Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1872)
- Date
- 1872-06-11
- Page
- Seite 473 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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vorhanden sind, um unsere armen Christen einiger auSgeraubten Juden wegen zu verurteilen." . Ein anderer Verteidiger, dessen Name mir entfallen ist, sagte : „Sehen Sie nicht, daß , wenn den Juden durch ihre eigene Schuld etwas geschieht, sich ganz Europa in Empörung gegen uns wendet, als hätten wir Gott weiß was Böses gethan? So mag Europa die Juden, deren es sich annimmt, uns vom Halse schaffen!" . Und so fort in infinitum. Was Wunder, wenn die Herren freigesprochen wurden, und gestärkt und ermutigt nach ihrer Heimat zurückkehrten um in nächster Zukunft wieder von vornanzufangen?" Amerika. Berlin, 25. Mai. (Privatm.) In der Sitzung der hiesigen Gesellschaft für Erdkunde war als Gast der Vorsitzende der newyorker geographischen Gesellschaft anwesend und hielt einen sehr lehrreichen Vortrag über die Tendenz der Bevölkerung der nordamerikanischen Union, zu einer nationalen Einheit zu werden. Er sagte da ungefähr: Die Raceneinheit der Nordamerikaner erscheint als eine beschränkte, wenn man bedenkt, daß gegenwärtig fast 16 Procent unter ihnen, nämlich 5,566,000, dem Auslande entstammen, aber die Assimilationskraft des Kernes dieser Bevölkerung ist eine so starke, daß man dieselbe im Ganzen nur als eine Spielart des angelsächsischen Stammes bezeichnen kann. Dies wird bestätigt durch ihre Sprachverhältnisse. Obwohl dieselbe bereits 1,600,000 Deutsche, über 200,000 Franzosen, 85,000 Schweden, Dänen und Holländer, 50,000 Chinesen und ebensoviele Schweizer in sich ausgenommen hat, so bilden diese ftemden Sprachen doch kaum 5 Procent im Berhältniß zur englischen, und die Kinder aller naturalisirten Ausländer werden, mit Ausnahme der Juden, in der dritten Generation nach Sprache, Sitten uüd Ideen vollständig zu Amerikanern. Er erwies dies unter anderen auch an den Bestandtheilen der amerikanischen Heere während des letzten Krieges. — Was der Redner hier hinsichtlich der Juden sagte, daß sie in ihren Familien deutsche Sprache und Sitte viel länger als die übrigen Deutschen bewahrten, stimmt mit dem überein, was ihnen aus Amerika wiederholt geschrieben worden ist. Es muß dies chlsp -M, ein factum angesehen werden. A n z e i g e «. Für die israelitische Erziehungs- und Unterrichts- Anstalt dahier werden gesucht: 1) ein Direktor, der sich über vorzügliche Befähigung sowohl im Unterrichte,, als in der Leitung einer Anstalt auszuweisen vermag; Gehalt Eintausend bis Zwölfhundert Gulden; 2) ein Lehrer, der sich hauptsächlich zum Unterricht in den unteren Claffen eignet; Gehalt Fünfhundert Gulden. Nur solche Bewerber finden Berücksichtigung, welche, die regelmäßige Ausbildung für den Lehrerberuf an einer öffentlichen Anstalt erlangt haben. Anmeldungen wollen spätestens bis 13. Juli d. Js. an den unterfertigten Cultus-Vorstand gerichtet werden, welcher auf Anfragen auch gerne nähere Auskunft ertheilen wird. Würzburg, den 2. Juni 1872, Der israel. Cultus-Borstand. Gongregation Bnai Jeshurun, 34. Straße, New-Aork. Da die Stelle eines Chasan an unserer Congregation erledigt ist, so laden die Vorsteher derselben betreffende Candidaten zur Bewerbung um dieselbe ein. Die Bewerber müffen im Stande sein die Gebete in richtiger und angenehmer Form zu lesen, eine gründliche Kenntniß des ©tts und die nöthige Fähigkeit haben, um vom Blatte und mit dem Chore zu singen. Der Gehalt beträgt nicht weniger als 3000 Pfund und Neöeneinkünfte jährlich. Bewerber müffen persönlich erscheinen. Reisekosten werden nicht vergütet. Anhaltschreiben und Zeugnisse sind an Herrn Henry Davison, Parnas der Congregation Nr. 18. Walker Street, New-Aork, einzusenden. _ , Baeanz. Die Cantor-, Lehrer- und Schächterstelle ist bei hiesiger Gemeinde vom 1. October c. aufs Neue zu besetzen. Gehalt 300' Thlr. und circa 100 Thlr. Nebeneinkommen. Außerdem soll der Anzustellende die Zöglinge des Jüd. Prov.-Waiseninstituts (vorläufig sieben) in Pension nehmen und muß deshalb in seiner Person ü. Familie diejenigen Eigenschaften vereinigen, die man an einen erfahrenen Erzieher und religiösen Beamten zu stellen berechtigt ist. Meldungen, unter Beifügung von Zeugnissen, erbitten franco der Vorstand des Jüd. Prov.-Waiseninstituts und der Synagygengemeinde zu Schippenbeil in Ost-Preußen. Meyer Levy. K Brinn.