Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1872)
- Date
- 1872-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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38. Jahrgang. llgeme i ne JW 18. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerauSgegeLen von - Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 30. April 1872. Diese. Zeitima erscheint ivSchenüich einmal Dienstags, in 2 bis 2'/, Äoge». Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig! Inserate werden mit 2 Ngr. fiir die Petitzeile oder deren Raum berechnet Alle Buchhandlimgen, Postämter und Zeitung. lungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich daS Kümgt. Sachs. Haupt-ZertuugS-Bureau ur , 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. rgs-Expeditionen nehmen Bestellt unterzogen. 3 nhalt. fieitcitfce Ärtiketr Der zweite deutsch-israelitische Gerneindetag. (Schluß.) Z e it »mg s nach richten r Deutschland: BerlinLauenburg in Pommern , Karlsruhe, Bonn, Vom Rhein. — Oösterreichisch-ungarische Monarchie: SBten. — Großbritännien: Bonn. — Italien: Aus Oberitalieu. — Doüäufürstenthümer: Bonn, Bukarest. Rußland: Warschau, Odeffr, Aus Finnland, St. Petersburg. — Amerika: New-Dork. — Nachtrag. Feuilleton--Beilage; Ein offenes Schreiben für viele, besonders in Amerika. — Vermischtes. — Geschichtliche Notiz. Leitende Artikel. Leipzig, 15. April. Der Mite delrtfch-israeLMsche Gemeindetatz. (Schluß.) Nach Beendigung dieser Debatte reserirte Herr vr. Emil Lehmann über das Schulwesen. Was der erste Gemeindetag hinsichtlich der höchsten Stufe des Unterrichtswesens, der Hochschule für die Wiffenschaft des Judenthums, als Wunsch ausgesprochen habe, sei bereits durch die Bemühungen edler Männer zur Erfüllung gereist; um so mehr habe man feine Aufmerksamkeit auf den Volksunterricht zu wenden, und deshalb schlage er die Annahme einer Reihe darauf bezüglicher Thesen vor. Nach Vorlesung derselben, deren Wortlaut wir zu unserem Bedauern nicht in Händen haben, erhob sich 'eine sehr lange und weit ausgreifende Debatte, die, obschon der Vorsitzende sie auf das eigentliche Ziel zurückzulenken mehrmals versuchte, immer verworrener wurde und sich auch dann nicht klärte, als die Besprechung der einzelnen Thesen begonnen worden war. Die einen verlangten überall jüdische Elementarschulen, die anderen gar keine solchen; die einen plaidirten für Religionsschulen, die anderen sprachen ihnen die Wirksamkeit ab; die einen wollten confessionslose Schulen, die anderen stritten über den Begriff derselben; die einen wollten jüdischen Religionsunterricht, der mit den Volks-, Bürger- und höheren Schulen verbunden sein und obligatorisch gemacht werden solle , die anderen wollten von diesem Obligatorium nichts wissen. Man erkannte, daß die Ansichten noch sehr weit auseinandergehen , und in den einzelnen Köpfen noch sehr confus seien. Ein anwesender Rabbiner, Vertreter seiner Gemeinde, der entschieden für die Consessionsschule eingetreten war, verlas sogar zu seiner Unterstützung eine Stelle von Diesterweg, worin dieser den avgemeffensten Weg bezeichnet, um die Schule confessionslos zu machen.. In Anbetracht dessen und daß die vorgeschlagenen Thesen erst in der Sitzung selbst und nur durch Vorlesen kundgegeben worden seien , also ein sicheres Urtheil nicht möglich sch beantragte vr. Philippson die Vertagung derselben auf den nächsten Gemeindetag, für welchen eine Fachcommission diesen Gegenstand vorbereiten soll. Es sei weder der Würde des Gemeindetages entsprechend, noch eine Wirkung von solchen Thesen zu erwarten , über welche noch so viel Widerstreit und Unklarheit im Schooße dieses Gemeindetages vorhanden sei; solche Thesen aber