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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-05-07 · Heft 19 (7.5.1872) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 19 (7.5.1872)
Date
1872-05-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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4 36. Jahrgarrg. A l l ge mei n e JW 19 •r*j :' ■ ■ ■ u Q Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interest e. HerauSgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippsorr in Bonn. Leipzig, den 7. Mai 1872. Diese ZeitMg erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2',2 Bogen. WreiSP^ Juserate wecken mit 2 Rar. sür die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle BuHhcucklMgen, Postämter mAZertungS-Expedrkonen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königs» Sachs. Hanpt-ZeltungS-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Die jüdische Gememdeverfassung in Würtemberg. — Ein Bericht an den zweiten deutsch-israelitischen Gemeindetag. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Berlin, Breslau, Aus Mecklenburg, München, Neumark in Westpreußen, ' Oberdollendorf, Frankfurt am Main, Neustettin, Alzey. — Oesterreichis ch-nngarische Monarchie: Wien, Lemberg, Prag, Innsbruck. — Frankreich: Paris. — Großbritannien: London. — Don anfürsten thümer: Bukarest. — Rußland: Wilna. — Nachtrag: Pest. Feuilleton - Beilage t Die Judenverfolgungen in Rumänien. — Vermischtes. Weitende Artikel. Bonn, 28. April. Die Mische Gemeindeverfassung i« WSrtemberg. Unsere Leser wissen, welche Wichtigkeit wir der gegenwärtigen Entwicklungsphase für die Verfassung der jüdischen Gemeinden beilegen. Der Bestand des Judenthums beruht seit zwei Jahrtausenden auf den Gemeinden, auf den organistrten Körperschaften der Bekenner des Judenthums an jedem einzelnen Orte, wo sich deren zusammenfanden. Auch in Zukunft wird er sich vorzugsweise aus diese stützen. Die Principien, deren Streit und-Widerstreit die menschliche Gesellschaft, soweit sie von der Civilisation ergriffen und getragen wird, bewegt, treten auch in der jüdischen Gemeinde als Motive neuer Gestaltung auf, . Die Gewissensfreiheit, die Selbstverwaltung, die Oberaufsicht des Staates und das Bedürfniß gesicherter 'Organisation wollen in der Gemeinde ihre Erfüllung haben, bereiten aber dadurch dem Dasein derselben eine Krise, aus der sie sich herausarbeilen muß. Zog bis jetzt besonders die bevorstehende Umgestaltung der jüdischen Gemeindeverfaffung in Preußen unsere Aufmerksamkeit auf sich, so haben wir heute unfern Lesern einen Bericht aus Würtemberg vorzulegen, wo bis jetzt die Verfassung der jüdischen Gemeinde in der Gesammtheit wie in den einzelnen Gliedern derselben eine sehr bestimmte und festgeordnete gewesen ist, ^gegenwärtig aber ebenfalls eine neue Gestaltung für sie angestrebt wird. Wir heben nur hervor, daß der neue Gesetzentwurf den Grundsatz, jeder Jude gehöre, der Ortsgemeinde an und habe einen Beitrag zu den'Kosten derselben steuermäßig zu leisten, durchaus festhält, und die Bewegung sich wesentlich nur um die Selbstverwaltung der Gemeinden in größerem oder geringerem Maße dreht. A n s W ü r t e m b e r g, im April. (Privatmittheil.) Schon Jahre lang harren die Israeliten Würtemberg 8 auf daT Zustandekommen eines neuen Verfassungsstatuts der israelitischen Kirche. Am 12., April 1869 wurde der erste vorläufige Entwurf eines solchen an die israelitischen Kirchenvorsteherämter hinaus gegeben. Äm Decemher 1869 wurde derselbe von einer Delegirtencommission durchberathen und. theilweise abgeändert. Dieser abgeänderte Entwurf wurde nun in der jüngsten Zeit abermals den Kirchenvorsteherämtern des Landes hinaus gegeben und diese zur Beantwortung der Fratzen ausgefordert;

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