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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-07-09 · Heft 28 (9.7.1872) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 28 (9.7.1872)
Date
1872-07-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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36. Jahrgang. Allgemeine JW 28. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 9. Juli 1872. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2>/a Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden mit 2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZemmgS-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-ExpMtion für beide Letztere hat sich daS König!. Eächs. Haupt-ZeitungS-Burean nterzogeu. Inhalt. Leitende Artikel r „Fünfzig Jahre der Judenmission." — Eine religiöse Verfolgung durch Atheisten.— Literarischer . Wochenbericht: Gr. Becskerek. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Aus Baiern, Metz, Vom Rhein. — Oesterreichisch-nngarische Monarchie: Wien, Altofen. — Frankreich: Paris, Meisenheim. — Schweiz: Genf. — Italien: Rom. —Donaufürstenthtzmer: Bonn, Bukarest. — Türkei: Konstautinopel. —Rußland: Warschau. — Palästina: Berlin. Feuilleton - Beilage r Professor Helvicus in Gießen und das „Maase-Buch." — Das englische Volk und die Juden um 1750. — Correspondenz. — Vermischtes. Leitende Artikel. Bonn, 30. Juni. „Fünfzig Jahre ber Jttbenmiffum “ Unter diesem Titel kam uns in diesen Tagen eine „Denkschrift zur fünfzigjährigen Jubelfeier der Berliner Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden und im Aufträge derselben verfaßt von W. Ziethe, Prediger. Berlin 1872." zu, von der wir hier, eben weil sie den fünfzigjährigen Bestand dieser Bekehrungsgesellschaft feiert, einige Notiz nehmen wollen. Gegründet würde diese Gesellschaft am 18. Januar 1822 von einer Versammlung militärischer und. juristischer höchster Beamten des preußischen Staates in Verein mit einigen Theologen. Ueberhaupt ist es bezeichnend, daß bis zum Jahre 1861 die Präsidenten des Vereins stets königlich preußische Generale waren, zuerst der Kriegsminifler von Witzleben (1822—1832). Der letzte von ihnen war der bekannte Generalmajor Freiherr von Manteuffel, der es aber nur vier Monate blieb; seitdem ist die Präsidentschaft in die Hände des StaatßministerS von Westphalen übergegangen — die preußischen Militärs haben wohl seit 1861 anders zu thun gehabt. Friedrich Wilhelm III. förderte die Gesellschaft mit regem Sinne, indem er ihr sofort einen Jahresbeitrag von 300 Thalern zusicherte und Portosreiheit gewährte. Die londoner Gesellschaft gleichen Zweckes schenkte ihr 300 Pfund. Die Beiträge im ersten Jahre beliefen sich bereits auf 2677 Thaler. In richtiger Würdigung von Ursache und Wirkung stellt das Schristchen in einer Tabelle die Einnahmen und die Zahl der Getauften neben einander. Die Summe der ersteren beträgt 117,152 Thaler ohne die Legate, die Zahl der Getauften in diesen fünfzig Jahren wird auf 461 angegeben , so daß jeder derselben der Gesellschaft ungefähr 250 Thaler gekostet hat.' Die blühendste Zeit der Gesellschaft fällt in dieselbe Periode, wo in Preußen die Demagogenverfolgung blühte. Aber obgleich das Schristchen den Regierungsantritt Friedrich Wilhelm IV. überaus rühmt, der ihr einen reichen Ersatz für den Heimgegangenen König bot, so ist ihr doch die Regierung dieses Königs nicht günstig gewesen, und die Einnahmen wie die Zahl der Getauften nahmen vom Jahre 1842 an bis zum Jahre 1853 ab, denn bis 1848 wurde bei 1061 Thalern gar Niemand getauft; dann fielen die Einnahmen bis auf circa 700 Thaler, und erst 1854

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