Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1872)
- Date
- 1872-07-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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36. Jahrgang. Allgemeine 31 Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 30. Juli 1872. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2Vi Boaen. PreiSdeS Jahrgangs 4 Thlr. Halbsährig 2 Thlr. Mertelsährig 1 Tblr. Inserate werden mit 2 Ngr. für die Petitzeile, oder deren,, Raum berechnet. - ..~w -«— sür die Petitzelle oder "deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, lungen an; der Haupt-Spedition für beide Letztere hat sich daS «önigl. Eäch ZeitungS-Expeditionen nehmen Beste!- >t-Ze!tungS-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende ArtLkel r Die Freiheit und das Iudenthum. Hl. — Die Beseitigung der Wanderbettelei, eine schwierige Aufgabe der heutigen Judenheil. I. — Literarischer Wochenericht: Vom Rheine. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin,Hildesheim, Hannover, Cöln, Crefeld. — Oesterreichisch-ungarische Monarchie: Krakau, Von der Donau, Melnik.— Frankreich: Paris. Feuilleton - Beilage r Das An- und Abschließende im Nationalcharakter der Juden. — Der Ursprung der Semiten. — Geschichtliche Notiz. — Vermischtes. Leitende Artikel. Bonn, 20. Juli. Nie Freiheit und das Iudenthuw. in. V Von hier aus geht Asb6th an die Untersuchung der Institutionen des ÄudenthumS und bestrebt sich nachzuweisenwie sehr auch diese der Entwickelung deS Individualismus dienten. Wir bedauern sehr, ihm gerade Hierin,- wo uns' daS Wichtigste der ganzen Frage zu liegen scheint, nicht folgen zu können, sondern auf daS Referat deS pester Lloyd beschränkt zu sein. Dieser spricht sich folgendermaßen aus:. „Als Resultat seiner Untersuchungen findet er den merkwürdigen gemeinsamen. Zug, daß jede, jener Jnftitutipnen, die daS individuelle Leven zu bedrohen, die Herrschaft Einzelner zu consolidiren geeignet gewesen wären, kaum daß sie gefestigt war, auch schon der Entkräftigung und Auflösung entgegenging, sich brechend entweder am Schwanken des Staatslebens überhaupt, oder an jenem Geiste des Judenthums, der sich in Menschenherrschaft von vorne herein nicht. schicken konnte; jede Institution, die mit der vollen Rechtsgleichheit Aller cvllidirt hätte , die Einzelnen, Kasten, Stämmen oder Parteien eine rechtlich begründete Macht über die klebrigen gegeben hätte, verfiel entweder alsbald gänzlich, oder vegetirte nur als ihr eigener Schatten weiter; gewiß eine merkwürdige Erscheinung in einem Zeitalter, wo die individuellen Rechte, die individuelle Freiheit noch nicht einmal als Begriffe existiren; eine Erscheinung; die nothwendigerweise zur Auflösung des jüdischen StaatSwesenS führen mußte, wie sie denn auch heute kein anderes Resultat haben könnte, die aber das individuelle Leben und das Bewußtsein der Berechtigung und des Gewichtes deS Individuellen im Judenthume derart erstarkte, daß dieses wohl geeignet sein mußte, als Sauerteig in die alte Civilisätion geworfen , derselben neues Leven -und neue Entwickelung zu geben, eine Entwickelung, die Vis zum heutigen Tage durch die Jndividualitätsivee getragen wird." Dies sucht nun Asbüth am Königthume und am Priesterthume nachzuweisen, sowie an der Schöpfung des Synedriums. Hier heißt es: 5,Mas für eine Jnstitution war ab er-, das Sch ned vium? Die reinste. Demokratie mit der vollsten Geltendmachung zngleich der Individualität, emeJnstitution-