lindern. Wenn Lei der Erwägung dieses Gegenstandes die ungeheuren Summen in Betracht gezogen wurden, welche durch die Wandervettelei absorbN werden, so-kömmt'es Niemandem in den Sinn; den GeVeNn diese Sü'mmen ersparen zu wollen, vielmehr muß beabsichtigt werden, sie zur richtigen Verwendung zu bringen, und ' sie zu diesem Zwecke noch möglichst zu erhöhen. Unsre Weisen hatten, was die Wohlthätigkeit betrifft, tiefe Einsicht, und die großen Mißbräuche, die sich in unsrer > Mitte eingewurzelt haben, sind nicht auf ihre Rechnung zü stellen. Sie forderten von den Besitzenden, mögen diese viel oder wenig zu eigen haben, sie forderten von ihnen sehr viel, wie von vornherein den Zehnten ihres Erwerbes; aber sie kannten auch die angemessene Verwendung, das blinde Almosengeben nahm auch-bei ihnen die niedrigste Stufe ein, und die Erziehung der armen Kinder und die- Ermöglichung eines eigenen Erwerbes stand ihnen obenan.? Der Ausschuß des Gemeindebundes hegt Liefe Ansicht vollkommen, und sein Vorsitzender hat sie, selbst den polnischen Bettlern gegenüber, wiederholt und nachdrücklich empfohlen. Deshalb stellt das Programm d i e C e n> -tralisirung des jüdischen Armenwesens al^ anzustrebendes Ziel, als Aufgabe des GemeindebundÄ hin. Es versteht sich von selbst, daß hiermit nicht gemeint sei, die jüdischen Gemeinden sollten ihre Einnahmen für ^-Hlrmenwesen in eine Centralcaffe schütten, '

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