Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1872)
- Date
- 1872-07-16
- Page
- Seite 579 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3226852-3226882--30807-3253700- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zeitung -es Zudenthirms. FeMeton-Sellage zu Ar. 29. Leipzig, den 16. Juli 1872. Proseffor^Helvicus m Gießen und das „Maase-Buch." Von Löwenstein. (Fortsetzung.) 1. Der Juden Sabbathspeiß hat einen köstlichen Geruch und warumb? Stehet geschrieben im Buch Sabbath esp. ool Kithbe und im Maasebuch esp. 5. „ES fragt der Keyser einmal den R. Josua den Sohn Chananja: Lieber, sage mir, warumb reucht das Geköchts von dem Schabbas so wol bester als das Gekochtes das ihr in der Wochen pflegt zu kochen? R. Josua antwortet: Herr Keyser, ich will Dir die Wahrheit sagen, wir haben ein Wurtzel, dieselbe heißt Schabbas, die werffen wir drein, davon reucht es also wol; da sagt der Keyser: Lieber, gib mir auch von derselbigen Wurtzel, ich will mirs auch in mein Essenspeiß werffen, damit es auch also wohl rieche. Da fügt R. Josua: Herr Keyser, wenn ich Dir schon davon gebe, es hilfft Dir nichts; denn wer den Sabbath hält, den hilfft die Wurtzel, aber wer den Sabbath nicht hält, den hilfft die Wurtzel auch nicht; derohalben, lieber Keyser, kann ich Dir nicht von der Wurtzel geben. Und weiset ihn also ab." So weit die Erzählung, deren tiefer Sinn sich so einfach jedem unbefangen an sie herantretenden Interpreten ergibt; anders unser Professor; er schreibt hierzu ernsthaft folgende „vots": „Ich möchte gern wissen, wenn vorzeiten das Jüdische Geköchts am Sabbath so wohl gerochen hat, besser als an andern Tagen, warumb es denn nicht noch geschicht in diesen Zeiten? Ist es wahr, wie sie schreiben, so wird folgen, daß der Sabbath'nichts mehr gilt und aufgehoben ist, weil solches nicht mehr am Sabbath geschicht, wie vorzeiten, und kein Unterschied mehr jetzund gespürt wird. Aber wenn es wahr were, were es Wunder, daß man nicht in der Bibel etwas davon finden sollt. Man kann aber wohl dencken, daß ein Essen besser reucht, wenn man aw Sonnabend Gewürtz und Specerey drein thut, als wenn man am Sonntag keins drein thut. Darumb ist eß nur ein Jüdisch Alfentzerey mit der Sabbathwurtzel, eben als wie jener, als er gefragt ward, „wie er hiesse?" antwortet: „ich heiße wie mein Pathe." „Wie heißet denn dein Pate?" antwortet er: „Er heisset wie ich." Ebenmessig ist auch diese Rabbinische Antwort." 2. Von einem Edelgestein, der die Todten lebendig macht. Stehet geschrieben im Buch Baba Bathra. „Rabbi Jehuda hat gesagt: Wir fuhren einst in ~ einem Schiff und sahen ein Edelgeftein, welchen ein Walfisch bracht, da ließ sich einer herunter denselbigen zu holen; da kam ein Walfisch und wollte daS Schiff verschlingen, aber es kam ein Rab und biß ihm den Kopf ab, da verwandelt sich das Wasser in Blut; da kam ein anderer Walfisch und nahm den Edelstein und hengte ihn dem todten Walfisch an, der wurde lebendig und kam wieder und wollte das Schiff verschlingen; da kam auch der Vogel wieder und biß ihm den Kopf ab und wurff den Edelstein ins Schiff. Da legten wir ihn auf die eingesalzene Vögel, die wir bey uns hatten, die nahmen den Stein und flogen davon. Darumb muß nu dieser Messias todt bleiben." Hierzu notirt der Professor: „Ey! daß der Rabbi Juda doch den herrlichen Stein behalten hette, so hette er Jüden können lebendig machen, die gestorben weren. Wo mag man aber den Stein finden? Wo mag er wohl hingekommen sein? Ich Hab mir laffen sagen: man finde solcher Stein viel in Schlauraffenland, bei der Stadt Nirgendshin den Wagenleisen auf dem Wasser. Sonst Hab ich gemeynt die Krafft Todte lebendig zu mach/rn, stehe allein GOtt zu, aus dem 5.'Buch Mosis am 32. vers. 39. 3. Bon Elisa mit den Flügeln, warumer also genannt worden. Stehet geschrieben im Buch Sabbath csp. wgpümm ■ und im Maasebuch esp. 18. Es hat einmal ein Königreich verboten Tefillin anzulegen (hierzu bemerkt der Professor erklärend: ist ein besonder Kleid, das die Jüden antragen aus dem